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Gestern schrieb ich in Wo kommen unsere Idee her über die Bedeutung, die das Erfassen von Ideen hat. In der heutigen Regel gehe ich näher auf das Thema ein.

Notizbuchregel 20: Wie man Ideen erfasst

Ich habe schon oft Artikel zitiert, die die Wichtigkeit des Schriftlichen betonen und auch schon einige Beispiele genannt. In Vergessenskurve – Kaum gelernt, schon wieder vergessen schreibt auch Jochen Mai in seiner Karrierebibel, wie wichtig das Aufschreiben ist:

Schreiben Sie es auf! […] Wenn wir Dinge notieren, die wir uns merken wollen, transformieren wir sie zugleich in eigene Worte, die uns mehr bedeuten. Aus den Buchstaben werden aber auch Bilder, die wir uns ebenfalls besser merken können. Die Talentierten unter Ihnen können natürlich wirklich ein kleines Bild daraus malen. Merkposten gemalt zu haben, erzeugt für Ihr Gehirn ein sinnliches Erlebnis. Der Duft des Papiers oder die Lösungsmittel im Stift erzeugen weitere sinnliche Eindrücke, die sich allesamt nur um das Gelernte ranken. Versuchen Sie sich auch diese Impressionen einzuprägen

Für Ideen gilt das besonders. Sie kommen uns in den „unpassendsten“ Momenten und dann gilt es schnell zu reagieren und sie zu erfassen. Wenn eine Idee erst einmal festgehalten ist, lässt sich später viel einfacher damit arbeiten. Die folgenden Schritte sind meiner Meinung nach zielführend, um mit Notizen zu Ideen zu arbeiten:

  1. Erfassen: wenn ihr eine Idee habt, schreibt alles spontan auf. Nehmt keine Rücksicht auf korrekten Ausdruck oder organisierte und strukturierte Form – Kritzeln ist erlaubt. Schreibt alles auf, was euch zum Thema gerade in den Sinn kommt. Vergesst nicht, die Idee mit einem Themenkasten zu kennzeichnen und zwar auf jeder Seite, die zur Idee gehört.
  2. Last nach dem ersten Erfassen noch einmal schnell über eure Einträge. Dann wird euch sicher wieder einiges einfallen, das ihr nach dem gleichen Schema wie in Schritt 1 erfasst. Hier könnt ihr verwandte Punkte oder Themen, die zueinander geführt haben, mit Verbindungslinien verknüpfen
  3. Lest euch die Idee und die dazugehörigen Notizen nach einem Tag, einer Woche und einem Monat wieder durch. Bis dahin hat das Thema in euch gearbeitet und ihr könnt entweder die nächsten Anregungen dazu erfassen – oder ihr verwerft die Idee vielleicht sogar schon. Wenn euch die Idee zwischendurch nicht loslässt, immer wieder mit Schritt 1 starten.
  4. Selbst wenn ihr die Ideen nicht umsetzt, so hilft schon alleine das Erfassen derselbigen und das Reflektieren über das Für-und-Wider dem Erweitern des eigenen Horizonts

Ich bin beim Durchblättern alter Notizbücher immer wieder verblüfft, was ich schon alles aufgeschrieben habe. Manchmal greife ich dann in meinem aktuellen Notizbuch die Idee wieder auf und spinne sie weiter. Nicht selten kombiniere ich sie mit Ideen die ich seitdem notiert habe oder modifiziere die alte Idee in einer zufälligen Art und Weise.

Wie schreibt ihr eure Ideen auf? Habt ihr Erfahrungsberichte?


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Kategorie: Tipps  Tags: , ,

Über den Twitter Stream von @escapeintolife bin ich über einen faszinierenden Künstler bei flickr gestolpert: lbeto. Er malt Künstler wie Andy Warhol, Jim Morrison und Miles Davis in seinem Notizbuch. Er hat einen ganz eigenen Stil und hält diesen wunderbar konsequent bei seinen Zeichnungen durch. Sehenswert. Schaut mal in lbeto’s Photostream oder direkt in die Liste der Künstlerzeichnungen.


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© lbeto bei flickr

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Kategorie: Kunst  Tags: ,

Bei lifehack.org las ich unlängst den interessanten Artikel Where Do Ideas Come From?. Bemerkenswert fand ich insbesondere den Satz, was die Kreativen von den Nicht-So-Kreativen unterscheidet:

What separates the creative from the not-so-creative isn’t so much the ability to come up with ideas but the ability to trust them, or to trust ourselves to realize them

Dustin Wax schreibt weiter, dass unsere Ideen aus uns selbst heraus und von außerhalb kommen und durch dieses Spannungsfeld befördert werden:

we get ideas from within ourselves and from without, or more to the point, from the interaction of the two

Aber die Ideen kommen nicht von alleine. Man muss etwas dafür tun, und zwar bedarf es der folgenden fünf Eigenschaften:

  1. Bereitsschaft – man muss bereit dazu sein, Neues zu entdecken und aufzunehmen
  2. Aufmerksamkeit – die eigene Umwelt will beobachtet werden, dann enthüllt sie ihre Ideen
  3. Neugierde – „was wäre wenn …“-Gedankengänge und die Lust, Vorgänge zu verstehen, helfen der Kreativität
  4. Einsatz – man muss Aufwand treiben, um mit den Ideen zu arbeiten
  5. Spürsinn -es gehört auch eine Prise Glück dazu, auf die richtige Idee zu stoßen

Speziell Punkt 4 „Einsatz“ ist ein wichtiger Punkt für euch. Denn an dieser Stelle kommt das Notizbuch zum Tragen, wie Dustin in Back to Basics: Capture Your Ideas schreibt. Mit Ideen muss man arbeiten und dazu muss man sie erst einmal erfassen und festhalten. Nun hat man oft eine Idee, die aber – nicht gleich festgehalten – gleich wieder weg ist, weil man abgelenkt wird. Die Lösung:

The solution is to develop the habit of capturing everything important that crosses your mind, when it crosses your mind. Ideally, you would settle on a single point of capture, something that you can keep with you all the time and always rely on.

Man soll sich angewöhnen, alles sofort festzuhalten, am besten auf ein einziges Medium, das immer dabei ist und auf das man sich immer verlassen kann. Na was kann das wohl sein? Richtig: ein Notizbuch. Natürlich kann man auch digitale Werkzeuge benutzen, aber die hat man nicht immer dabei. V.a. möchte man ja nur ein einziges Medium haben und wenn man überall an verschiedenen Stellen notiert, wird das nichts. Wenn man sich das Notieren erst einmal angewöhnt hat (habe mal irgendwo gelesen, dazu braucht man in der Regel ca. sechs Wochen), dann geht nichts verloren und man kann sich die Idee später noch einmal vornehmen und genauer durchdenken:

Get into the habit of always capturing and processing ideas as they occur to you. If you can’t trust yourself to do this, you’ll always worry that there’s something escaping your mind. If you’re not capturing and processing your thoughts, then there probably is something escaping your mind – lots of somethings, marching like lemmings over the cliff and into eternity!

Alles in allem zwei sehr schöne Artikel. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sie auf jeden Fall lesen.

Übrigens empfiehlt auch meine Leserin Jacky bei schriftsteller-werden.de das sofortige Notieren von Ideen. S. dazu auch den Artikel Notizen – Schreib es sofort auf oder du wirst es später bereuen.


© Dustin Wax, lifehack.org

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Kategorie: Fundstücke  Tags:

Beim Stylespion Kai Müller bin ich über nette Buchstützen gestolpert. Für Notizbuchfanatiker, die natürlich mehrere Regalmeter Notizbücher lagern müssen, können auch Buchstützen ein Thema sein. Daher dieses etwas Notizbuch-abseitige Thema heute am Sonntagabend. Die Stützen namens „Random Wood“ (Random = Zufall, Wood = Holz) finden sich auf der Homepage der Künstlerin Shimokawa Toru. Wenn ihr auf die Seite geht, müsst ihr den Link „Massive“ klicken. Ich mag diese reduzierten Formen – und weil sie so einfach, sind sie umso schöner


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© Shimokawa Toru + Stylespion.de

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Kategorie: Regale  Tags: ,

Im spanischen Blog La Comunidad fand ich einen Aritkel, den ich nicht verstand – ich kann kein Spanisch. Sehr interessant fand ich aber die Reihenfolge Foto – Zeichnung, die zum Notizbuchbild präsentiert wird. Das habe ich bisher noch nicht gesehen, dass jemand ein Foto des Objektes zeigt, das er im nächsten Bild als Notizbuchzeichnung präsentiert.


© Juan Manuel

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Kategorie: Kunst  Tags:

Als ich gestern Abend lecker gekocht habe, kam mir spontan die Idee für ein Lebensmitteltagebuch oder Essenstagebuch – und schon war die heutige Sonntagsidee geboren. Wozu könnte so ein Tagebuch dienen? Hier wie immer ein kleines Brainstorming:

  • tägliches Notieren der gekochten Gerichte mit Zutaten
  • Adressen und Bezugsquellen besonderer Lebensmittelmittel oder Zutaten; ggf.auch einfach nur die Öffnungszeiten des Lieblingsbäckers oder -metzgers und die Telefonnummer,falls man mal was vorbestellen möchte
  • Einkleben oder handschriftliches Erstellen einer Kalorientabelle für besonders Ernährungsbewusste
  • Einkaufszettel erstellen
  • Kommentare zu Rezepten in Kochbüchern etc. oder gar Verbesserungsvorschläge und Kritiken zu Rezepten, die man ausprobiert hat
  • vielleicht kann man auch noch die persönliche Stimmung und/oder das Wetter notieren: möglicherweise entdeckt man ja ein Muster im Kochverhalten
  • Tabelle mit Saisongemüse (PDF) erstellen
  • besonders fleißige tragen jeden Schokoriegel, Frühstück, Abendessen und Getränke ein
  • buchhalterisch Veranlagte können Einkaufszetteleinkleben und die Preisentwicklung eines Lebensmittels wie Butter verfolgen – über die Jahre sicher interssant
  • künstlerisch Versierte malen ihr Essen wie andere ihre Follower malen
  • falls man Gäste hat, können diese Kritiken zum Essen hinterlassen

Notizbuchkunst kann auch das Thema Essen bedienen:


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© Liyin the Designer-in-Pajamas

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Kategorie: Sonntagsidee  Tags:

„Visionen in Papier“ schafft die Firma kremo. Mit Hilfe von Lasertechnik kann die Firma aus einem Buchblock dreidimensionale Objekte „ausstanzen“. So hat die Firma sogar schon ein Kunstobjekt für das „Museum of Modern Art“ in New York geschaffen. Zudem ist die Seite eine Fundgrube für Themen rund um Papier und Papierkunst, wie etwa die Außergewöhnlichen Kunstobjekte.
Natürlich braucht man für das Laserstanzen einen größeren Buchblock als ihn ein 200-Seiten Notizbuch bietet. Aber die Ideen sind super. Man könnte statt mit dem Laser ja auch mit dem Cutter im Buch arbeiten. Vielleicht hat einer von euch Lust auf einen solchen „Hack“. Falls es Bilder gibt, freue ich mich über eine Mail.

Screenshot der Homepage:


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© kremo

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Kategorie: Webseiten  Tags: , ,

Dass es Notizbücher im oberen Preissegment gibt, hatte ich bereits berichtet. Nun bin ich auf eine weitere Seite gestoßen, die sich auf eine betuchte Zielgruppe eingestellt hat: smythson. In der Kategorie Books findet man eine Reihe interessanter Buchtypen, wie z.B. die Notizbücher der Reihe Malachit (s. auch Wikipedia).

Books – As the world’s foremost purveyor of luxury stationery, Smythson offer an unparalleled collection of leather-bound books to suit any purpose: from our much-loved Manuscript Books and fun and witty pocket notebooks, to indispensible travel journals and luxurious leather photograph albums. Each and every book is handmade in England, featuring stitched leather binding and Smythson’s signature hand-milled paper

Die englische Firma hat sogar ein eigenes Blog und wer sich das alles einmal aus der Nähe anschauen möchte, der kann über den Storefinder den nächsten Laden ausmachen.

Hier ein Screenshot der Seite:


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Kategorie: Smythson  Tags: , , ,

Die FAZ berichtet heute auf der Titelseite des Feuilletons der Printausgabe von der Vergabe des Literaturnobelpreises an die Deutsche Herta Müller. Der Preis war wohl eine Überraschung für die meisten Beobachter.
Doch was hat das nun mit Notizbüchern zu tun? Auf der Titelseite des Feuilletons finden sich Gedichte der Autorin, die sie in Form von Collagen erstellt hat:


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© Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ja, ich weiß, ich bin nicht besonders pfleglich mit der Zeitung umgegangen, deshalb ist sie auf dem Bild etwas zerknittert. Es zeigt aber eine tolle Idee: Gedichte als Collagen im Notizbuch erstellen! Generell finde ich Collagen eine tolle Variante der Notizbuchkunst. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es sogar die passende flickr Gruppe dazu. Das ist doch mal eine tolle Sonntagsidee …

Collagen sind ja im allgemeinen keine textuelle Angelegenheit, aber diese Gedichtcollagen finde ich wirklich inspirierend.

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Vor gut drei Wochen hatte ich zu einer Umfrage aufgerufen. Gestern endete die erste Umfrage im Notizbuchblog zum Thema „Welche Notizbuchgröße bevorzugt ihr?“. Das Ergebnis: die Hälfte von euch verwendet DIN A5 Bücher! Knapp 40 % nutzen DIN A6 Bücher, also die klassische Größe der Moleskine (TM) Notizbücher. Das hat mich schon überrascht, denn ich hätte doch erwartet, dass viele Leser die kleinen Formate verwenden. Ich freue mich, dass so viele von euch mitgemacht, und bedanke mich für eure Stimmabgabe. Hier noch einmal das Ergebnis, das ihr auch im Umfragearchiv später noch nachlesen könnt.

Seit gestern Abend ist nun die neue Umfrage online: Welches ist eure bevorzugte Notizbuchmarke?. Ich habe vesucht die im deutschsprachigen Raum gebräuchlisten Notizbücher aufzuführen. Falls euch eines fehlt, freue ich mich über einen Kommentar. Dann kann ich die Marke das nächste Mal berücksichtigen. Ich freue mich auf eure Stimmabgabe auf der rechten Seite in der Navigationsleiste oben. Bin sehr gespannt auf das Ergebnis.

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