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In der karrierebibel las ich von einer Studie, die Notizbuchfans und Freunde der Selbstorganisation interessieren könnte: Study focuses on strategies for achieving goals.

In der Studie musste die Teilnehmer sich Ziele vornehmen und auf verschiedene Weise protokollieren: Ziele mündlich protokollieren, Ziele schriftlich festhalten, Maßnahmen festhalten und Fortschritt festhalten. Diejenigen, die Ziele und den Fortschritt regelmäßig notiert haben, hatten die höchste Quote an Zielerreichung. Die Erklärung liegt laut karrierebibel in der Betonung des Positiven und das Notieren der kleinen Fortschritte belohnt das Gehirn. Das ist dann wohl ähnlich wie beim Abhaken, das glücklich macht.

[…] Matthews found that more than 70 percent of the participants who sent weekly updates to a friend reported successful goal achievement (completely accomplished their goal or were more than half way there), compared to 35 percent of those who kept their goals to themselves, without writing them down. […]

Interessant ist noch, dass die Leute ihre Ziele mit anderen geteilt haben und nicht nur für sich selbst gehalten habe. Vielleicht funktioniert auch deshalb der Gamification-Effekt in Fitness-Apps – zumindest bei manchen.

Die Macher der Studie wurden durch eine Studie inspiriert, die nie stattgefunden hat: „1953 Yale Study of Goals“ – eine Urban Legend. Ihre eigene Studie deutet nun zumindest darauf hin, dass Notieren von Zielen tatsächlich einen großen Effekt haben kann.

aufschreibenziele

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In Reading Off Paper Has A Useful Cognitive Benefit Over Tablets Or Laptops wird von einer Studie berichtet, die auf der Konferenz „ACM Conference on Human Factors in Computing Systems“ im Mai 2016 vorgestellt wurde und die ein interessantes Ergebnis hatte:

[…] Using tablets and laptops reduces the ability to think in abstract ways, a new study finds. Instead, people using these digital devices tend to concentrate more on the concrete details of their work. […] When reading off paper, people performed roughly 30% better on questions that required a leap of understanding. […] However, the results were reversed when the questions simply required concrete answers. […]

Also kurz: nach der Lektüre in einem Test befragt, erlaubt analoges Lesen besseres abstraktes Denken, und digitales Lesen ist von Vorteil, wenn man konkrete Antworten finden muss. Vielleicht ist diese Untersuchung in Zusammenhang mit der Studie interessant, über die ich in Hemmen E-Reader das Leseverständnis? berichtet hatte.

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Wörtlich übersetzt heißt der Titel des Artikels Ten Reasons People Still Need Cursive „10 Gründe warum Leute immer noch die Schreibschrift“ brauchen. Ich hatte allerdings beim Lesen das Gefühl, dass es der Autorin um einen darum geht, die positiven Effekte der Handschrift als solche zu beschreiben, und indirekt vielleicht auch darum zu ergründen, warum Notizbücher immer noch so begehrt sind, wo man doch überall die digitalen Helfer findet, mit denen man auch Notizen machen kann.

Sie listet diese zehn Gründe auf

  1. Schreischrift hilft, Informationen zusammenzufühen
  2. Wenn man Dinge ausführlich niederschreibt, lernt man zu Schreiben – angeblich gibt es nämlich einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Handschrift und der Qualität des Geschriebenen
  3. Mehrschriftlichkeit (Druckschrift, Schreibschrift, schnelle Notizen, …) hilft beim Textverständnis
  4. Man lernt besser, wenn man Dinge niederschreibt
  5. Handschrift unterstützt kognitiver Entwicklung, Selbstbewusstsein und akademischem Erfolg
  6. Schreibschrift hilft Menschen mit Lese-/Schreibschwäche
  7. Handschrift reduziert Zerstreuung und fördert die Kreativität
  8. Handschrift hält unser Gehirn im Alter fit
  9. Wenn man von Hand schreiben kann, kann man wahrscheinlich auch Schreibschrift lesen – eine Fähigkeit, die scheinbar immer mehr verloren geht
  10. Individuelle Schreibschrift ist etwas Schönes und Einzigartiges

Die Gründe belegt sie mit Links zu Studien und Zitaten aus dem Web.

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In Aufschreiben! Warum es Sie erfolgreicher macht versucht der Autor zu erläutern, warum Aufschreiben erfolgreich macht. Natürlich werden die beiden bekannten und erfolgreichen Personen Richard Branson und Warren Buffet als Beispiele genannt. Aber auch diese Punkte sollen belegen, dass Schreiben erfolgreicher macht:

  1. Schreiben macht glücklicher
  2. Schreiben verbessert die eigene Kommunikation
  3. Schreiben hilft beim Verarbeiten von Ereignissen
  4. Schreiben trainiert das Gedächtnis.
  5. Schreiben erhöht die Dankbarkeit
  6. Schreiben schließt Aufgaben ab.

Als Belege werden einige Studien verlinkt. Details findet ihr im Artikel.

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Fetischismus, das ist die „Verehrung bestimmter Gegenstände im Glauben an übernatürliche Eigenschaften“, sagt Wikipedia. Ein Artikel, den mir @filomaniac zugeschickt hat, versucht zu erklären, warum erwachsene Frauen einen Schreibwarenfetischismus pflegen: Why grown women really fetishise stunning stationery. Der Artikel hat eine psychologische Erklärung für das Phänomen:

[…] The back-to-school feeling we enjoy while shopping for stationery expresses our desires for control and independence, according psychologist Emma Kenny. „As children we have few options for controlling our environment or expressing our individuality. Stationery is a way of doing this,“ she says. […]

Aber auch die gute alte Handschrift ist ein Argument:

[…] „A handwritten invitation can generate anticipation and excitement in a way that text messages, emails and social media cannot,“ says Jones. […]

Und das gute alte Notizbuch mit seiner Ahnung, dass das Schreiben auf ein Blatt Papier dem Geschriebenen mehr Wert gibt:

[…] When it comes to notebooks and journals however we’re often attaching deep meaning to the literal blank sheet of paper. […]

Das hört sich alles logisch an, aber warum soll das in erster Linie auf erwachsene Frauen zutreffen? Warum kaufen denn Männer (und spezielle erwachsene Männer) Notizbücher und schreiben von Hand? Was meint ihr? Freue mich auf eure Kommentare unter dem Artikel.

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Noch im Dezember hatte ich in Verblöden uns Computer die Frage gestellt, ob es sowas wie digitale Demenz gibt und einen Artikel verlinkt.Nun gab es Anfang Januar in Spiegel Online den Artikel Computer und Gehirn: Der Mythos von der digitalen Demenz, in dem das potenzielle Phänomen der digitalen Demenz wieder angezweifelt wird.

[…] „Das (digitale) Abspeichern von Daten, die man sich sonst merken müsste, erleichtert das Lernen neuer Informationen“, schreiben die Forscher im Fachblatt „Psychological Science“. Wie ein digitaler Besen schafft der digitale Speichervorgang Raum für neuen Stoff im Oberstübchen. […]

Nun könnte man spontan meinen, dass es egal sein sollte, ob man die Dinge digital oder analog auslagert, und tatsächlich argumentiert so ein Forscher aus Bielefeld:

[…] Auch der Psychologe Hans Markowitsch von der Universität Bielefeld empfiehlt, Dinge, die man nicht akut parat haben muss, getrost externen Speicherorten anzuvertrauen. An eine besondere Qualität der uns ständig umgebenen digitalen Speichermöglichkeiten glaubt er allerdings nicht. Den gleichen Effekt hätte man „natürlich auch mit Notizblock oder Kreidetafel gefunden“, sagt er. […]

Aber die amerikanischen Forscher sagen, dem ist nicht so. Warum? Weil das Gehirn sich auf das Speichermedium verlassen können muss, bzw. auf die spontane Verfügbarkeit des Gemerkten.

[…] In weiteren Experimenten konnten sie zeigen, dass der Auslagerungseffekt nur dann funktioniert, wenn das Gehirn sich auf den externen Speicher auch verlassen kann. […]

Nun kann man sich fragen, wieso das digital besser funktionieren soll, als analog? Es stimmt, ich habe auch öfter ein Smartphone dabei als ein Notizbuch, aber für meine „akuten“ Gedanken ist das kein Problem. Für große Mengen an Daten, die man in mehreren Notizbüchern verteilt hat, ist eine digitale Speicherform wahrscheinlich wegen des einfachen Suchens womöglich besser geeignet, weil das Gehirn sie als „verlässlicher“, weil spontan und einfach auffindbar, einstuft. Was meint ihr?

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Leser Gerd, eine zuverlässige Quelle für tolle Linktipps rund um das Thema „Schreiben“, hat mich auf den interessanten Artikel Leere beim Schreiben: Das weiße Blatt aufmerksam gemacht. Der Autor denkt darüber nach, wie sich die Gedanken beim Schreiben formen. Er sieht Analogien bei der freien Reden, wo sich die Gedanken oft auch nach und nach formen und „ein Wort das andere gibt“. Natürlich ist das Schreiben nicht so spontan und kann auch wieder korrigiert werden, gerade in Zeiten des digitalen Schreibens.
Dennoch ist das Dahinfließen der Handschrift ein Prozess, an dessen Anfang das Ende nicht immer ganz klar ist:

Es gibt – nach wie vor – ein Schreiben, durch das sich die Gedanken überhaupt erst im Prozess des Schreibens entwickeln.

Dabei spielt im Gegensatz zur Rede der Klang der Worte nur beim Stillen lesen eine Rolle, ansonsten aber auch die Worte, die als Schrift visualisiert sind:

Wenn der Prozess des Schreibens selbst kreativ ist, dann weiß man in dem Moment, in dem man den ersten Satz formuliert, nicht,wie der letzte Satz lauten könnte. Schreiben in diesem avancierten Sinn heißt nicht, Gedanken, Argumente, Überlegungen, Theorien in eine angemessene sprachliche Form zu bringen, sondern im Vertrauen auf die mögliche Eigendynamikdes Schreibens darauf zu bauen, dass aus dem Fortschreiben der Wörter die Gedanken und Ideen überhaupt erst entstehen

Er schließt den Text mit der Betrachtung, dass Schreiben heute eher unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet wird und nicht mehr so sehr als linearen Prozess. Er wünscht sich, dass diese Form des kreativen Schreibens, die zusehends in Vergessenheit gerät, nicht verlernt wird.

Ein interessanter Text, in dem man sich häufig wiederkennt und der viele Aspekte des eigenen Schreiberlebnisses treffend formuliert.

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Leser Gerd versorgte mich wie schon so oft mit einem interessanten Link auf den Artikel Warum der Computer uns verblöden lässt. Der Untertitel lautet: „Zuviel Verlass auf die Technik kann zur „Entfähigung“ von Menschen führen“. Es geht im Artikel darum, dass wir uns zu sehr den Maschinen unterwerfen und uns auf sie verlassen. Dabei vernachlässigen wir das eigene Denken und wie alle anderen „Teile“ des Menschen muss auch das Gehirn regelmäßig benutzt werden, damit es leistungsfähig bleibt. Dies betrifft auch das Schreiben von Hand. Dazu heißt es:

[…] Mit der Hand zu arbeiten, ist viel besser dazu geeignet, die Originalität eines gestalterisch Tätigen freizusetzen, haben psychologische Studien ergeben. Manuelles Arbeiten erweitert das Arbeitsgedächtnis und stärkt den Tastsinn. Ein Skizzenblock fungiere als „Intelligenzverstärker“, sagt Nigel Cross, Design-Professor an der britischen Open University. […]

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Leser Gerd schickt mir den Link zu Schreiben gegen den Frust, in dem Tipps genannt werden, wie man schreibend mit Ärger umgeht:

[…] Wenn Sie ein Problem stark beschäftigt und sie weder ein noch aus wissen: Bringen Sie Ihre Sorgen zu Papier! Der Vorteil gegenüber dem Reden: Sie können Ihren Gedanken ungefiltert freien Lauf lassen und müssen nicht darüber nachdenken, was Ihr Gegenüber von Ihnen hält. Psychologen nennen die Methode „expressives Schreiben“: […]

In der Rubrik Tagebuch habt ihr schon viele ähnliche Tipps bekommen, aber praktische Tipps werden immer wieder gern gelesen – quasi als Auffrischung.

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Im Quo Vadis Blog las ich über den Artikel Science Has Great News for People Who Read Actual Books:

[…] The debate between paper books and e-readers has been vicious since the first Kindle came out in 2007. Most arguments have been about the sentimental versus the practical, between people who prefer how paper pages feel in their hands and people who argue for the practicality of e-readers. But now science has weighed in, and the studies are on the side of paper books. […]

Der Artikel ist eine wahre Fundgrube an Studien über die Vor- und Nachteile von gedruckten Büchern gegenüber E-Book Readern. Die analoge Welt liegt bei den Ergebnissen vorne. Mit dem Lesen gedruckter Bücher kann man sich besser an den Inhalt erinnern, man kann besser schlafen und man kann Stress reduzieren.
Wir hatten das Thema E-Reader schon oft im Blog, u.a. in der legendären Umfrage: E-Book Reader. Es gibt wirklich ein paar praktische und selbst zu erfahrende Vorzüge von E-Book Readern, aber die gedruckte Variante hat einige nicht so einfach selbst zu erfahrende Vorteile. Die Studien zielen ja nicht auf Funktionen von analogen Büchern ab, sondern auf die Wirkungen im Gehirn. Und die sind sicher nicht bei jedem in gleichem Maße nachvollziehbar. Wahrscheinlich kommt auch daher die Anziehungskraft der E-Reader.

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