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In den Kommentaren zum Artikel Das Geheimnis der ToDo Liste hattet ihr mir eindeutig zu verstehen gegeben, dass ihr Interesse daran habt, dass ich analog zu den Notizbuchregeln auch meine persönlichen Aufgabenregeln veröffentliche. Ich habe mir über Ostern ein paar Gedanken gemacht. Mein Vorgehen war das gleiche wie bei den Notizbuchregeln: ich habe lediglich versucht aufzuschreiben, wie ich mit Aufgaben umgehe. Dabei ist eine gigantische Mindmap entstanden, die mich selbst überrascht hat. Anschließend habe ich versucht, die Notizen in 10 Regeln zu gruppieren und heute starte ich mit Aufgabenregel 1: Aufgabenlisten anlegen.
Der Begriff „Aufgabenregel“ gefällt mir nicht hundertprozentig, aber ich fand ihn passend zu „Notizbuchregel“. Mein Ziel ist es, dass ich hier in den kommenden Tagen die Regeln nach und nach beschreibe und anschließend eine Version 2 des E-Books erstelle. Ich habe den Eindruck, dass die Regeln nur als Ganzes einen Sinn ergeben. Und sie hängen mit den Notizbuchregeln und untereinander zusammen. Für mich sieht die Trennung meiner Vorgehensweise in Regeln teilweise fremd aus, weil ich sie nicht als einzelne Regeln wahrnehme – und dennoch spiegeln sie meine Vorgehensweise wider.

Regel 1: Aufgabenlisten anlegen

Hört sich als Regel erst einmal trivial an, ist es aber nicht. Viele Menschen machen sich über die Organisation ihrer Aufgaben keine Gedanken. Andere notieren sich manchmal einzelne Aufgaben auf losen Zetteln oder einer Tafel. Ich persönlich mag lieber Aufgabenlisten in einem Notizbuch. Zum einen haben lose Zettel den Nachteil, dass sie überall rumfliegen und man bei vielen Aufgaben schnell Chaos hat, zum zweiten fehlt einer großen Zettelwirtschaft die Ernsthaftigkeit.
Beim Notieren von Aufgabenlisten in einem Notizbuch nutze ich natürlich auch die Notizbuchregeln.
Die Länge der Liste spielt nicht wirklich eine Rolle. Aber in der Regel komme ich auf maximal 30 Einträge, meist auf deutlich weniger.

Normalerweise führe ich immer nur eine Liste, die ich regelmäßig aktualisiere (dazu in einer anderen Aufgabenregel mehr), und nur in seltenen Fällen habe ich mehrere Aufgabenlisten. Mehrere Listen machen Sinn, wenn man Aufgaben zu verschiedenen Themen sammeln möchte, die alle für sich genommen so umfangreich sind, dass sie eine einzige Liste unübersichtlich machen würden. Bei mir gibt es etwa eine Liste für Privates im privaten Notizbuch und eine für Geschäftliches im Büronotizbuch.

Manchmal führe ich eine Liste über mehrere Seiten: so notiere ich etwa auf einer Seite nach und nach Aufgaben. Wenn die Seite voll ist, gehe ich zur nächsten leeren Seite weiter und notiere dort. Das kann aber mehrere Seiten weiter sein, da sich auch andere Inhalte im Buch befinden. Wenn ich dann auf der ersten Aufgabenseite einen Teil der Aufgaben abgehakt habe und auch auf der zweiten, muss ich ab und an nach hinten blättern (s. auch Notizbuchregel zu den GTD Zeichen). Von Zeit zu Zeit fasse ich diese zersplitterten Listen zusammen (auch dazu später eine eigene Aufgabenregel).

Übrigens: keine Aufgabenliste ist keine Schande. Man sollte das Ganze nicht zu ernst nehmen; es muss Spaß machen und persönlichen Nutzen bringen. Manche Menschen brauchen auch gar keine Listen. Die Listen sollten kein Selbstzweck sein und man sollte sie nur nutzen, wenn man selbst merkt, dass es einem selbst etwas bringt. Ansonsten sind sie Zeitverschwendung (s. dazu auch Wann man keine ToDo Listen braucht).

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Leser Markus stellte mir eine Frage nach einem Kalender mit ganz besonderen Eigenschaften. Ich hatte zwar ein paar Ansätze, aber so richtig was Passendes war nicht dabei. Vielleicht habt ihr einen Tipp? Hier seine Randbedigungen:

[…] Ich bin nämlich auf der Suche nach einem Notizbuch, dass gleichzeitig als Kalender genutzt werden kann, jedoch nicht nur 1Jahr sondern gern 2-3 Jahre. Allerdings sollte diesen Buch dennoch nicht zu dick sein(max.5cm) und eine Woche sollte auf einer Seite Platz finden. Gibt es einen Hersteller der diese Kriterien erfüllt? Ach so, es sollte auch kein Ringbuch sein, oder eine Variante bei der man die Blätter austauschen kann. Einmal beschrieben, ist und bleibt im Buch beschrieben. […] Kalender und Notizbuchseiten dürfen zusammen zu sehen sein. Wenn nicht ist dies auch total ok! Bin mir eben nicht sicher was vorteilhafter ist. Das Format sollte max.zwischen A4-A5 sein und min. A6. […]

Wir sind gespannt auf eure Kommentare

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Es ist schon etwas her, dass ich über die Maruman Notizbücher aus Japan geschrieben habe. Jetzt bin ich bei penaddict.com über eine Rezension gestolpert, die einen Link auf den Shop von jetpens.com enthält, wo man die Bücher kaufen kann. Zum Maruman Mnemosyne Inspiration Notebook heißt es:

[…] These new Mnemosyne notebooks are an “it” product in Japan. They are perfectly designed with the professional in mind and are great for drawing down inspiration and ideas. Everyone from a college student to a working professional will find this notebook useful and particularly well-designed. Named after the Greek goddess for memory, each Mnemosyne notebook features a sturdy cover and is firmly bound with a dual ring system. […]

Ein Dreierpack („A5 (5.8″ X 8.3″) – Unruled – 70 Sheets“) kostet fast 30 USD. Die Bücher hören sich interessant und sehen gut aus.


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Irgendwo hatte ich über das Buch Weiße Magie: Die Epoche des Papiers (Werbelink) von Lothar Müller (Hanser Verlag) gelesen und konnte nicht widerstehen.

Ein Kollege fragte mich während der Lektüre im Zug, ob das Buch spannend sei. Ich sagte, es sei nicht spannend. Es ist auch keine leichte Kost, aber es war so fesselnd, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen und dauern etwas unterstreichen oder am Rand notieren wollte.
Man lernt Vieles über die Geschichte des Papiers von den Chinesen bis heute. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn geschichtliche Ereignisse plötzlich als logische Abfolge erscheinen und so ging es mir bei diesem Buch, das die Entstehung von Spielkarten, Zeitungen und persönlichem Briefwesen in einen größeren Kontext einbettet, der als Zusammenhang Sinn macht. Ein paar Aspekte und Gedanken, die ich während des Lesens hatte, möchte ich euch beschreiben.

Weißes Papier regt nicht nur Notizbuchfans zum Schreiben an, sondern auch Autoren, und sogar den großen Goethe (S. 128) beim „Faust“:

[…] Ich habe nun auch das ganze Manuskript des zweiten Teiles heute heftenlassen, damit es mir als eine sinnliche Masse vor Augen sei. Die Stelle des fehlenden vierten Aktes habe ich mit weißem Papier ausgefüllt, und es ist keine Frage, dass das Fertige anlocket und reizet,um das zu vollenden, was noch zu tun ist […]

Das weiße Papier wird als „Signalfarbe der Produktion“ bezeichnet und als Sinnbild des modernen Autors (S. 131):

[…] Im Reichtum der Optionen, die es bereithält, in der Füllbarkeit seines Mangels, in den guten Beziehungen, die es zum gebundenen, bedruckten Papier unterhält, in der Bereitwilligkeit, mit der es dem Autor folgt, wohin er auch geht, wird das weiße Blatt zum Spiegel, in dem sich die Umrisse der Figur des modernen Autors abzeichnen. […]

Das klingt wie eine Ode an das Notizbuch – und zwar an das analoge Notizbuch. Dass das Materielle / Analoge bzw. Nicht-Digitale durchaus eine Rolle spielt bestätigt auch die Untersuchung zur Brieftheorie (s. 157)

[…] Den neueren Brieftheorien kommt es daraf aus, „dass der Empfänger etwas in die Hand bekommt, nicht nur, dass er etwas liest“. Sie begreifen den Brief statt nur als Schriftträger zugleich als physisches Objekt, dessen Zirkulation eine Fülle außersprachlicher Botschaften zu transportieren vermag. […]

Das gilt wahrscheinlich nicht nur für Briefe. All die Menschen, die als Vorteil des gedruckten Buches oder des Notizbuches die Haptik aufrufen, werden eine Ahnung davon haben (auch wenn der Autor S. 352 schreibt, dass dem Digitalen die Haptik nicht fehlt, das „Wischen“ sei Ersatz). Auch das „Sich mit sich selbst beschäftigen“ beim Schreiben ist ein Thema bei Briefen (S. 159)

[…] Ebensosehr aus der Distanz selbst wie aus der Funktion ihrer Überbrückung gewinnt daher der empfindsame Brief seine Intensität und die Spannung zwischen seinen Polen: Mitteilungsform und Medium der Selbstreflexion seiner Verfasser zu sein. […]

S. 295 schreibt der Autor über Autographen. Diese Handschriften haben eine „elementarste Bestimmung: Original zu sein, Unikat“. Ich hatte den Gedanken, dass auch Handschriftliches in Notizbüchern den Schreibenden das Gefühl gibt, authentisch zu sein, ein „Original“ zu haben – und eben nicht einen digitalen Text, gleichrangig mit allen anderen digitalen Texten in einem Gerät.
S. 299 tritt das Papier als Luxus in Erscheinung, als schöne Papiere, als Dekoration; und „Scrapbooks“ werden S. 300 unten angedeutet, wo ein Kinderbuchautor 1790 dafür eintritt, sein Kinderbuch von Kindern bekleben und umgestalten zu lassen.

Am Ende stellt der Autor fest, dass die digitale Welt schon viele Funktionen der analogen Welt kopiert hat. In beiden Welten „lesen und schreiben“ wir. Ein Epochenwandel findet statt, aber:

[…] Wir leben, bis auf weiteres, immer noch in der Epoche des Papiers […]

Das Buch kostet bei amazon (Werbelink) knapp 25 EUR.


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© amazon.de, mit freundlicher Genehmigung im Rahmen des Partnerprogramms

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Leser Roger hatte mir die Bücher von zeitVektor im Dezember 2010 ans Herz gelegt (ich habe das nicht vergessen! :-) ). Nun habe ich bei jetpens die Marke gefunden. Da die Homepage der japanischen Marke leider nicht auf Englisch verfügbar ist, muss ich mich auf die Infos von jetpens.com verlassen:

[…] This wallet sized memo pad case is perfect for the commuter. The synthetic leather material has a sophisticated look and it features a small graph lined notepad and two free pockets perfect for stashing business cards or subway cards. A small pen can be tucked inside for jotting notes. Multiple case colors and memo pad refills are available. […]

Das Zeit Vektor Composite Leatherette Memo Pad Case – 3.7″ X 4.5″ – Green (ca. DIN A6) kostet 33 USD und ist in verschiedenen Farben erhältlich. Dort findet ihr auch einige Bilder.


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Bei Notcot fand ich den Link zu Machine Drawing Drawing Machines – ein Malapparat mal zwölf historische Malapparate. Ist zwar etwas selbstreferenziell, aber sehr schön: Machine Drawing Drawing Machines

Machine Drawing Drawing Machines from Pablo Garcia on Vimeo.

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Letterjazz ist ein Projekt von Sven Winterstein, das ich euch vor über einem Jahr schon vorgestellt hatte. Ihr kennt vielleicht auch seine Notizbücher der Marke Kraftpapier.
Heute Mittag schrieb ich noch über den Letterpress Aufschwung, da publiziert Sven heute ein neues Letterpress Video:

[…] Im Druck-Atelier Letterjazz, mitten im Ruhrgebiet, kam alles zusammen: Kreative, Kontrabass-Klänge, alte Druckmaschinen und eine geteilte Passion für außergewöhnliche, gedruckte Kostbarkeiten aus Papier. Im Essener Letterpress-Studio entsteht ein fein gemachtes CD-Packaging für das Jazzquintett des Kontrabassisten Caspar van Meel. Das Video fängt die Atmosphäre der Arbeit im Druck-Atelier ein und zeigt fleißige Hände sowie an Druckmaschinen als auch am Kontrabass. Letterpress Tones veranschaulicht, dass für Künstler und anspruchsvolle Kreative das Druckverfahren Letterpress allererste Wahl ist und dass es Wert, Authentizität und Ästhetik perfekt miteinander verbindet. […]

Das Video steht dem von Video: der älteste Papierladen von Los Angeles in nichts nach, ich finde es sogar fast noch besser. Anschauen ist Pflicht!.

Letterpress Tones from Letterjazz Druck-Atelier on Vimeo.

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Im San Francisco Chronicle las ich vor einigen Tagen den Artikel Letterpress thriving in the age of the iPad, in dem von der Wiedergeburt von „Letterpress“ Handarbeiten berichtet wird:

[…] In the past decade, letterpress printers have grown into a thriving community. Many of the most devoted members are graphic designers who […] are seeking an alternative to their digital day jobs. […]

Neben den üblichen Aspekten des Authentischen werden auch kommerzielle Aspekte beleuchtet:

[…] Kate’s Paperie, an upscale Manhattan stationer, says letterpress products jumped to 44 percent of sales last year from 33 percent in 2010. Etsy, the website that hosts online stores for handmade goods, listed over 22,000 letterpress items in early April, more than triple the number a year earlier. […]

Kate’s Paperie habe ich mir dann im Web genauer angesehen, und siehe da: sehr viele schöne Produkte,darunter auch Notizbücher. Über Kate’s Paperie habe ich 2010 schon in Ein Notizbuchladen in New York berichtet.


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@wortmeer twitterte den Link zum Foto-Magnet mit Notizblock, wobei man das Foto auf dem Magnet selbst wählen kann:

[…] Der praktische Magnet mit Notizblock, bedruckt mit Ihrem Lieblingsfoto, lässt Sie in Zukunft nichts mehr vergessen. – Gelber Haftnotizblock mit 100 Seiten – In 3 Variationen erhältlich […]

Der Magnetnotizblock kostet knapp unter 12 EUR.


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Das Notizbuchblog wünscht euch allen

Frohe Ostern!

Passend zu Ostern habe ich auch dieses Oster-Notizbuch bei etsy gefunden:


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