Wieso in der allzu einen Person?
Der und nicht andren? Was tu´ ich hier schon?
Am Tag, der ein Dienstag? Im Haus, nicht Nest?
In Häuten statt Schuppen? Gesicht statt Blatt?
Nur einmal persönlich? Und immer statt?
/…/
Allein hier bei mir und mit mir? Wie denn?
Nicht nebenan oder meilenweit weg,
nicht gestern und nicht vor Jahrhunderten
sitze und blick´ ich ins leere Eck
/…/

Selten hält man inne und fragt, wer man ist und warum oder wie viele. Meistens klären das die anderen, der Alltag, der ganz normale Wahnsinn, der pausenlose. Dann aber die Pause. Die Verwunderung: warum bin ich hier und nicht in Hollywood oder im Bundestag oder auf dem Pilgerweg? Warum zu Beginn des 3. Jahrtausends?
Kleine Gedankenspiele. Eine andere sein, in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort dieses Universums. Der Blick ins Leere. Komische Sache, wie Dinge zusammen hängen.
Das Telefon klingelt. Pause vorbei.
Das Buch zuklappen, doch in Griffweite liegen lassen. Nein, es geht nicht um das Tagebuch, auch nicht um meine lyrische Verdichtung des Tagebuchdienstags (schön wär´s!).
Der heutige Beitrag ist meine Verbeugung vor der polnischen Dichterin und Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska (Wikipedia), die vor einer Woche im Alter von 88 Jahren gestorben ist.
Nebenbei ist es eine Buchempfehlung für Innehalter, Sprach- und Schreibfreudige: das Gedicht „Verwunderung“ stammt aus dem Gedichtband Hundert Freuden (Werbelink), suhrkamp Taschenbuch, 1996. Solltet Ihr das Buch kennen oder ihre Gedichte, lasst uns gemeinsam wundern!

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