Meine Netzüberwachung bescherte mir den Link auf
Handschriftenfragment in Wirtshaus entdeckt
. Dort wird ein Artikel der Mittelbayerischen Zeitung vom 25.01.2011 als PDF verlinkt, der von einem Sensationsfund berichtet:

[…] ein Büchlein mit einem prächtigen Pergamenteinband: Das Notizbuch der Leinweber-Innung, das auf das Jahr 1685 datiert ist, ist an sich schon ein lokalhistorischer Schatz […]

Ein Notizbuch, das über 300 Jahre alt ist, beeindruckend. In 300 Jahren wird sicher niemand mehr dieses Blog lesen, aber eure Notizbücher könnten die Zeit vielleicht überdauern. Vielleicht sollte man mal einige Notizbücherluftdicht einpacken und vergraben. Zukünftige Archäologen werden sicher begeistert sein.

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Kategorie: Kurzmeldungen  Tags:
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6 Antworten
  1. Calculi sagt:

    Interessant! Aber welches Papier unserer Zeit kann so viele Jahre auch luftdicht eingepackt unversehrt bleiben?

  2. Christian sagt:

    @Calculi: keine Ahnung 🙂 Aber wenn man es früher geschafft hat solches Papier herzustellen, müsste man es heute wieder in der Qualität schaffen.

  3. T-M sagt:

    Natürlich kann man es, und man tut es auch. Es gibt alterungsbeständiges (holzfreies, säurefreies) Papier. Wobei heutiges Papier im allgemeinen wohl schon dauerhafter ist, als das aus der Zeit der Industrialisierung, als die industrielle Herstellung von Papier erstmals im großen Stil durchgeführt wurde.

    Bei einigen Büchern steht mittlerweile vorne sogar drin: „Gedruckt auf säurefreiem Papier.“ Ob auch bei Notizbüchern darauf geachtet wird, weiß ich allerdings nicht. Wenn nicht, ist es schwer zu sagen, wie lange sie halten.

    Denn wenn ich es richtig verstanden habe, ist das größe Problem bei der Dauerhaftigkeit von Papier der sogenannte „Säurefraß“, der dadurch kommt, dass das (industriell hergestellte) Papier säurehaltig ist und dadurch irgendwann einfach zerfällt.

    Falls es jemanden interessiert: Auf http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/grundlagen/herst-dessauer2.html steht einiges über die längerfristige Haltbarkeit von Papier und die Ursachen, die zum Papierzerfall führen.

    Noch etwas: Metallteile am oder im Papier (Tackerklammern, Büroklammern etc.) sind generell keine gute Idee, die rosten früher oder später und zerstören das Papier.

    (Ich bin allerdings auch kein Fachmann dafür, ich habe mich lediglich mal interessehalber etwas damit befasst, weil ich wissen wollte, wie viel von dem, was ich geschrieben habe, in einigen Jahrhunderten überhaupt noch übrig bleiben kann, und weil ich mich mal eine Weile lang (theoretisch) mit alten Büchern befasst habe.

    Allerdings: Vergraben würde ich Notizbücher auf keinen Fall in der Hoffnung, dass sie in einigen Jahrhunderten wieder ausgebuddelt werden. Selbst wenn sie zunächst luftdicht verpackt sind, ich es schwer, auszuschließen, dass sie im laufe der Jahrzehnte nicht doch feucht werden, und Feuchtigkeit zerstört Papier sehr schnell. Und ich wüsste nicht, dass man irgendeo mal ein altes Buch wirklich ausgegraben hätte. Die halten sich unter diesen Bedingungen einfach nicht.

    Am besten ist es wohl, man bewahrt sie an einem kühlen, trockenen Platz auf, oder zumindest einfach z. B. im Bücherregal. Dazu müsste man sie aber wohl den Nachkommen anvertrauen, und hoffen, dass diese sie nicht einfach entsorgen. Und eine „Überraschung“ für zufällige Finder wird so auch nicht draus.

    Dazu wären wohl am ehesten Räume wie z. B. ein Dachboden geeignet, vorrausgesetzt natürlich, das Dach ist dicht, es kommen keine Tiere wie z. B. Ratten dran und sie werden gefunden, bevor irgendwann das Haus abgerissen und entsorgt wird. (Das Notizbuch, um das es hier geht, lagerte ja auch auf einem Dachboden.)

    Am besten geeignet zur Aufbewahrung wären sicherlich größere Bibliotheken oder Archive. Die kennen sich aus mit so etwas und wissen, wie man Bücher am besten längerfristig aufbewahrt, ohne dass sie Schaden nehmen. Allerdings muss man wohl schon mindestens eine mittelgroße Berühmtheit sein, bevor die sich dafür interessieren.

    Es gibt zwar z. B. das Deutsche Tagebucharchiv, das vielleicht auch an zumindest „tagebuch-ähnlichen“ Notizbüchern interessiert wäre, aber das ist relativ neu und klein, und so sehr ich es auch gut finde, dass es so etwas gibt: Was damit in den nächsten 100 Jahren passieren wird, ist nicht annähernd abzusehen. (Allerdings weiß man das auch bei größeren Archiven und Bibliotheken nicht sicher, man denke an Köln und Weimar.)

    Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er Wert darauf legt, dass seine Notizbücker und ähnliche Schriftstücke auch nach dem eigenen Tod langfristig erhalten bleiben, und was er dafür unternimmt. Letztendlich bleibt es so oder so ein Glücksspiel, dessen Ausgang man wohl nicht mehr erlebt.

    Ich für meinen Teil fände es allerdings schon ganz schön und spannend, wenn man noch in 100 Jahren lesen könnte, was ich im laufe der Zeit geschrieben habe (und sich über die schreckliche Handschrift ärgert). Das wäre mein Leben nicht ganz spurlos an der großen Welt vorüber gegangen. Was ich unternehme, um das zu unterstützen, weiß ich allerdings noch nicht. Ich habe aber (hoffentlich) noch genügend Zeit, mir Gedanken dazu zu machen.

    Oh weh, das ist wieder ein Roman von einem Kommentar geworden. man merkt, ich schreibe (manchmal) wirklich zu gerne. 😉

  4. Christian sagt:

    @T-M: danke für die vielen, vielen Infos! Du solltest mal einen Gastbeitrag im Notizbuchblog schreiben und dein Wissen nicht in den Kommentaren verstecken 🙂 Schick mir einfach eine Mail …

  5. T-M sagt:

    Einen Gastbeitrag? Über die Haltbarkeit von Papier? Damit habe ich nun so gar nciht gerechnet, ich dachte, ich bkäme vielleicht einen auf den Teckel für einen so überlangen Kommentar. 😉

    Ich habe noch nie einen Gastbeitrag für irgendein Blog geschrieben, aber ich denke, allzu schwer wird es nicht sein, das oben gesagte noch einmal so zu schreiben und zu überarbeiten, dass es passt, falls es jemanden interessiert.

    Allerdings, wie schon oben erwähnt: Ich bin weder Fachmann für Bestandserhaltung noch Restaurator oder Buchbinder oder sonst ein Experte in dieser Hinsicht. Ich bin lediglich jemand, der gerne wissen wollte, was von seinen Aufzeichnungen eines fernen Tages eventuell noch vorhanden ist und sich vor einer Weile ein in bisschen durchs Internet gewühlt hat auf der Suche nach Informationen zu dem Thema.

    Letztendlich geht es mir da genauso wie in so vielen anderen Bereichen, die mich interessieren oder einmal interessiert haben: ich weiß etwas darüber, aber lange nicht so viel, wie jemand, der sich lange und ausgiebig damit befasst hat oder beruflich damit zu tun hat, und dieses Wissen ist hauptsächlich auf die Theorie beschränkt, statt auf die Praxis.

    Aber falls dennoch Interesse besteht: Ich denke schon, dass ich etwas schreiben kann, zumal ich diese Woche etwas mehr Zeit habe.

  6. T-M sagt:

    Nachtrag: *grummel* Aber nicht mehr heute Abend, der Zulässige Tippfehler-Grenzwert wird durch mich offensichtlich bereits deutlich überschritten. Ein Beleg für meine Theorie, dass die Rechtschreibung nur bis Mitternacht hält. 😉

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