Leser Manfred schickte mir den Link auf eine tolle Initiative in Lübeck: Handys aus! Postkarten statt SMS. Wie so oft entstand die Aktion aus einem persönlichen Erlebnis:

[…] Erst wenige Wochen ist es her, da besuchte Jana Nitsch die Kneipe Gang 56 in der Marlesgrube. „Dort kamen drei Mädchen herein, die feiern wollten“, sagt die 29-Jährige. „Tatsächlich saßen sie dann aber nur mit ihren Smartphones am Tisch und haben kein Wort miteinander geredet.“ Eine Szene, die die Goldschmiedin, die ein Atelier in der Kanalstraße betreibt, zum Nachdenken brachte. […]

Das Nachdenken führte zur Idee, die ich für kopierenswert halte (aber Achtung: der Name „Tintenpoet“ ist bestimmt schon geschützt):

[…] „Und langsam wuchs die Idee in mir: Warum nicht mal einen Abend in der Kneipe nur Postkarten statt SMS schreiben?“ […]

So entstand die „Tintenpoeten“-Idee, die sogar von Leuchtturm1917 unterstützt wird:

[…] Der Verlag Leuchtturm 1917 hat sich bereit erklärt, Adressbücher mit dem Tintenpoeten-Logo zu erstellen. […]

Nun lassen die Lübecker Kneipengänger ihre Handys öfter mal aus und schreiben Postkarten und die Motivation für das Analoge ist die gleiche wie immer: Haptik und Optik:

[…] „Das werden Kurznachrichten, an denen sich der Empfänger haptisch und visuell erfreuen kann“, sagt Nitsch. Die geschriebenen Postkarten können dann direkt in die extra vor Ort aufgestellten Postkästen eingesteckt werden. Ehrenamtliche Boten holen die Kästen anschließend ab, um die Fracht gesammelt zur Post zu bringen. […]

Sehr schöne Idee finde ich. Es gibt in Kneipen ja auch häufig die Freecards, die allerdings werbemotiviert sind und nicht mit einem speziellen Briefkasten zum direkten Mitmachen animieren.

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Eine Antwort
  1. wortmeer sagt:

    In Berlin macht die komische Oper das auch. Da kann man in der Pause kostenfrei Postkarten grüße auf schönen karten der Oper versenden.
    Tolle Idee.

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