Die Firma manaomea stellt nachhaltige Produkte für Schreibwarenfans her, darunter ein Mäppchen und zwei Stifte. Einer davon, „die Königin“ hat den „European Ethical Design Award & PSI Sustainability Award 2016“ gewonnen. In der Pressemeldung zum Baumwollbleistift heißt es:

[…] Entwicklung des ersten Baumwollbleistifts „Die Königin“. Die innovativen Textilbleistifte haben es nämlich in sich wenn es um die Schonung von Ressourcen geht. Sie werden fair und ökologisch nach einem patentierten Verfahren gefertigt. Auf Holz wird dabei vollständig verzichtet. Genutzt werden Biopolymere aus Agrarabfällen sowie nachwachsende Naturfasern wie Baumwolle oder Flachs aus biologischem Anbau. Die verarbeiteten Naturfasern sind nach IVN Best, Fair for Life, GOTS und OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert. Über den fairen und biologischen Materialeinkauf hinaus soll die Wertschöpfung bei den Erzeugern vor Ort in Indien und Uganda durch die geplante
Endfertigung vor Ort gesteigert werden. […]

Leider kann man zu dem Zeitpunkt, zu dem ich den Artikel schreibe, nur das Mäppchen im Online-Shop bestellen, den Stift aber nicht. Der Stift wird über ein Crowdfunding Projekt bei startnext finanziert – dort könnt ihr euch also beteiligen.

baumwollbleistift

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4 Antworten
  1. Uwe sagt:

    So schön dieser Stift auch sein mag, hier lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen, denn ein Schreibgerät, das wie dieses als besonders ökologisch gepriesen wird, sollte skeptisch machen:

    manaomea schreibt in ihrem Blog: „Die Königin zum Beispiel besteht aus Bio-Baumwolle und kommt aus Afrika. … So wie die Königin wird jeder unserer Bleistifte aus frischen Textilfasern …“

    Also keine alte Kleidung, wie es am Anfang heisst, sondern frische Baumwolle aus Afrika.

    Dazu schreibt der Nabu: „Allein in Westafrika leben über 15
    Millionen Kleinbauernfamilien von der Baumwolle. Ihre Produktion ist gering, da Ressourcen und Wissen fehlen und die Böden ausgelaugt sind.“

    Und zum Wasserverbrauch: „Für ein Kilogramm Baumwollfasern wird ein Kubikmeter Wasser benötigt. … Ein prominentes Opfer ist der Aralsee, der durch den intensiven Baumwollanbau weitgehend ausgetrocknet wurde. Die beregneten Flächen versalzen, das Wasser fehlt als Trinkwasser.“

    [Quelle: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/hintergrund/baumwolle_hintergrund.pdf%5D

    Wie übrigens auch in Afrika, das nicht eben für seinen Reichtum an Trinkwasser bekannt ist.

    Baumwolle ist also keineswegs der sooo viel ökologischere Rohstoff als Holz!

    Und ganz nebenbei – auch so ein Ding, mit dem manaomea Öko-Werbung macht: Blei ist schon lange nicht mehr in Bleistiften, eigentlich müßte er „Graphitstift“ heissen – aber es klingt ja gut, wenn man damit wirbt, dass kein Blei in seinem Bleistift ist …

    Was lernen wir daraus? Bei Öko/Bio/Fair-Produkten sollte man ganz genau hinschauen und nachdenken, unser ökologisches Gewissen wird viel zu oft missbraucht, um Lifestyle-Produkte zu verkaufen. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber dann sollte man sie auch als solche vermarkten.

  2. Uwe sagt:

    P. S. Der Link zur Nabu-Quelle ist leider fehlerhaft im Blog gespeichert worden, hier noch einmal der intakte Link:

    https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/hintergrund/baumwolle_hintergrund.pdf

  3. @Uwe: danke für den Hinweis. Ich hätte erwartet, dass die auf der Seite erwähnten Zertifizierungen zumindest gewisse Standards sicherstellen. Aber Nachfragen schadet sicher nichts.

  4. Uwe sagt:

    @Christian: ja, das sollte man meinen. Allerdings wird heute geradezu inflationär zertifiziert, so dass kaum noch jemand dahinter schaut, was im Rahmen der Zertifizierung von wem nach welchen Kriterien geprüft wird.

    Am aktuellen Beispiel einmal näher hingeschaut:

    Der „PSI Sustainability Award 2016“ ( siehe https://www.psi-network.de/de/PSI-Network/PSI-Sustainability-Awards/957/ ) wird vom „PSI – Promotional Product Service Institute“ (Träger: eine Werbeartikelgesellschaft mbH) verliehen, einem Netzwerk der Werbeartikelwirtschaft. Das ist nicht unbedingt der Ort, wo ich nach Kompetenz in puncto Umweltfreundlichkeit suchen würde.

    Und der „European Ethical Design Award“ wird von European Design verliehen, ebenfalls einer Lobbyorganisation, diesmal für Industriedesign, mit Sitz in Griechenland. In der Jury sitzen jede Menge namhafte Fachleute aus allen Bereichen von Industrie und Handwerk, aber nicht ein einziger Umweltwissenschaftler ( http://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/fileadmin/user_upload/dnk/dok/analysen/European_Ethical_Design_Award.pdf ).

    Hier feiern sich also die Branchen gegenseitig selbst und hängen sich schön klingende Auszeichnungen um, die nach Ethig und Ökologie klingen. Gutes Marketing ist eben alles, aber das macht diesen Stift halt leider nicht so umweltfreundlich, wie uns das die Hersteller gerne weis machen möchten.

    Und nein, ich bin kein Ökofreak, nur ein kritischer Verbraucher, der sich immer wieder einmal über irreführende Werbung ärgert. 🙂

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