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Erinnert ihr euch über den Bericht zu Pensaki – Handschrift vom Roboter? Ich meine nicht das Lernen der Handschrift durch Computer, worüber ich neulich berichtetet, sondern diesen Dienst, bei dem ein Roboter Aufträge ausführt, in denen ein Text handschriftlich niedergeschrieben werden soll.

Pensaki selbst hat sich nun mit einer handgeschriebenen Karte für meinen Blogartikel bedankt. Es hat tatsächlich gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich hier eine Karte in der Hand halte, deren Inhalt ein Mensch verfasst hat, die aber ein Roboter niedergeschrieben hat. Eine unglaubliche Qualität, ich war beeindruckt. Hier zwei Fotos (die Schmiererei ist von mir, die Karte selbst war tadellos)

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Wenn Computer die Handschrift lernen und als deren Rettung angekündigt werden, dann stimmt was nicht. Ich rede nicht von Handschrift per Roboter wie bei dem im Blog schon vorgestellten Service von Pensaki. Es geht hier um neuronale Netze, die die Handschrift lernen. Im Artikel When Handwriting Dies, Neural Networks Will Be The Only Calligraphers Left wird ausführlich darüber berichtet. Man muss schon sehr technologieafin sein, um das “pretty cool” zu finden:

[…] It’s pretty cool stuff that makes me wonder when we’ll start seeing our first neural network designed fonts. […]

Man kann den trainierten Computer online ausprobieren. Hier mein Test:

Verrückte Geschichte. Aber ich schlage vor, dass wir lieber die Handschrift als Kulturtechnik erhalten und die Computern aus rein technischem Interesse über neuronale Netze das Schreiben beibringen – und nicht als Ersatz für uns.

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‘Handwriting is an extension of who we are’ ist ein Artikel aus dem Jahr 2013, aber gerade in letzter Zeit begegnen mir häufiger Artikel wie dieser, die sich um das Thema Handschrift (“handwriting”) oder ganz speziell um Schreibschrift (“cursive”) drehen.

Ein Stiftladen in Cambridge versucht mit speziellen Handschriftkursen die Kunst der Handschrift zu bewahren. Neben der Kulturtechnik, scheinen die Ladeninhaber auch den Entschleunigungseffekt zu schätzen. der beim Schreiben von Hand einzutreten scheint:

[…] “When people come into the store, their pace of life slows down,” Duggal says. “I make tea all the time.” […] “I think it slows our thought processes down, especially when you use a fountain pen.” [...]

Das beste Mittel, dem Aussterben der Handschrift zu begegnen, ist es, selbst viel mit der Hand zu schreiben.

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Wörtlich übersetzt heißt der Titel des Artikels Ten Reasons People Still Need Cursive “10 Gründe warum Leute immer noch die Schreibschrift” brauchen. Ich hatte allerdings beim Lesen das Gefühl, dass es der Autorin um einen darum geht, die positiven Effekte der Handschrift als solche zu beschreiben, und indirekt vielleicht auch darum zu ergründen, warum Notizbücher immer noch so begehrt sind, wo man doch überall die digitalen Helfer findet, mit denen man auch Notizen machen kann.

Sie listet diese zehn Gründe auf

  1. Schreischrift hilft, Informationen zusammenzufühen
  2. Wenn man Dinge ausführlich niederschreibt, lernt man zu Schreiben – angeblich gibt es nämlich einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Handschrift und der Qualität des Geschriebenen
  3. Mehrschriftlichkeit (Druckschrift, Schreibschrift, schnelle Notizen, …) hilft beim Textverständnis
  4. Man lernt besser, wenn man Dinge niederschreibt
  5. Handschrift unterstützt kognitiver Entwicklung, Selbstbewusstsein und akademischem Erfolg
  6. Schreibschrift hilft Menschen mit Lese-/Schreibschwäche
  7. Handschrift reduziert Zerstreuung und fördert die Kreativität
  8. Handschrift hält unser Gehirn im Alter fit
  9. Wenn man von Hand schreiben kann, kann man wahrscheinlich auch Schreibschrift lesen – eine Fähigkeit, die scheinbar immer mehr verloren geht
  10. Individuelle Schreibschrift ist etwas Schönes und Einzigartiges

Die Gründe belegt sie mit Links zu Studien und Zitaten aus dem Web.

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In Aufschreiben! Warum es Sie erfolgreicher macht versucht der Autor zu erläutern, warum Aufschreiben erfolgreich macht. Natürlich werden die beiden bekannten und erfolgreichen Personen Richard Branson und Warren Buffet als Beispiele genannt. Aber auch diese Punkte sollen belegen, dass Schreiben erfolgreicher macht:

  1. Schreiben macht glücklicher
  2. Schreiben verbessert die eigene Kommunikation
  3. Schreiben hilft beim Verarbeiten von Ereignissen
  4. Schreiben trainiert das Gedächtnis.
  5. Schreiben erhöht die Dankbarkeit
  6. Schreiben schließt Aufgaben ab.

Als Belege werden einige Studien verlinkt. Details findet ihr im Artikel.

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In letzter zeit sind mir wieder einige Berichte über den Weg gelaufen, die vom Notizenmachen berühmter Leute berichten. Einen beachtlichen Artikel hat einer von ihnen selbst geschrieben. Richard Branson schreibt in Take note, it’s time to take notes von seinen Erlebnissen, als er nicht genügend Schreibpapier hatte und dann auf alles notiert hat, was er auffinden konnte:

[…] I recently met with 30 chief executives for a dinner-table conversation […] yet I was the only person who took notes the entire time – and boy did I take notes, I ran out of white space and had to write over my notes, my hotel notepad, my report and even my name tag! [...]

Er schreibt auch er weiß nicht, was er erreicht hätte im Leben, wenn er nicht immer Notizen gemacht hätte:

[…] Note taking is one of my favourite pastimes. I can’t tell you where I’d be if I hadn’t had a pen on hand to write down my ideas […]

Schöner Bericht.

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Fetischismus, das ist die “Verehrung bestimmter Gegenstände im Glauben an übernatürliche Eigenschaften”, sagt Wikipedia. Ein Artikel, den mir @filomaniac zugeschickt hat, versucht zu erklären, warum erwachsene Frauen einen Schreibwarenfetischismus pflegen: Why grown women really fetishise stunning stationery. Der Artikel hat eine psychologische Erklärung für das Phänomen:

[…] The back-to-school feeling we enjoy while shopping for stationery expresses our desires for control and independence, according psychologist Emma Kenny. “As children we have few options for controlling our environment or expressing our individuality. Stationery is a way of doing this,” she says. […]

Aber auch die gute alte Handschrift ist ein Argument:

[…] “A handwritten invitation can generate anticipation and excitement in a way that text messages, emails and social media cannot,” says Jones. […]

Und das gute alte Notizbuch mit seiner Ahnung, dass das Schreiben auf ein Blatt Papier dem Geschriebenen mehr Wert gibt:

[…] When it comes to notebooks and journals however we’re often attaching deep meaning to the literal blank sheet of paper. […]

Das hört sich alles logisch an, aber warum soll das in erster Linie auf erwachsene Frauen zutreffen? Warum kaufen denn Männer (und spezielle erwachsene Männer) Notizbücher und schreiben von Hand? Was meint ihr? Freue mich auf eure Kommentare unter dem Artikel.

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Die FAZ erklärt in ihrer Reihe “Wie erklär ich’s meinem Kind” vor einiger Zeit Warum wir noch lernen, mit der Hand zu schreiben.

Schöne kurze Erklärung, die zuerst die Annahme der Kinder aufgreift (aber ist denn mit dem Computer nicht alles besser geworden) und diese dann mit einer Studie und einer Erklärung aus dem Alltag (Wasser über die Tastatur) zu entkräften versucht.

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Wie schon häufiger, fand ich auch dieses Mal wieder einen “analogen” Artikel in einem der großen amerikanischen Tech-Blogs: 7 ways writing by hand can save your brain. Die sieben genannten Effekte sind

  • Handschrift beruhigt
  • Handschrift koordiniert linke und rechte Gehirnhälfte
  • Handschrift befördert kognitive Fähigkeiten
  • Handschrift befördert Kreativität
  • Handschrift bremst die Alterung des Gehirns
  • Handschrift nutzt das Gehirn intensiver als Schreiben auf der Tastatur

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In letzter Zeit gab es einige Zeitungsartikel zum Thema Handschrift und Schreibschrift, u.a. ausgelöst durch die Meldungen aus Finnland, wonach die Schüler dort mehr digitales Schreiben mit der Tastatur lernen sollen. In Schreibenlernen
Arme Sprache
plädiert die Autorin für den Erhalt der Schreibschrift und argumentiert, dass Schüler durch das Nichterlernen der Schreibschrift dümmer würden:

[…] In immer mehr Grundschulen wird Druckschrift nicht nur als erste, sondern als einzige Schrift gelehrt. Für die Schüler soll alles einfacher werden. Tatsächlich werden sie dadurch dümmer. […]

Interessant sind nicht nur der Artikel, sondern auch die Kommentare darunter. Sagt mir eure Meinung in den Kommentaren und in der folgenden Umfrage:

 
Muss die Schreibschrift in der Schule gelehrt werden?

 

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