Heute Mittag hatte ich über instructables.com geschrieben, einer DIY Seite. Soeben finde ich ideacus, ein Dienst, bei dem jeder seine Ideen veröffentlichen kann. Eine kurze Suche bringt einige Notizbuch-bezogene Artikel zu Tage, unter anderem ein Thema, mit dem ich mich im Blog schon lange mal befassen wollte: das Notizbuch als Werkzeug des kreativen Schreibens.
Im Artikel Morning Pages [the Jim version] beschreibt Jim wie er sein Notizbuch jeden Morgen mit den sogenannten „Morning Pages“ füllt:

On the first page I give myself permission to simply journal and reflect on my life and the past day.

On the third page I develop thoughts and ideas to what could (hopefully) become a workable non-fiction piece.

On the second page I explore a short story or dialogue between characters or something “fiction” related.

Jim ist der Meinung, dass Schreiben der beste Weg ist, Ideen festzuhalten und seine Kreativität zu entwickeln. Er hat ein Buch über The Artist’s Way gelesen und das darin beschriebene „Werkzeug“ der Morning Pages benutzt, deren Anwendung so beschrieben wird:

In order to retrieve your creativity, you need to find it. I ask you to do this by an apparently pointless process I call the morning pages […] Morning Pages are three pages of longhand, stream of consciousness writing, done first thing in the morning. There is no wrong way to do Morning Pages– they are not high art. They are about anything and everything that crosses your mind– and they are for your eyes only.

Man soll also jeden Morgen drei Seiten mit den eigenen Gedanken füllen; falsch machen kann man dabei nichts, hier zählt nur der Vorgang des Schreibens. Wer mehr darüber wissen möchte, kann den englischsprachigen Artikel als PDF (16 Seiten) lesen.

Hört sich nach einer Art morgendlichem Unterbewusstseins-Brainstorming an – gefällt mir. Hat jemand von euch schon einmal mit einer solchen Methode gearbeitet?
Den ein oder anderen positiven Kommentar findet man im Netz …

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7 Antworten
  1. Ein schöner Blog! Habe den Post gestern abend schon gelesen und mir heute gleich mal ein neues Notizbuch gekauft, um diese Methode auszuprobieren – hoffe, damit auch endlich mal wieder regelmäßiger zu bloggen, die Methode alles nur noch zu bookmarken führt nämlich leider nicht zum häufiger Schreiben sondern eher zur Reizüberflutung… Wenn ich in den nächsten Tagen also wieder blogge, dann könnte es an den Morning Pages liegen…

  2. Christian sagt:

    Prima+Danke. Freue mich, wenn die Artikel inspirieren …

  3. Andreas sagt:

    Ich bin auf die „Morgenseiten“ durch das Buch „Pragmatisches Denken und Lernen“ von Andy Hunt (S. 92) gestossen. BTW: Sehr empfehlenswert. ‚Erfinderin‘ ist wohl Julia Cameron, deren Bücher bei Droemer/Knaur auch in deutsch erschienen sind („Der Weg des Künstlers“). Dein verlinktes PDF gibt aber die Essenz ausreichend wider. Im Selbstversuch scheint es sich, trotz harter Anfänge („mir fällt nix ein“), zu bewähren. Man muß tatsächlich direkt nach dem Aufwachen starten – kein Kaffee, keine Morgenlektüre etc. Wie Du richtig schreibst, funktioniert es als Unterbewußtseins-Technik. Unser (zensierender) Verstand ist offensichtlich nach dem Aufwachen doch noch nicht so stark aktiv, wie wir glauben.

  4. Jacky sagt:

    Zum ersten Mal gehört habe ich von Morgenseiten in Julia Camerons Buch „Von der Kunst des Schreibens„. Ich habe sie natürlich gleich ausprobiert. Manchmal hab ich morgens noch im Halbschlaf nach Papier und Stift gegriffen und einfach aufgeschrieben, was immer mir im Kopf herumging. Manchmal waren das Träume, manchmal Frust, manchmal war es unzusammenhängender Gedankenmüll.

    Im Endeffekt hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass es mehr eine Art Tagebuch war, als alles andere.

    Ich glaube ich habe es sogar ziemlich lange durchgehalten, es war sicher ein ganzer Monat. Ein wichtiger Punkt war, dass man die Texte nicht lesen durfte, bei dem Schrott, den ich da fabriziert habe, war das sicher eine gute Idee. Allerdings hat es sich nach einer Weile dann wieder verlaufen. Ich denke hauptsächlich aus zwei Gründen:

    1. So komplett ohne wirklichen Grund und Ziel zu schreiben war zwar eine Weile lang interessant, aber es wurde mit der Zeit immer weniger, was mir einfiel. Bzw. ich schrieb immer öfter, nur darüber, dass ich eigentlich keine Ahnung habe, worüber ich jetzt schreiben könnte (es durfte ja nichts mit meinen Projekten zu tun haben).

    2. Es war viel zu Zeitaufwändig. Manchmal habe ich über eine Stunden gebraucht, um die paar Seiten zu schreiben, die gefordert war. Und am Ende hatte ich halt nur Müll produziert, den ich weder lesen durfte, noch für irgendetwas anderes benutzen konnte.

    Fazit:
    Ich denke, es war eine gute Übung, solange es gedauert hat. Aber es ist nichts, was ich ewig machen könnte. Im Augenblick nutze ich die Morgenstunden, um an meinem jeweiligen Projekt zu arbeiten. Das ist meistens sehr produktiv, weil mein Kopf noch völlig unbelastet von den Problemen des Alltags ist. Natürlich gibt es Tage, an denen nicht besonders viel, oder nicht gerade Superqualität dabei herumkommt, aber darum geht es ja bei der ersten Version ja auch nicht.

    Ich gebe mir einfach sehr viel Mühe dabei schlecht zu schreiben 😉 und kümmere mich um den Rest, wenn es soweit ist – bei der Korrektur.

    Soweit meine Erfahrung, aber da ist es wie mit vielen Dingen: Es ist eben Geschmackssache.

    lg
    Jacky 😉

  5. Christian sagt:

    @Andreas: danke für die Ausführungen und die Buchtipps

    @Jacky: danke für die Kritik und deinen Erfahrungsbericht; der ist sicher hilfreich für meine Leser. Bei diesen Kreativitätstechniken ist es ja oft so, dass sie dem einen liegen und dem anderen nicht.

  6. Sandra sagt:

    Ich schreibe seit 11 Jahren ziemlich durchgängig Morgenseiten. Es hat sich entwickelt. War ich am Anfang froh überhaupt am Tag geschrieben zu haben, wurde es zu froh am Tag 3 Seiten voll zu kriegen, zu 3 Seiten in einem Rutsch bis hin… zu heute, dass mir ohne den morgendlichen Griff zum Schreibbuch (inzwischen bin ich bei einem ganz simplen A4 Collegeblock gelandet) etwas fehlt. Es ist eine Gewohnheit wie Kaffeekochen und Zähneputzen. Das Buch der Weg des Künstlers war Jahrelang mein (fast) täglicher Begleiter und hat großen Anteil daran, wie ich heute mit meiner Kreativität umgehe. Und wie sich das alles über die Zeit immer und immer ändert.

    Wenn ich so überlege… und mal so die einzelnen Phasen, durch die ich so in den Jahren mit meinen Schreibbüchern, Projektbüchern, Artjournals, Klebebüchern, Heften etc. gegangen bin…. wow…. danke fürs dran erinnern.

  7. Christian sagt:

    @Sandra: vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Sehr interessant finde ich, dass es einfach Zeit braucht (11 Jahre), bis einem das so einfach von der Hand geht. Diese Info hilft sicher dem ein oder anderen Leser durchzuhalten, wenn es am Anfang nicht so läuft.

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