heise online berichtet in E-Books lesen sich langsamer als gedruckte – aber nicht viel von einer Studie des Usability Papstes Jakob Nielsen, den die Webdesigner unter euch sicher kennen: iPad and Kindle Reading Speeds.
Ich weiß nicht, inwieweit man die Ergebnisse mit 32 Leuten als repräsentativ nennen kann, aber das Ergebnis ist doch interessant.

[…] The iPad measured at 6.2% lower reading speed than the printed book, whereas the Kindle measured at 10.7% slower than print. However, the difference between the two devices was not statistically significant because of the data’s fairly high variability. […] Thus, the only fair conclusion is that we can’t say for sure which device offers the fastest reading speed. In any case, the difference would be so small that it wouldn’t be a reason to buy one over the other. […] But we can say that tablets still haven’t beaten the printed book […]

Mir persönlich geht es auch so: ich lese analog sehr viel schneller als digital, v.a. im Vergleich zwischen PC und Tageszeitung. Das diagonale Schnelllesen in einer gedruckten Tageszeitung ist für mich durch kein noch so tolles digitales Format am PC oder gar dem iPad (habe ich mir angeschaut, s. Warum wir Notizbücher nutzen) zu ersetzen. Was mir am analogen Lesen ebenfalls sehr gut gefällt: man liest eher auch Artikel zu Themen, die man im Internet nie angeschaut hätte. In der digitalen Welt filtert man die Ergebnisse sehr schnell auf das eigene Interessensgebiet und liest selten Artikel zu Themen, die außerhalb der eigenen Wahrnehmung liegen. Gründe: 1) man sucht nicht danach. Wie auch? Man weiß ja nicht, was man suchen soll. 2) Selektive Aufmerksamkeit: Artikel zu einem Thema, das einen interessiert, verlinken meist auch Artikel, die ähnliche Themen haben. Das passiert mit einer Tageszeitung nie!

Soweit zum Lesen. Doch was ist mit dem Schreiben? Kann man Notizen schneller analog erfassen als digital? Und kann man die alten Notizen analog schneller lesen als digital? Meine persönliche Erfahrung: es fällt schwerer in einem Stapel Notizbüchern nach einer bestimmten Seite zu suchen als digital. Lesen geht aber viel schneller und – analog zum Lesen in einer Zeitung – man stolpert über Themen, die man längst vergessen hätte und die einen spontan wieder inspirieren.

Was sind eure Erfahrungen?

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4 Antworten
  1. thomas sagt:

    zum schreiben: ja, digtal aufbewahren, einordnen und wiederfinden ist besser. nein, weil von hand schreiben meiner erfahrung nach meinem ‚denktempo‘ entspricht…ein dilemma.

  2. Nimue sagt:

    Oooch… ich hab einen ebookreader, mit dem les ich sogar schneller als analog. (das pocketbook 360°). Und vor allem angenehmer. Das Teilchen wiegt knapp 160 g, ich kann die Schriftgröße verstellen (je nach Lichtverhältnissen und Ermüdung der augen) und zur Not paßt das Goldstückchen auch in die Gesäßtasche meiner Jeans. Ohne Speichererweiterung bekomme ich geschätze 5000 Ebooks drauf (für Vielleser für mich natürlich genial) und selbst bei exzessiven Lesen muß ich den Akku erst nach ca. 2 Monaten wieder aufladen. Für mich ist digital echt viel besser.

    Schreiben tu ich aber lieber analog 🙂

  3. Maria sagt:

    Wenn ich digital schreiben würde, fehlten mir einige Dinge. Da wäre die Haptik – Papier und Stifte anfassen ist viel schöner als Kunststofftasten zu klicken. Da bin ich sehr nostalgisch und auch einfach ein Narr. Papier ist vielleicht sogar DAS wichtigste Material in meinem Leben.
    Zudem finde ich es viel sympathischer, in einem Notizbuch nach alten Einträgen zu blättern und dadurch vielleicht auf Dinge zu stoßen, die man schon wieder vergessen hat. Das kann beim digitalen Suchen nicht passieren. Und wer scrollt schon gern durch Notizen, wenn er blättern kann?
    Zu guter letzt geht es bei mir auch analog wirklich schneller. Listen, Tabellen und so Zeug, da sind ein paar Striche gemacht und schon ist’s fertig. Und Skizzen lassen sich auch viel besser einfügen.

  4. Christian sagt:

    @Maria: die Haptik, klar … und Skizzen sind wirklich schneller im Notizbuch gemacht.

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