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Ein neuerlicher Artikel von Top-Leserrezensent Michael. Heute schreibt er über ein Rollenspiel namens de Profundis, das entscheidend vom Briefeschreiben lebt. Falls ihr also mal Motivation sucht, wieder mehr von Hand zu schreiben und Briefe zu verschicken, lasst euch überraschen:

Dem Blog-Artikel Briefeschreiben hat Vorteile gegenüber Facebook und WhatsApp kann ich hinsichtlich der drei vorteilhaften Eigenschaften des Schreibens von Briefen nur voll und ganz zustimmen. Das Problem ist, dass man in der heutigen Zeit und aufgrund der anderen Kommunikationsmöglichkeiten nur noch sehr wenig zu Stift und Papier greift um das Verfasste dann auf den Postweg zu schicken.

Hand auf’s Herz, wer hat sich in der letzten Zeit wirklich einmal hingesetzt, einen Brief handschriftlich geschrieben sowie per Post versandt und nicht eben schnell mal eine Mail verfasst? Eben!

Und selbst wenn man sich schreiberisch so betätigen würde (etwa als Mitglied der Briefschreiberallianz), wie groß ist in der heutigen Zeit dann das Echo? Es ist leider wohl wahrscheinlicher, dass man auf das verfasste Schreiben eine eMail als Antwort erhält. Die Zeit der Briefe, die man mit der Hand geschrieben hat scheint vorbei, das letzte Überbleibsel bilden vielleicht noch die Postkarten aus dem Urlaub.

Da das aber doch schade ist, bedarf es wohl eines neuen Zuganges, um sich und die nähere Bekanntschaft wieder für das Briefeschreiben zu begeistern und das kann man durchaus erreichen, in dem man aus der Sache eine Spiel macht. Eine Vorlage hierfür liefert De Profundis, das man wohl als eine Art Krimidinner in Briefform auffassen könnte. Wie auch dort übernimmt jede/r TeilnehmerIn eine Rolle, wobei brieflich kommuniziert wird. De Profundis kommt dabei selbst als Sammlung von Briefen daher, welche gleichsam die Spielweise erklären und eine Geschichte als Beispiel erzählen.

Das Grundsetting von De Profundis weist starke Horrorelemente auf, wobei die Briefe selbst auch als Ausgangspunkt verwendet werden können, um die eigene Brief-Runde zu starten. Danach hängt es von der Schreiblust der Spieler/innen und deren Ideen ab, wie sich die Story dahinter entwickelt. Sinnvollerweise sollte es jedoch zumindest eine Person geben, für die anderen nicht unbedingt bekannt, die die Rolle eines Organisators einnimmt, die Geschichte lenkt und Impulse gibt, wenn ein Durchhänger zu droht.

In ‚meinem‘ Spielerverein, der Halle der Helden, haben wir De Profundis in einer Runde mit ca. 20 Mitgliedern vor einigen Jahren erprobt. Die unter dem Namen ‚SV Profundes‘ laufende Runde, wobei ‚SV‘ für ‚Smaskrifters Vermächtnis‘ stand, erfreut sich dabei großer Beliebtheit und machte aus alle TeilnehmerInnen Viel-Briefschreiber, ich habe sogar angefangen in meiner Rolle neben den Briefen Tagebucheinträge zu verfassen, die sich auf die fiktive Situation bezogen. Kurzum, ich habe seither nie wieder soviel mit der Hand geschrieben und war wohl auch nie wieder fast täglich in der Post. Und genau bei dieser Runde haben sich auch die im genannten Artikel vorteilhaften Eigenschaften des Wartens, Freuen und Erinnerns sehr schnell ergeben. Es gibt eben wenig Stimmungsvolleres, als einen handgeschriebenen Brief am Abend zu lesen, im Geiste bereits die Antwort(en) zu verfassen und dabei noch einer interessanten Geschichte immer mehr auf den Grund zu gehen.

Das Ergebnis war nicht nur eine spannende Brief-Runde, sondern hat es ein Vereinsmitglied auch auf sich genommen, die Briefe, Hinweis und sonstigen Schreiben in dem auf den Bildern abgebildete Buch zu binden, welches sich seither im Vereinsarchiv befindet. Ich habe es dort auch für diesen Artikel ausgehoben und konnte auch nicht widerstehen, die Briefe erneut zu lesen.


© mit freundlicher Genehmigung, Michael Lanzinger


© mit freundlicher Genehmigung, Michael Lanzinger


© mit freundlicher Genehmigung, Michael Lanzinger

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Bereits die zweite Leserrezension von Leser Michael Lanzinger in dieser Woche (nach Das Mega City 1 Book of Law) und die vierte insgesamt!. Heute schreibt er über ein Stifteetui.

[…] Was früher „Zweckentfremdung“ war, ist heutzutage hip und nennt sich „Hacking“. Ganze Homepages gibt es zu dem Thema wie man alles Mögliche (und Unmögliche) am besten „hacken“ kann.

Ganz in dieser Tradition heute die Vorstellung eines Schreib-Assecoires, welches eigentlich nicht primär dafür gedacht ist.

Jene Menschen, die dem Hobby Pen- and-Paper-Rollenspiel frönen benötigen immer ein Behältnis, in welchem das Zubehör gut untergebracht werden kann. Dies reicht von Würfeln über Figuren bis hin zu Stiften und kleinen Notizblöcken.

Hier kommt All-rolled-up ins Spiel, welches gleichsam als Etui für Stifte sowie als Aufbewahrungsort für alle weiteren Utensilien gedacht ist.

Um üblicherweise 20 GPD (plus Versand) hat man im Shop eine große Auswahl an verschiedenen Varianten des All-rolled-up in noch mehr Gestaltungsweisen. Hier wird nicht nur der durchschnittliche Rollenspieler fündig, sondern jeder der sich mit kreativen Farbshematas anfreunden kann.

Das All-rolled-up selbst besteht aus eine festen Stoff, welcher mit zwei Bändern zu einer Rolle verschlossen werden kann. Von den Abmessungen her gleicht das Utensil in aufgefaltetem Zustand in etwa einem aufgeschlagegen A5-Heft. Innenseitig findet sich eine Tasche mit Klettverschluss zur Aufbewaherung kleiner Gegenstände. Dies sind bei Rollenspieler zumeist die Würfel, aber auch ein Radiergummi oder Ähnliches findet einen guten Platz darin. Die Tasche ist erstaunlich geräumig und wirkt selbst in sehr aufgefülltem Zustand beim Verschließen des All-rolled-up nicht störend.
Zusätzlich befinden sich noch eine größere Tasche, etwa für einen A7-Blöck und vier Stifthalterungen neben dem „Würfel-Stauraum“.
Die Taschen für die Stifte sind so ausgelegt, dass man in zwei von ihnen auch dickere Stifte, etwa Marker, problemlos unterbringen kann.

Insgesamt kombiniert das All-rolled-up damit ein Schüttelpinal mit einem Stifte-Etui und hat dann noch immer Platz für einen kleinen Block. Zusammengefaltet bildet alles eine schöne Rolle, die allerdings für die Jackentasche etwas zu groß ist, aber in jede Aktentasche porblemlos passt.

Damit ist das All-rolled-up weit mehr als ein Zubehör für Rollenspieler, sondern ist auch für eifrige Notizverfasser gut „hackbar“.

Hinsichtlich der Varianten noch ein kleiner Hinweis. Neben gängigeren Motiven zu Horror, Fantasy und Science-Fiction ect. gibt es auch noch die Michtim-Variante, nach dem gleichnamigen österreichischen Rollenspielsystem (Michtim) eines Autors im Eigenverlag. Keine schlechte Idee als Werbung! […]


© mit freundlicher Genehmigung, Michael Lanzinger


© mit freundlicher Genehmigung, Michael Lanzinger

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