Das Ergebnis der Umfrage Welches ist eure bevorzugte Notizbuchmarke? brachte keine Überraschungen: die meistgenutzte Notizbuchmarke meiner Leser ist Moleskine (TM).

Auf Platz 2 finden sich “Sonstige” Bücher. Da könnten zum Beispiel die bekannten Leuchtturm 1917 dabei sein, die ich in der Umfrage schlicht vergessen hatte. Auf Platz 3 und 4 folgen Brunnen und Herlitz Bücher. Erst auf Platz 5 landen die Paper Blanks. Das wundert mich etwas, denn die sind in einer normalen deutschen Stadt mindestens ebenso omnipräsent wie die Moleskine Bücher. Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass die kreativen Einbände nicht jedermanns Sache sind und die Mehrheit lieber einen schlichten schwarzen oder grauen Einband hat. Vielleicht könnte man den schlichten Einband auf Neudeutsch auch “cooler” nennen. Danke, dass ihr alle mitgestimmt habt! Ich habe den Eindruck, dass die Umfragen sehr beliebt sind und eine eigene Art der Unterhaltung im Blog darstellen. Alte Umfragen findet ihr übrigens immer im Umfragearchiv.

Die neue Umfrage ist auch schon aktiv: Warum nutzt ihr trotz all der elektronischen Begleiter ein Notizbuch?

Die Frage ist aus mehreren Gründen berechtigt. Viele von euch erreichen mich über den RSS Feed, über Twitter bei @notizbuchblog oder über Facebook. Das sind alles moderne Kommunikationskanäle und da würde man eher keine Freunde der analogen Welt erwarten, sondern eher technikafine Menschen. Trotz der weiten Verbreitung von Handys, Smartphones, Laptops etc tragen viele zusätzlich ein Notizbuch mit sich. Selbst ich, der ich tagtäglich nur mit Software zu tun habe, nutze lieber ein Notizbuch in einer Besprechung als einen Laptop. Ich habe mich schon oft gefragt, warum das so ist. Für mich ist die Antwort sehr vielschichtig:

  • weil ich dort erst einmal nicht auf die Form achten muss
  • weil ich sofort loslegen kann. Das Medium Notizbuch ist unmittelbar und es gibt keine Probleme mit der “Technik”
  • ich kann Inhalte später noch einmal digital in Reinform schreiben und in meinem Notizbuch noch persönliche Kommentare festhalten, die nicht “ins Protokoll” gehören
  • ich kann problemlos in alten Unterlagen blättern, ohne sie zuerst suchen zu müssen
  • ich mag die Haptik

Nun aber zu euch: warum habt ihr noch ein Notizbuch dabei? Ich weiß, da gibt es nicht die eine Antwort; und es ist sicher auch viel Emotion im Spiel. Macht doch bei der Umfrage mit und versucht eine Antwort zu geben. Natürlich könnt ihr zusätzlich gerne über die Kommentare zu diesem Artikel eine ausführliche Begründung hinterlassen oder diskutieren. Parallel dazu wage ich dieses Mal das Experiment, eine zusätzliche Diskussion in der Facebook Gruppe anzustoßen, auch wenn ich weiß, dass ihr nicht alle bei Facebook aktiv seid.

Ich würde mich freuen, wenn ihr den Link zu Umfrage etwas verbreiten würdet, damit wir möglichst viele Eindrücke und Antworten bekommen. Das ist in meinen Augen die bisher spannendste Umfrage!

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14 Antworten
  1. Thomas sagt:

    Hi,

    für mich ganz einfach: weil es schneller ist und vielseitiger. Ich bin ein Freund des Malens. Schnell mal ein Schaubild zu zaubern hilft ungemein.

    Zwar habe ich ein super tolles Smartphone (HTC Hero), trotzdem ist das Auffinden von Informationen, Aufgaben oder eben Zeichnungen viel zu fummelig.

    Und mir geht es wie Dir: ich mag die Haptik einfach.

    Schönes Wochenende,

    Thomas

  2. Mia sagt:

    …nicht zu vergessen, dass ich in mein Notizbuch Dinge einkleben kann. Programme wie Evernote bieten da zwar auch eine Alternative fürs Smartphone, aber ein Photo ist oft halt nicht dasselbe.

    Ach ja, und die Haptik! Deswegen benutze ich auch nur Moleskines, die sind zwar überteuert und eigentlich nicht so wirklich das Gelbe vom Ei, aber nur ein Moleskine fühlt sich beim Kramen in meiner Handtasche wie ein Moleskine an (ja, ich weiss, das ist bescheuert, aber ich rauche nicht und nehme keine Drogen, also darf ich mir die eine Schwäche ja wohl erlauben?).

  3. Ich hab es ja schon mal im Twitter gesagt, für mich ist ein schlagendes Argument für ein Notizbuch, daß es bei meinen Kunden und Gesprächspartnern einfach akzeptiert ist.
    Niemand findet etwas dabei, wenn ich mir während eines Gespräches Notizen mache. Es fordert auch nicht soviel meiner Aufmerksamkeit, mal eben ein paar Zeilen auf Papier zu bringen, als wenn ich anfange auf dem Smartphone rumzutippen.
    Auch das Geklapper einer Laptoptastatur stört sehr, genauso wie der Bildschirm, der wie eine Barriere wirkt.
    Außerdem ist es robuster als jedes Smartphone oder jeder Laptop und sofort überall einsatzbereit. Für mich als Handwerker sind das wichtige Vorteile.

  4. Mea Culpa sagt:

    Bei mir hat die Verwendung des Notizblockes einen relativ einfachen Grund: Ich bin viel mit den Öffentlichen unterwegs. Habe zwar mehrere Smartphones, aber zum Schreiben langer Texte sind die einfach nicht geeignet – trotz vollständiger QWERTZ-Tastatur.

    Dadurch, dass ich Informatiker bin, ist meine Schrift nicht unbedingt die sauberste *hust*. Aber ich schreibe die Sachen, die ich im Kopf habe lieber – für andere unleserlich – ins Notizbuch, als die Sachen mühsam zu tippen und darüber die Hälfte zu vergessen.

  5. Gunther sagt:

    Das Notizbuch gibt mir ungleich mehr Gestaltungsfreiheit und liefert obenrein Futter für die Sinne.

  6. Don sagt:

    Ich bin ein großer Fan des iPhones und ähnlicher Smartphone, denn sie machen tatsächlich einiges einfacher…außer dem Notizenschreiben ;-)

    Es ist einfach um ein vielfaches schneller, mal eben was ins Notizbuch zu kritzeln, als es auf einem noch so fortschrittlichen Smartphone einzutippen. Wenn dann noch Sonderzeichen oder Symbole ins Spiel kommen, wird es auf den elektronischen Teilen erst recht ätzend.
    Der einzige Vorteil der eletro-Helferlein ist, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt an eine Sache erinnern können, aber für’s reine Notieren ist die handgeschriebene Notiz wahrscheinlich auf ewig überlegen.

  7. erwin sagt:

    Nutze schon seit Jahren das A6 Format von Filofax in einem kleinen separatem A6 Ringbuch von Filofax weil ich dann meine Notizen in das (A5) Filofaxringbuch übernehmen(wegen der Lochung) bzw. auch in A6 Foldern ablegen und Archivieren kann.Habe das kleine A6 Ringbuch durch zufall auf einem Flohmarkt 1976 in Birmingham erstanden und seit dem in Betrieb.
    Habe von Freunden in England erfahren das diese kleinen A6 Ringbücher sehr beliebt beim Militär waren und noch sind weil man Sie sehr gut in den Uniform Taschen unterbringen kann.Ach ja es ist aus genarbten Rindleder mit verstärkten Ecken .

  8. Christian sagt:

    @alle: danke euch für die Kommentare. Ich nutze auch einen Laptop mit Evernote für schnelles Merken von Artikeln oder Textteilen und mein Nokia E71 (mit Tastatur) als Erinnerungswerkzeug. Notizen kommen aber immer in ein Buch. Ich frage mich, inwieweit die Argumente, die für ein analoges Notizbuch sprechen auch für ein analoges gedrucktes Buch sprechen, jetzt wo alle auf E-Books zu brennen scheinen?

  9. Abgesehen davon, daß es mir ganz altmodisch unangenehm ist längereTexte am Bildschirmzu lesen und ich es auch nicht entspannend finde, stellt sich bei den e-books doch die Formatfrage.
    Wer garantiert mir denn, daß es in 3,5 oder 10 Jahren noch Reader für meine Texte gibt oder umgekehrt ich meinen Reader noch für die dann üblichen Formate verwenden kann.
    Ich bin da altmodisch und tue mich sehr schwer Geräte zu ersetzen, die eigentlich noch zu meiner Zufriedenheit funktionieren.
    Mein Fernseher ist 15 Jahre alt, meine Spülmaschine auch, meine Waschmaschine schon über 20 und mein Auto hat auch inzwischen 12 Jahre auf dem Buckel….

  10. Mike sagt:

    Es wurden schon sehr viel gute Gründe dafür genannt, warum wir alle lieber mit einem Notizbuch arbeiten, als mit einem elektr. Gadget, wenn es um das erfassen von Notizen und Gedanken geht.

    Was mir darüber hinaus noch einfällt, ist, dass ich es liebe mein Notizbuch in die Hand zu nehmen und ganz einfach mal durchzublättern, unstrukturiert und ohne festes Ziel, sich einfach nochmal animieren zu lassen, einen Gedanken das zweite oder dritte mal aufzunehmen, von einem Eintrag zum nächsten zu springen, ohne das da ein TAG oder ein HYPERLINK dazwischen wäre. Wisst Ihr was ich meine?

  11. Camilla sagt:

    Für mich sind zwei Dinge ausschlaggebend:
    1. Es ist nahezu immer greifbar. In der U-Bahn, im Wald, in der Bibliothek, im Bett, auf Arbeit, in der Chorprobe und sogar, wenn es mal keinen Strom, kein Handynetz und kein WLAN gibt, kann ich damit arbeiten. OK: wenn ich gerade meine Bahnen im Schwimmbad ziehe – dann nicht.
    2. Es ist geräuschlos. Es gibt ja kaum einen Computer, der nicht irgendein Geräusch macht, und darum mache ich meinen gerne einmal aus. OK, ein Smartphone macht vielleicht auch keinen Krach, aber 1. besitze ich (noch) keines und 2. kommt der nächste Grund ins Spiel:
    3. ich schreibe gerne von Hand und fühle mich damit freier, spontaner und kreativer, und vor allem schreibt es sich damit flüssiger als auf einer kleinen Smartphone-Tastatur. Ich kann auch schnell mal eine Zeichnung einfügen, was auf dem Computer, wenn man kein Grafiktablett hat, eine wenig intuitive und umständliche Geschichte ist. Handschriftlich “denke” ich auch kreativer, mutiger und mit mehr Tiefgang.
    4. Wenn ich eine Idee aus meinem Notizbuch in den Computer abtippe, dann ist das ein recht langsamer, aber für mich schon wertvoller Schritt der Überarbeitung.

    Ebooks können für mich auch nicht mit totem Baum mithalten. Nicht nur wegen der Haptik: Kann man in einem e-book einfach mal den Daumen zwischen die Seiten klemmen und ein paar Seiten zurückblättern?

  12. Christian sagt:

    @Michael: stimmt. Das Abspielgerät beim Notizbuch wird es noch lange geben.

    @Mike: kenne ich und kann ich nachvollziehen. Ich mag dieses ziellose Stöbern v.a. bei gedruckten Zeitungen. Deshalb glaube ich auch, dass die gedruckte Zeitung das rein zur Informationsverarbeitung dienende e-Book überleben wird

    @Camilla: danke für deine ausführlich Rückmeldung. Punkt 3 finde ich für mich persönlich auch sehr wichtig.

  13. Lukas sagt:

    Bei mir wird es bei den kleinen Notizblättern bleiben, bin irgendwie kein Freund von dicken Büchern die ich mit mir rum schleppen muss.

  14. Christian sagt:

    @Lukas: vielleicht kann dich ich dich im Blog ja vom Gegenteil überzeugen :-) Würde mich freuen.

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