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Wie schon häufiger, fand ich auch dieses Mal wieder einen “analogen” Artikel in einem der großen amerikanischen Tech-Blogs: 7 ways writing by hand can save your brain. Die sieben genannten Effekte sind

  • Handschrift beruhigt
  • Handschrift koordiniert linke und rechte Gehirnhälfte
  • Handschrift befördert kognitive Fähigkeiten
  • Handschrift befördert Kreativität
  • Handschrift bremst die Alterung des Gehirns
  • Handschrift nutzt das Gehirn intensiver als Schreiben auf der Tastatur

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In letzter Zeit gab es einige Zeitungsartikel zum Thema Handschrift und Schreibschrift, u.a. ausgelöst durch die Meldungen aus Finnland, wonach die Schüler dort mehr digitales Schreiben mit der Tastatur lernen sollen. In Schreibenlernen
Arme Sprache
plädiert die Autorin für den Erhalt der Schreibschrift und argumentiert, dass Schüler durch das Nichterlernen der Schreibschrift dümmer würden:

[…] In immer mehr Grundschulen wird Druckschrift nicht nur als erste, sondern als einzige Schrift gelehrt. Für die Schüler soll alles einfacher werden. Tatsächlich werden sie dadurch dümmer. […]

Interessant sind nicht nur der Artikel, sondern auch die Kommentare darunter. Sagt mir eure Meinung in den Kommentaren und in der folgenden Umfrage:

 
Muss die Schreibschrift in der Schule gelehrt werden?

 

Ergebnisse anschauen

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Noch im Dezember hatte ich in Verblöden uns Computer die Frage gestellt, ob es sowas wie digitale Demenz gibt und einen Artikel verlinkt.Nun gab es Anfang Januar in Spiegel Online den Artikel Computer und Gehirn: Der Mythos von der digitalen Demenz, in dem das potenzielle Phänomen der digitalen Demenz wieder angezweifelt wird.

[…] “Das (digitale) Abspeichern von Daten, die man sich sonst merken müsste, erleichtert das Lernen neuer Informationen”, schreiben die Forscher im Fachblatt “Psychological Science”. Wie ein digitaler Besen schafft der digitale Speichervorgang Raum für neuen Stoff im Oberstübchen. […]

Nun könnte man spontan meinen, dass es egal sein sollte, ob man die Dinge digital oder analog auslagert, und tatsächlich argumentiert so ein Forscher aus Bielefeld:

[…] Auch der Psychologe Hans Markowitsch von der Universität Bielefeld empfiehlt, Dinge, die man nicht akut parat haben muss, getrost externen Speicherorten anzuvertrauen. An eine besondere Qualität der uns ständig umgebenen digitalen Speichermöglichkeiten glaubt er allerdings nicht. Den gleichen Effekt hätte man “natürlich auch mit Notizblock oder Kreidetafel gefunden”, sagt er. […]

Aber die amerikanischen Forscher sagen, dem ist nicht so. Warum? Weil das Gehirn sich auf das Speichermedium verlassen können muss, bzw. auf die spontane Verfügbarkeit des Gemerkten.

[…] In weiteren Experimenten konnten sie zeigen, dass der Auslagerungseffekt nur dann funktioniert, wenn das Gehirn sich auf den externen Speicher auch verlassen kann. […]

Nun kann man sich fragen, wieso das digital besser funktionieren soll, als analog? Es stimmt, ich habe auch öfter ein Smartphone dabei als ein Notizbuch, aber für meine “akuten” Gedanken ist das kein Problem. Für große Mengen an Daten, die man in mehreren Notizbüchern verteilt hat, ist eine digitale Speicherform wahrscheinlich wegen des einfachen Suchens womöglich besser geeignet, weil das Gehirn sie als “verlässlicher”, weil spontan und einfach auffindbar, einstuft. Was meint ihr?

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Leser Gerd, eine zuverlässige Quelle für tolle Linktipps rund um das Thema “Schreiben”, hat mich auf den interessanten Artikel Leere beim Schreiben: Das weiße Blatt aufmerksam gemacht. Der Autor denkt darüber nach, wie sich die Gedanken beim Schreiben formen. Er sieht Analogien bei der freien Reden, wo sich die Gedanken oft auch nach und nach formen und “ein Wort das andere gibt”. Natürlich ist das Schreiben nicht so spontan und kann auch wieder korrigiert werden, gerade in Zeiten des digitalen Schreibens.
Dennoch ist das Dahinfließen der Handschrift ein Prozess, an dessen Anfang das Ende nicht immer ganz klar ist:

Es gibt – nach wie vor – ein Schreiben, durch das sich die Gedanken überhaupt erst im Prozess des Schreibens entwickeln.

Dabei spielt im Gegensatz zur Rede der Klang der Worte nur beim Stillen lesen eine Rolle, ansonsten aber auch die Worte, die als Schrift visualisiert sind:

Wenn der Prozess des Schreibens selbst kreativ ist, dann weiß man in dem Moment, in dem man den ersten Satz formuliert, nicht,wie der letzte Satz lauten könnte. Schreiben in diesem avancierten Sinn heißt nicht, Gedanken, Argumente, Überlegungen, Theorien in eine angemessene sprachliche Form zu bringen, sondern im Vertrauen auf die mögliche Eigendynamikdes Schreibens darauf zu bauen, dass aus dem Fortschreiben der Wörter die Gedanken und Ideen überhaupt erst entstehen

Er schließt den Text mit der Betrachtung, dass Schreiben heute eher unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet wird und nicht mehr so sehr als linearen Prozess. Er wünscht sich, dass diese Form des kreativen Schreibens, die zusehends in Vergessenheit gerät, nicht verlernt wird.

Ein interessanter Text, in dem man sich häufig wiederkennt und der viele Aspekte des eigenen Schreiberlebnisses treffend formuliert.

schreiben_gedanken

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Im Techie-Blog Mashable las ich den Artikel Write this down: Taking notes is your most underrated work skill. Die Autorin schreibt, dass das Notizen in vielerlei Hinsicht sehr praktisch und hilfreich sind, dass man aber wenig Anleitung bekommt, wie man Notizen handhaben soll:

All in all, taking notes is a really subtle, but powerful, way to make yourself more successful — but very few of us get any guidance on how to transition our note-taking style to work at work.

Den Eindruck hatte ich auch schon und das war auch einer der Gründe für mein E-Book. Die Autorin gibt einige Anregungen und Tipps in diesen drei Kategorien und beschreibt sie auch weiter:

1. Know when to take notes at work – 2. Find a note-taking style you love – 3. Organize your notes so you can revisit them later (and become amazing)

Und letzten Endes ist der Akt des Notierens auch eine Art, anderen Respekt zu zeigen – siehe dazu den dort verlinkten Artikel 42 Ways to Make Sure People Like You—and Respect You , etwa Punkt 13. Aber es zeugt auch von Respekt, wenn man sich die Notizen zu einem Gespräch macht, denn das zeigt Interesse und das Niederschreiben gibt den Informationen des Gegenübers eine neue Wertigkeit. Und etwas nicht zu notieren kann dann auch ein Signal sein

mashable_schreiben

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Leser Gerd schickt mir den Link zu Schreiben gegen den Frust, in dem Tipps genannt werden, wie man schreibend mit Ärger umgeht:

[…] Wenn Sie ein Problem stark beschäftigt und sie weder ein noch aus wissen: Bringen Sie Ihre Sorgen zu Papier! Der Vorteil gegenüber dem Reden: Sie können Ihren Gedanken ungefiltert freien Lauf lassen und müssen nicht darüber nachdenken, was Ihr Gegenüber von Ihnen hält. Psychologen nennen die Methode “expressives Schreiben”: […]

In der Rubrik Tagebuch habt ihr schon viele ähnliche Tipps bekommen, aber praktische Tipps werden immer wieder gern gelesen – quasi als Auffrischung.

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Die Initiative Schreiben e.V. hatte ich euch im Artikel “Wertschätzung und menschliche Nähe durch Handschrift” vorgestellt. Nun hat mich der Verein kontaktiert und mich auf eine Facebook Aktion aufmerksam gemacht:

[…] Auf unserer Facebook-Seite “Handschrift bist Du” läuft derzeit eine Gewinnaktion mit dem Titel “Handschrift des Alltags”. Bei dieser Aktion geht es darum Handgeschriebenes aus jedermanns Alltag zu fotografieren und auf unserer Seite zu teilen. Jede Woche gewinnen die fünf Personen mit den meisten “Gefällt mir” Klicks auf ihren “Handschrift des Alltags” Bildern. Aktuell sind unsere Preise buchleinengebundene Notizbücher von LEUCHTTURM1917 […]

Wenn ihr euch auf der Facebook-Seite links die Posts der Besucher anschaut, dann könnt ihr die Fotos der bisherigen Handschrifteinreichungen sehen.

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In Bleistift gegen Computer – Die Feder setzt sich zur Wehr (via Lexikaliker ) geht es in der FAZ darum, inwieweit das Schreibwerkzeug den Text beeinflusst, den man damit produziert.

Auf der einen Seite wird jeder von uns ein Gefühl dazu haben, ob das Schreibgerät den Stil oder den Inhalt unserer geschriebenen Texte beeinflusst. Auf der anderen Seite gibt es genügend Indikatoren dafür, dass das nicht so ist. Und so schreibt Spreckelsen im Artikel:

[…] Wenn es also für den fertigen Text tatsächlich egal sein sollte, wie er entstanden ist, wozu soll man dann überhaupt noch mühsam und unpraktisch mit der Hand schreiben? […]

Diese Frage ist natürlich berechtigt. Aber die Gründe pro Handschrift kennt man aus diversen Untersuchungen. Außerdem wollen viele Leute lieber mit Stiften schreiben (s. dazu auch “Stift schlägt mobiles Endgerät”).

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Im Blog der paperworld fand ich den Hinweis auf eine Studie der GfK, die im Auftrag von Staedtler durchgeführt wurde:

[…] Despite smartphones, tablets & co., 94 percent of Germans still rely on traditional writing instruments like pencils and ballpoint pens. This was the result of a representative survey carried out by the market research company GfK SE on behalf of STAEDTLER. […]

Die Pressemeldung mit interessanten Details könnt ihr euch als PDF anschauen. Für die Umfrage wurden fast 1000 Leute befragt.

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“Eine meditative Haltung ist die Grundvoraussetzung jeglichen Schreibens.” heißt es in Schreiben als Meditation. Als ich das las, fand ich das zuerst beachtlich und dann aber auch einleuchtend. Wenn man sich Informationen zur Meditation durchliest oder schon eigene Erfahrungen damit gemacht hat, dann stellt man einige parallelen zwischen Schreiben und Meditieren fest. So heißt es etwa im Wikipedia Artikel zum Thema “Konzentrationsmeditation”:

[…] konzentriert sich der Übende auf ein einziges Objekt wie zum Beispiel den spürbaren Atem, ein imaginiertes Bild, einen einzigen Gedanken oder ein Mantra. Die konzentrierte Fokussierung auf einen Gegenstand bewirke eine Ausschaltung bzw. Ersetzung des alltäglichen Gedankenflusses und führe so zu einer tiefen Beruhigung des Geistes. […]

Die Konzentration beim Schreiben funktioniert ähnlich: es gibt ein Thema, etwa ein emotionales Ereignis, das man ins Tagebuch schreibt, oder eine Idee, von der man völlig begeistert ist, und dann ist man hochkonzentriert bei der Sache. Das niederzuschreibende Thema dominiert die Gedanken, man ist fokussiert darauf und das Schreiben geschieht dann oft wie von selbst. Ob das aber immer “tief den Geist beruhigt” steht auf einem anderen Blatt.

Vor einiger Zeit hatte ich das Buch Meditation für Skeptiker (Werbelink) gelesen. Geschrieben hat es der deutsche Psychologe Ulrich Ott, der Meditation neuropschyologisch erforscht.
Auch in diesem Buch wird klar, dass Meditation mit der Konzentration auf ein bestimmtes Tun – auf das Jetzt – zu tun hat. Und wenn man schreibt, konzentriert man sich auch. Speziell beim Schreiben von Hand, wo man schlecht oder ungern nachträglich korrigieren möchte, muss man sich auf die Sätze, den Satzbau, die Wortwahl und den logischen Aufbau des zu Schreibenden konzentrieren. Auch dabei sollte man idealerweise völlig bei der Sache sein.

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