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Die iPad App “Zite” ist für mich immer wieder eine tolle Fungrube für interessante Links. So auch für diesen. In Note taking in a clickable age fand ich den Hinweis auf ein Symposium, das das Radcliffe Instutute for Advanced Studies veranstaltet hat. Auf der Homepage heißt es:

[...] “Take Note” brings together scholars from literature, history, media studies, information science, and computer science to explore the past and future roles of note-taking across the university. Panelists will discuss the history of note-taking in different disciplines as well as the potential of emerging digital annotation tools. [...]

Wenn ihr 90 Minuten Zeit habt, könnt ihr euch die Vorträge in einem YouTube Video anschauen. Ihr erfahrt etwas über “Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Notierens”. Eine Zusammenfassung findet ihr auf der Homepage der Harvard University. Bei YouTube gibt es auch noch ein zweites Video zur Konferenz (30 min): Welcome Remarks and Presentation of “Take Note” Virtual Exhibition || Radcliffe Institute.
Wie man auch beim Lexikaliker lesen kann, hat die Take Note Reihe eine eigene Homepage inkl. Einsicht in alte Handschriften und einer interaktiven Ausstellung.

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Via @brainpicker fand ich den Link auf Archive of Handwritten Recipes (1600 – 1960) Will Teach You How to Stew a Calf’s Head and More, in dem über ein Online Archiv berichtet wird, in dem ihr eine Vielzahl alter Rezepte findet. Der eigentliche Sinn der Seite DIY History ist aber die Transkription (Wikipedia) alter Handschriften in digital lesbare Formate mit Hilfe der Internetgemeinde. Über das Projekt:

[...] DIY History lets you do it yourself to help make historic artifacts easier to use. Our digital library holds hundreds of thousands of items — much more than library staff could ever catalog alone, so we’re appealing to the public to help out by attaching text in the form of transcriptions, tags, and comments. Through “crowdsourcing,” or engaging volunteers to contribute effort toward large-scale goals, these mass quantities of digitized artifacts become searchable [...]

Neben alten Kochbüchern könnt ihr auch Tagebücher transkribieren. Wenn euch alte Bücher und Handschriften interessieren, ist DIY Historie auf jeden Fall einen Blick wert.

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@stlist twitterte mir den Link auf den ZEIT Artikel Wandern durch die Geschichte des italienischen Papiers. Darin wird über das “Tal der Papierfabriken” in der Nähe des Gardasees berichtet, das schon im 14. Jahrhundert Papierproduzenten beherbergte:

[...] Die Anfänge der Produktion am Gardasee gehen ins 14. Jahrhundert zurück. Damals etablierte sich das Tal zum Zentrum der Papierherstellung der venezianischen Republik mit Handelsbeziehungen, die bis zu den Märkten der Levante, südöstlich von Genua, reichten. [...]

Man erfährt einige Details über die antike Papierherstellung:

[...] Schreibpapier musste mit Tierleim – Gelatine aus Tierknochen – imprägniert werden, sonst hätte es die Tinte wie ein Löschpapier aufgesogen. Zuletzt wurde das noch wellige Papier mit Achatsteinen von Hand geglättet. In einer Papierfabrik entstanden im Mittelalter täglich etwa 3.000 Bögen handgeschöpftes Papier, das sind etwa 40 Kilogramm. [...]

Heute finden sich dort moderne Papierfabriken. Schöner Artikel und guter Reisetipp, wenn ihr mal in der Nähe des Gardasees seid.

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Leserin Renate Damberger von fundgut99 schickte mir den Link auf A Peek Inside the Notebooks of Famous Authors, Artists and Visionaries. Dort könnt ihr einen Blick in die Notizbücher berühmter Personen werfen. Hinweis: unter dem Bild auf der Seite gibt es entsprechende Schaltflächen “Next” und “Previous” zum Bättern.


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Irgendwo hatte ich über das Buch Weiße Magie: Die Epoche des Papiers (Werbelink) von Lothar Müller (Hanser Verlag) gelesen und konnte nicht widerstehen.

Ein Kollege fragte mich während der Lektüre im Zug, ob das Buch spannend sei. Ich sagte, es sei nicht spannend. Es ist auch keine leichte Kost, aber es war so fesselnd, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen und dauern etwas unterstreichen oder am Rand notieren wollte.
Man lernt Vieles über die Geschichte des Papiers von den Chinesen bis heute. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn geschichtliche Ereignisse plötzlich als logische Abfolge erscheinen und so ging es mir bei diesem Buch, das die Entstehung von Spielkarten, Zeitungen und persönlichem Briefwesen in einen größeren Kontext einbettet, der als Zusammenhang Sinn macht. Ein paar Aspekte und Gedanken, die ich während des Lesens hatte, möchte ich euch beschreiben.

Weißes Papier regt nicht nur Notizbuchfans zum Schreiben an, sondern auch Autoren, und sogar den großen Goethe (S. 128) beim “Faust”:

[...] Ich habe nun auch das ganze Manuskript des zweiten Teiles heute heftenlassen, damit es mir als eine sinnliche Masse vor Augen sei. Die Stelle des fehlenden vierten Aktes habe ich mit weißem Papier ausgefüllt, und es ist keine Frage, dass das Fertige anlocket und reizet,um das zu vollenden, was noch zu tun ist [...]

Das weiße Papier wird als “Signalfarbe der Produktion” bezeichnet und als Sinnbild des modernen Autors (S. 131):

[...] Im Reichtum der Optionen, die es bereithält, in der Füllbarkeit seines Mangels, in den guten Beziehungen, die es zum gebundenen, bedruckten Papier unterhält, in der Bereitwilligkeit, mit der es dem Autor folgt, wohin er auch geht, wird das weiße Blatt zum Spiegel, in dem sich die Umrisse der Figur des modernen Autors abzeichnen. [...]

Das klingt wie eine Ode an das Notizbuch – und zwar an das analoge Notizbuch. Dass das Materielle / Analoge bzw. Nicht-Digitale durchaus eine Rolle spielt bestätigt auch die Untersuchung zur Brieftheorie (s. 157)

[...] Den neueren Brieftheorien kommt es daraf aus, “dass der Empfänger etwas in die Hand bekommt, nicht nur, dass er etwas liest”. Sie begreifen den Brief statt nur als Schriftträger zugleich als physisches Objekt, dessen Zirkulation eine Fülle außersprachlicher Botschaften zu transportieren vermag. [...]

Das gilt wahrscheinlich nicht nur für Briefe. All die Menschen, die als Vorteil des gedruckten Buches oder des Notizbuches die Haptik aufrufen, werden eine Ahnung davon haben (auch wenn der Autor S. 352 schreibt, dass dem Digitalen die Haptik nicht fehlt, das “Wischen” sei Ersatz). Auch das “Sich mit sich selbst beschäftigen” beim Schreiben ist ein Thema bei Briefen (S. 159)

[...] Ebensosehr aus der Distanz selbst wie aus der Funktion ihrer Überbrückung gewinnt daher der empfindsame Brief seine Intensität und die Spannung zwischen seinen Polen: Mitteilungsform und Medium der Selbstreflexion seiner Verfasser zu sein. [...]

S. 295 schreibt der Autor über Autographen. Diese Handschriften haben eine “elementarste Bestimmung: Original zu sein, Unikat”. Ich hatte den Gedanken, dass auch Handschriftliches in Notizbüchern den Schreibenden das Gefühl gibt, authentisch zu sein, ein “Original” zu haben – und eben nicht einen digitalen Text, gleichrangig mit allen anderen digitalen Texten in einem Gerät.
S. 299 tritt das Papier als Luxus in Erscheinung, als schöne Papiere, als Dekoration; und “Scrapbooks” werden S. 300 unten angedeutet, wo ein Kinderbuchautor 1790 dafür eintritt, sein Kinderbuch von Kindern bekleben und umgestalten zu lassen.

Am Ende stellt der Autor fest, dass die digitale Welt schon viele Funktionen der analogen Welt kopiert hat. In beiden Welten “lesen und schreiben” wir. Ein Epochenwandel findet statt, aber:

[...] Wir leben, bis auf weiteres, immer noch in der Epoche des Papiers [...]

Das Buch kostet bei amazon (Werbelink) knapp 25 EUR.


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© amazon.de, mit freundlicher Genehmigung im Rahmen des Partnerprogramms

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Zunächst: vielen Dank für die große Beteiligung bei der Umfrage am letzten Dienstag!!! Willkommen, Tagebuch-Typen-Mischlinge! Allerdings ist neben den Mischformen auch ein zarter Überhang der Chronisten und Momente-Sammler zu verzeichnen. Der heutige Beitrag ist euch gewidmet.

In dem Buch New York Diaries, hrsg. von Teresa Capenter, finden sich an jedem Tag Einträge unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Epochen. Eingefleischte New Yorker kommen hier ebenso zu Wort wie Besucher, meist Künstler-, Schreiber-, Denker – Innen wie z.B. Albert Camus, Mark Twain, Joyce Carol Oates und viele andere. Zusammen weben sie einen Teppich aus Impressionen über die Stadt und die jeweilige Zeit, insgesamt 400 Jahre umspannend. Wer NY liebt, knüpft an, knüpft weiter und verliert sich in den Fäden der Tagebucheinträge und ihrer Sicht auf die Stadt. “My experience is that a man cannot go anywhere in New York in an hour. The distances are too great—you must have another day to it. If you have got six things to do, you have got to take six days to do them in.”—Mark Twain, February 2, 1867.

Gefunden in der New York Times und dabei folgenden Kommentar aufgespürt, den ich hier gerne wieder gebe, weil er so anrührend ist und aufzeigt, welchen Wert das Aufzeichnen und Momentesammeln hat – er stammt von R. Grayson:

“I highly recommend that more people keep a diary. I started my own daily diary in August 1969 when I was an 18-year-old about to start Brooklyn College and I have not missed a day since then, writing for about half an hour every day. My handwriting is less legible and a bit shakier at 60, but it’s really wonderful to be able to look back and see your former self dealing with each day. Although I doubt my diary has any literary value, it is important to me, and sometimes interesting, if not because of my personal life or feelings, but for being alive at a particular time and being witness to some interesting events, like the first Earth Day in Prospect Park with Gov. Nelson Rockefeller in 1970 or being at the Earth Day opening of the lawn at Brooklyn Bridge Park forty years later.”

New York Diaries: 1609 to 2009 (Werbelink) gibt es für knapp 16 EUR bei amazon.


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Leser Gregor postete bei Facebook den Link auf seinen Artikel Notizen in Büchern und anderswo. Er schreibt:

[...] Wird man unsere twitter-Kommentare des Alltags, unsere genialen Einfälle auf facebook, unsere unvollendeten Manuskripte auf den Festplatten, unsere blog-Artikel und -Kommentare finden? Wird man sie auch 100 Jahre später noch lesen können und zu einem Buch oder einer elektronischen Publikation verarbeiten können. [...]

Ich meine, dass man die schönen Funde dann in Notizbüchern machen wird, in analog erstellten Schriftstücken. “Das Internet vergisst nichts” ist zuerst noch zu beweisen und wird heute eher als Drohung denn als positives Zukunftsszenario verwendet.


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In der Welt Online erschien vor einigen Tagen der Artikel Bücher der ersten Atomforscher strahlen noch heute. Nach Fukushima ist das Thema atomare Strahlung wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Dass diese Strahlung tatsächlich auch heute aus kurzer Vergangenheit schon Langfristfolgen zeigt, machen die Notizbücher von Marie Curie deutlich. Die unglaublichen Experimente der ersten Tage der Strahlenforschung sind im Welt Artikel beschrieben und dort heißt es auch:

[...] 1984 wurde das Notizbuch von Marie Curie für umgerechnet 136.000 Mark versteigert, in Anwesenheit eines Zivilschutzbeamten. Das Buch ist so stark verstrahlt, dass es als unlesbar gilt. [...]

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In der heutigen Ausgabe der FAZ (Feuilleton, S. 30 links oben) schreibt Rolf Dobelli in der Rubrik “Klarer Denken” einen Artikel mit dem Titel “Warum Ihr Tagebuch Sie zu einem besseren Prognostiker machen kann”. Der Titel hält nicht ganz, was er verspricht, aber immerhin lernt man, was es mit dem Rückschaufehler auf sich hat:

[...] Der Rückschaufehler ist einer der hartnäckigsten Denkfehler überhaupt [...] Denn im Rückblick scheint alles einer leicht nachvollziehbaren Notwendigkeit zu folgen [...]

Doch was hat das mit Tagebüchern zu tun? Dobelli zitiert als Beispiel aus dem Tagebuch seines Großonkels, der die Lage im Paris des Jahres 1940 völlig falsch einschätzt. Und er empfiehlt Tagebücher, um das eigene Urteilsvermögen zur Schärfung des eigenen Bewusstseins zu verwenden; des Bewusstseins, dass wir das Geschehen in unserem Leben und der Welt nicht vorhersehen können:

[...] Doch noch ein Tipp, mehr aus persönlicher Erfahrung: Führen Sie ein Tagebuch. Schreiben Sie Ihre Vorhersagen – zu Politik, Karriere, Körpergewicht, Börse – nieder. Vergleichen Sie Ihre Notizen von Zeit zu Zeit mit den tatsächlichen Entwicklungen. Sie werden erstaunt sein, welch schlechter Prognostiker Sie sind. [...]

Und er empfiehlt auch die Geschichte so zu erfahren: aus Tagebüchern und Protokollen etc. – aus authentischen Dokumenten:

[...] Das wird Ihnen ein viel besseres Gefühl für die Unvorhersehbarkeit der Welt geben [...]

Schöner Artikel. Beruhigend und auf eine gewisse Art und Weise befreiend.

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Über die Welt der X17 und X47 Notizbuch- und Terminplanersysteme habe ich schon oft berichtet. Aktuell trage ich auch stets ein X17 zum Testen mit mir, das in ca. zwei Wochen voll sein dürfte und dann gibt es einen kritischen Testbericht. Matthias Büttner hatte sich fast zwei Stunden Zeit genommen, um mit mir zu fachsimpeln. Er erzählte mir sehr interessante Geschichten aus der Welt der Buchbinderei und v.a. der Feintäschnerei – im speziellen von seinen Lederbüchern. Ich bekam einige Prototypen von Lederprodukten zu sehen, von denen ich keine Bilder habe. Eines davon: die “flacheste Münzgeldbörse der Welt”. Primär dreht sich unser Gespräch aber über das Blog und über X47 / X17. Matthias erzählte mir einige Hintergrundinfos zur Produktion seiner Bücher und Einlagen, die ich aus verständlichen Gründen hier nicht wiedergeben darf.
Ein besonders Geschenk für das Notizbuchblog war diese neuartige X17 DIN A4 Mappe aus Lederfaserstoff, die von einem gelben Gummi zugehalten wird. Sie ist noch nicht erhältlich, soll aber wahrscheinlich dieses Jahr auf den Markt kommen:


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Die geöffnete Mappe bietet locker Platz für einen Stapel DIN A4 Seiten, auch wenn sie in Klarsichthüllen verstaut sind:


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Angeregt durch meinen X17 Lesebändchen Hack konnte Matthias nicht umhin mir zu “enthüllen”, dass X17 an Lesezeichen (“Buchbändern”) arbeitet. Als Beweis hat mir Matthias eine Kopie eines Blattes geschenkt, auf dem er Entwürfe zum Lesebändchen festgehalten hat. Hier dürft ihr zum ersten Mal hinter die Kulissen eines Notizbuchmachers schauen – und zwar für ein Produkt, das noch nicht auf dem Markt ist:


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© X17 Matthias Büttner

Die Geschichte der X47 ist eine lange und spannende. Matthias hat mir dazu folgende historischen Aufnahmen seiner ersten X47 Prototypen zur Verfügung gestellt.


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© X47 / Matthias Büttner


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© X47 / Matthias Büttner

Da ich noch einige Infos zu X17 habe und außerdem seit der erfolgreichen X17 Twitter Verlosung noch eine Verlosung im Blog schuldig bin, gibt es heute noch einen weiteren Artikel zum X17 und morgen startet eine Verlosung! Bleibt dran!

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