Manchmal denke ich darüber nach, was ich schreiben würde, schrieb ich täglich Tagebuch. Natürlich nicht so eins, das dem späteren Ruhm zu dienen hat, sondern ein echtes…

So beginnt der Blogeintrag des Kulturwissenschaftlers Norbert W. Schlinkert. Er räsoniert über die Unterschiede zwischen dem „echten“ privaten Tagebuch und dem „fiktiven“, dem öffentlichen, also dem Weblog. Dann fragt er sich, was er in ein echtes Tagebuch überhaupt schreiben würde. Den Kommentar von Phyllis dazu finde ich sehr erhellend:

„…Ein privates Tagebuch zu führen: Manchmal vermisse ich das. Seitdem ich TT mache, liegt mein Tagebuch brach. Mir war damals nicht klar, dass das Weblog sich so auswirken würde. Das Zwiegespräch mit sich selbst, der Gang nach Innen wird ersetzt von diesem (für mich immer noch erstaunlichen) Gefühl, sich mit der öffentlich dargebrachten Gabe ein bißchen mit der Welt, den Anderen vermischen zu können….“

Darauf Herr Schlinkert:

„…Insofern fehlt uns, die wir ein persönliches Blog machen, die Tagebuch-Stufe, wir schreiben “es” direkt öffentlich, dabei aber bereits verklausuliert und somit schon ohne die Ausschläge nach ganz oben und unten, die allenfalls ahnbar sind. Wir sind Autoren unserer selbst und vergessen womöglich, dem Text ein Original als Basis zu geben – ist das so? Darüber wäre nachzudenken!“

Nachzulesen im Blog von Norbert W. Schlinkert

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Kategorie: Tagebuch  Tags: ,
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3 Antworten
  1. Marita sagt:

    Ich unterscheide hier ganz bewusst. Ich habe ein Tagebuch, bzw. ein kreative Erkenntnis- und Lebensbuch. Darin wird geschrieben, gemalt, geklebt, gestempelt – und zwar ohne den Anspruch auf Schönheit. Hier darf alles sein, es gibt keine Zensur, auch nicht inhaltlich. Alles an Gedanken und Gefühlen kommt hier hinein. Damit das aber alles möglich ist, muss es vertraulich bei mir bleiben. Das sind meine intimsten Gedanken, manchmal auch Ideen usw. und die gehen niemanden etwas an.

    Parallel dazu habe ich einen Blog. Hier bin ich zwar nicht so aktiv, wie es mir wünschen würde, aber es gibt ihn zumindest auch wenn er noch im Entwicklungsstadium ist. Hier überlege ich mir schon, was ich schreibe, schließlich will ich meine Leser nicht mit meinem unausgegorenen „Gedankenmist“ behelligen. Hier schreibe ich über meine kreativen Hobbys und manch andere Dinge, die meine Aufmerksamkeit fesseln.

    Ich trenne hier und finde das auch in Ordnung. Ansonsten wäre ich in meinen Gedanken nicht wirklich frei und offen.

    Gruß
    Marita

  2. Angelika sagt:

    was, wenn eine Entscheidung nötig wäre: entweder Blog oder privates Tagebuch? Wofür würdest du dich entscheiden und warum?
    Fragt Angelika

  3. Marita sagt:

    War die Frage an mich gerichtet? Dann würde ich dem Tagebuch den Vorzug geben. Denn das dient in erster Linie mir selbst und meiner persönlichen Entwicklung. Das hat absoluten Vorrang. Diese Art von Selbst-Reflexion ist für mich lebens-notwendig. Ich brauche dazu nicht wirklich ein Buch, da hätte ich viel zu tun, aber es ist ein kreatives Element und guter Freund und als solches möchte ich es nicht missen 🙂

    Viele Grüße,
    Marita

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