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Ende November meldete sich Herr Abendschein von etkbooks.com bei mir. etk steht für edition taberna kritika (Twitter: @etkbooks), ein Verlag, der sich selbst so beschreibt:

die edition taberna kritika als hybrider verlag ist im umfeld der weblog- und netzliteratur entstanden. während jedoch die digitale bohème sich langsam in angesagten clubs warmtanzt, bringen wir unsere kinder ins bett, schalten die nachttischlampe ein und blättern in einem buch. diesem umstand und dem glauben daran, dass manche texte zu einer finalen und somit gedruckten version tendieren, trägt etkbooks rechnung.

Herr Abendschein beschrieb ein Produkt namens Das blaue Buch der Weissheit und ich fragte mich: Das blaue Buch der Weissheit ist ein Blankonotizbuch? Darauf seine Antwort:

ich formuliers mal so: ja. das blaue buch der weissheit ist ein blankobuch. ein blindband, also auch sehr als notizbuch zu gebrauchen. tatsächlich wurde es von den meisten bislang zu diesem zwecke erworben.

hinter dieser offensichtlichen funktion stecken allerdings aber noch weitere ideen und funktionen. der des readymades und, vielleicht die wichtigste: der des nulltexts. bei etkbooks werden ja auch hauptsächlich experimentelle texte und differierende textsorten veröffentlicht. der nichttext in seiner inszenierung spielt da somit auch eine wichtige funktion in diesem koordinatensystem.

dabei ist das ganze aber auch ironisch gebrochen. es gibt da ein impressum mit einem durchschnittlichen impressumstext. dieser wird vor dem hintergrund nichtgeschriebenen (nicht sichtbaren) textes bizarr. (wir sind da jetzt schon mitten in der diskussion um die autorschaft ungeschriebener gedanken … ich möchte das jetzt gar nicht weiter ausführen. diese ideen sollen sich ja seitens der betrachter bzw. notierenden verselbständigen. aber diese form von impuls soll dieser band auch geben. auch, wenn diese idee – zumindest in anderen varianten – wahrscheinlich nicht sehr neu ist.)

Heute kam ein Ansichtsexemplar (danke!), wie ihr es in diesem Shop finden könnt. Im Päckchen waren des weiteren zwei Postkarten, eine mit einer persönlichen Widmung von Herrn Abendschein (auch dafür Danke!).


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Das Buch ist ein Zwischenformat mit etwa DIN A5 Ausmaßen (19 cm x 12 cm). Der Einband ist der eines Taschenbuchs und – wie der Name schon sagt – ganz in Blau gehalten; allerdings nicht in irgendeinem Blau, sondern in International Klein Blue (Wikipedia).
Das Buch erscheint im Januar 2010 hat 112 Seiten. Man kann es im Buchhandel mit einer eigenen ISBN 978-3-905846-09-6 für 8 EUR oder 12 SFr erwerben.


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Das Buch besitzt eine einfache Klebebindung (eben wie ein Taschebuch) und alle Seiten sind blanko.


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Auf der Webseite des Buches gibt es eine “Inhaltsbeschreibung” in einer Art Duden / Wikipedia Mashup. Interessanter Denkansatz, mal über die Leere eines Buches nachzudenken.

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Kategorie: etk  Tags: , ,  Ein Kommentar

Bei moleskinerie.com bin ich auf den Artikel Why Pen and Paper Journalling are Essential in Your Life von Boon Yew Chew gestoßen. Boon Yew Chew ist CTO von getitwithme.com/, einer Seite, bei der man sich zu einer Gruppe zusammenschließen kann, um Dinge gemeinsam zu kaufen.
In seinem Artikel schreibt er, warum schriftliche Notizen (und damit sicher auch Notizbücher) unerlässlich sind – auch (oder gerade) in Zeiten von Blogs, Twitter und sozialen Netzwerken. Dazu hat er folgende schöne Grafik erstellt:

Wie viele von uns Notizbuchfans kann er sich nicht vorstellen, ohne Schriftlichkeit, ohne Papier, ohne Stift auszukommen:

I find that it’s almost impossible to do anything without penning down my thoughts in a physical diary or journal of some sort. I now have about four ongoing journals I keep notes on, and I didn’t think it was necessary to put everything down, but now I do

Die wirkliche Kernarbeit erledigt er analog. Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand: Notizbücher sind immer verfügbar, d.h. man braucht keinen Computer und keinen Strom. Alle Notizen sind erst einmal privat und geschützt, jeder geistige Versuch – wie misslungen er auch sein mag – bleibt auch privat, bis man sich in der Schale nach außen bewegt und die Idee sukzessive in das digitale Universum überführt. Dort wandert es von privaten Medien hin zu hypervernetzten Diensten wie Twitter. Je weiter außen auf dieser Sphäre man sich befindet, desto öffentlicher wird man.

Sicher kennen wir alle das Gefühl, dass uns eine Idee “befällt” und wir den Drang haben, diese sofort festzuhalten. Wer will da schon erst seinen Computer hochfahren? Selbst eine Notiz in ein Handy ist begrenzt. Dann doch lieber kreativ und in einem Gedankensturm den Einfall niederschreiben, ungeordnet, wie er einem gerade in den Sinn kommt. Dann assoziiert man weiter, schreibt und zeichnet und am Ende hat man ein paar Seiten vollgekritzelt und wundert sich vielleicht über sich selbst.
Selbst wenn man später die Idee verwirft oder selbst unsinnig findet: der Moment des Niederschreibens bleibt als Hochgefühl zurück.

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