Archiv für » 2009 «

Bisher habe ich nie von Büchern berichtet, die etwas mit Notizbüchern zu tun habe. Da möchte ich heute Abhilfe schaffen. Das Buch, das ich heute vorstelle, heißt Schilfland: Works on Paper und enthält Skizzen des deutschen Malers Neo Rauch. Was hat das Buch mit Notizbüchern zu tun? Drei Gründe:

  • Entstehungsprozess – das Buch ist eine Sammlung von SKizzen, die Neo Rauch in seinem Atelier angefertigt hat. Meist spontan, im Sinne einer Notiz für ein späteres Werk
  • Format – soweit ich das dem Interview und dem Begleittext entnehmen kann, sind alle Skizzen ursprünglich im Format DIN A4 entstanden, einem durchaus üblichen Format für Notizbücher. Das Buch selbst hat ca. DIN A5 Format und ich wette mal, dass DIN A6 auch gut aussehen würde. Rauch selbst gibt aber im Interview zu bedenken, dass die Malfläche eine entscheidende Rolle für den Inhalt spielt – auf kleiner Fläche hängt irgendwie alles zusammen. Auf einer 2×3 m Leinwand entwickeln Elemente in verschiedenen Ecken eine Art Eigenleben
  • Materialien – Rauch verwendete für die Skizzen Bleistift, Buntstift, Kugelschreiber, Tuschestift, Öl und normales Papier; also alles Dinge, die jeder einfach kaufen und einsetzen kann, der Notizbuchkunst schaffen möchte

Die Bilder von Neo Rauch sind nicht Jedermanns Geschmack. Ich mag sie wegen all der unerzählten Geschichten, die sie enthalten. Es ist, als ob jedes Bild etwas sagen möchte – fast liegt es einem auf der Zunge, aber man kann es nicht formulieren. Das Phantastische und Surreale in seinem Werk macht es so großartig.
Wer Anregungen für Motive sucht oder Techniken für Notizbuchkunst studieren möchte, der ist mit diesem Buch auf der richtigen Spur; allerdings hat es mit fast 40 EUR auch seinen Preis.

ISBN: 978-379134369-3 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de
Ein Hinweis noch: wenn jemand über die Links hier das Buch bei amazon bestellt, dann bekommt der Verein Clever Spenden e.V., den ich selbst mal mit ins Leben gerufen habe, Provisionen, die wiederum gespendet werden. Ich verdiene also kein Geld mit diesen Partnerlinks.

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Das bookgirl bloggt seit Juni 2004 über Bücher. Sie ist aber auch den leeren Seiten eines Notizbuchs nicht ganz abgeneigt und schlägt im Artikel Journaling With Images eine Art „visuelles Notizbuchführen“ vor. Dazu hat sie buntes Papier ausgeschnitten und dann eine Doppelseite in ihrem Notizbuch gestaltet.


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Kategorie: Fundstücke  Tags: , , ,

Letzte Woche stellte ich Notizbuchregel 16 – Marker setzen vor.

Heute: Notizbuchregel 17 – Abkürzungen verwenden

Besonders bei langen Wörtern, die man häufig verwendet, macht es Sinn, sich Abkürzungen zum schnellen Erfassen von Notizen zu überlegen. Dabei sollte die Abkürzung so gewählt werden, dass sie direkt mit einem eigenen Schema interpretiert werden kann. Ich verwende häufig Großbuchstaben für die Anfangsbuchstaben der Wortbestandteile; Beispiel: in meinem Notizbuch kürze ich das Wort „Notizbuchblog“ mit dem Kürzel „NBB“ ab. Zusätzlich verwende ich Einzelbuchstaben, um etwa Aufgaben („A“) zu kennzeichnen. Die folgenden Buchstaben könnten als Grundstock für schnelle Erfassung von Notizen dienen, sind aber auch in Kalendern sehr nützlich, wenn man sie einem Eintrag voranstellt (etwa „A:Protokoll“):

  • A – Aufgabe – zur Markierung von Einträgen als Aufgabe
  • I – Idee – hiermit werden unausgegorene spontane Einfälle gekennzeichnet.
  • S – Status – damit werden Aufgaben gekennzeichnet, die ein Nachfassen in einer bestimmten Sache erfordern
  • B – Buch – damit markiere ich manchmal Titel von Büchern, die ich mir merken will. Meist erfasse ich aber tatsächlich ein oder mehr Bücher pro Seite

Wahlweise kann man einzelne Buchstaben einkringeln, umspäter gezielt beim Blättern danach suchen zu können. Dazu muss man sich auf jeden Fall einen eigenen Mechanismus zum Erzeugen eigener Abkürzungen überlegen. Wenn man alte Bücher durchblättert, sind einem alte Abkürzungen vielleicht nicht mehr vertraut – sie erschließen sich dann nur aus dem Kontext oder weil man weiß, wie sie gebildet wurden.
Wer Anregungen dazu sucht, der sollte einen Blick in abkuerzungen.org werfen, wo eine unglaubliche Menge an Abkürzungen alphabetisch geordnet durchstöbert werden können.


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Kategorie: Tipps  Tags: ,

Die täglische italienische Dosis Coolness soll man laut Eigenwerbung auf frizzifrizzi.it bekommen. Dort stieß ich auf den Artikel über Lee Misenheimer. Lee ist ein Notizbuchkünstler und seine Bilder strahlen eine ungewöhnliche Dynamik aus, die dadurch unheimlich wird, dass die Gesichter von Riesen zu stammen scheinen. Wie nicht anders zu erwarten, hat Lee Misenheimer ein flickr Konto, über das man sich seine Kunst im Detail anschauen kann. Seine Homepage enthält zusätzlich noch etwas „Old Shit“.


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© Lee Misenheimer

Weitere Bilder:


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Kategorie: Kunst  Tags: ,

Die folgende Sonntagsidee stammt von Iris Gernhuber aus Bayern. Sie ist aktuell mit einem Umzug befasst und führt daher aktuell ein Umzugsnotizbuch. Daher die Sonntagsidee das Notizbuch zu Umzugsorganisation zu nutzen. Sie hat ihr Buch in verschiedene Rubriken eingeteilt und führt die Seiten eher lose. Die Idee kann man natürlich bereits bei der Wohnungssuche starten. Hier also die Ideensammlung in Stichworten:

  • Checkliste für Besichtigung: Was will ich fragen? Worauf muss ich achten? Haustiere erlaubt? Heizkosten in NK enthalten?
  • ein kleiner Stadtplan, für die eigene Notizbuchgröße zurechtgeschnitten, um Adressen der angebotenen Wohnungen zu checken. Wer in Ballungsgebieten Wohnungen sucht, sollte sich unbedingt openstreetmap.org anschauen. Dort gibt es für viele Gebiete sehr präzise Karte
  • Wohnungssuche: für jede Wohnung, die man besichtigt, kann man eine eigene Seite anlegen. Dort werden dann die Eindrücke festgehalten, die Vor- und Nachteile, Randbedingungen bei der Miete, Infos zu Hausgemeinschaft. Jede Seite sollte aber auch die Grunddaten enthalten: Größe, Miete, Nebenkosten, Parkplätze, ÖPNV Anbindung, … . Idealerweise stehen diese Infos immer an der gleichen Stelle auf einer Seite und sind irgendwie eingerahmt, damit man beim Durchblättern schnell einen Blick darauf werfen kann. Wichtig: die Kontaktdaten des Maklers oder des Vermieters, falls man noch fragen hat. Falls es eine Zeitunganzeige gibt, kann man diese einkleben. Jede Wohnung bekommt eine Ziffer, um sich einfach darauf beziehen zu können.
  • sobald man sich für etwas entschieden hat, kann man eine Checkliste für die alte Wohnung anlegen: Was muss erledigt, renoviert, geklärt, gekündigt … werden?
  • Ummelden: Liste aller Ämter/Versicherungen/Abos/Freunde usw. die informiert werden müssen sowie Vermerke, was davon schon erledigt ist (s. auch Notizbuchregel 3 – Erledigungszeichen / GTD signs)
  • Umzug: wer hilft beim UMzug, was muss besorgt/geklärt/vorbereitet werden?
  • Neue Wohnung: alle Fakten, Kontaktdaten des Vermieters, ToDo-Liste, Infos über das Stadtviertel (der nächste Supermarkt, Bäcker, Tierarzt…), Grundriss …
  • Fahrpläne der nächsten Bus/S-Bahn/U-Bahn Haltestelle festhalten
  • erste Eindrücke in der neuen Wohnung wie in Tagebuchform festhalten
  • Das Buch auf keinen Fall nach Erledigung aller Punkte wegwerfen; es wird sicher mal ein schönes Andenken sein

Dazu passende Notizbuchkunst von © Judith Nijholt-Strong


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Vielen Dank an Iris für die tolle Idee und die umfangreiche Mail. Wenn ihr auch Ideen habt, dann freue ich mich über eine Mail.

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Kategorie: Sonntagsidee  Tags: ,

In Papierobjekte aus Printmedien hatte ich von einer schönen Miniausstellung im ZKM in Karlsruhe berichtet. Die Objekte hatten es mit angetan und so habe ich mich heute darin versucht, ein Notizbuch entsprechend meiner Eindrücke zu gestalten. Bereits vor der Ausstellung hatte ich mit gefalteten Seiten in Büchern experimentiert, wie ihr dem Bild im Artikel Sonntagsidee 4: Personalisiertes Geschichtsbuch sehen könnt. Dass ich ein Freund des Faltens bin, zeigt auch mein Fieldnotes Hack Ein Fächer aus der Fächerstadt – der Field Notes Notizenhalter. Zudem wohne ich in der Fächerstadt Karlsruhe, was natürlich zusätzlich inspiriert.

Heute habe ich mir dann als Einstieg ein blanko Notizbuch genommen und folgendes getan:

1) Man nehme ein normales Notizbuch. Da der Einband entfernt wird, kann es auch ein weniger schönes sein. Das Experiment kann man aber auch mit Büchern oder mit bereits beschriebenen Büchern wagen. Zudem machen sich bunte Seiten viel besser als weiße.


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2) Nun entferne man den Einband und die Vorsatzseiten, so dass nur noch die Heftung mit dem darauf aufgesetzten Kapitalbändchen übrig bleibt. Vorsicht: das dürfte nur mit fadengehefteten Büchern funktionieren, die zusätzlich nochmal verklebt sind. Ansonsten fallen die Seiten auseinander (ich habe es nicht versucht, würde aber ein Auseinanderfallen bei einem Moleskine erwarten). Nach dem Entfernen des Einbandes bleibt der Buchblock mit dem Lesebändchen übrig. Das sieht dann etwa so aus:


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3) Die Faltung ist nun individuell. Natürlich kann man die Seiten auch zusätzlich noch ausschneiden / einschneiden oder sonstwie gestalten. Für meinen ersten Versuch habe ich eine einfache Faltung gewählt, in dem ich auf jeder Seite die rechte obere Ecke an die Innenkante gezogen und dann als Dreieck gefaltet habe. So bekommt man übrigens einen guten Eindruck von der Sprödigkeit des Papiers und sieht später gut, wie das Papier durch die Faltungen fächert.


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4) Wenn alle Seiten gefaltet sind, muss man das Buch soweit dehnen, dass die Seiten einen Kreis bilden. Ggf. müssen die Außenseiten zusammengeklebt oder geheftet werden. Das Ergebnis sieht dann in etwa so aus.


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5) Da das Lesebändchen ja noch am Buchblock festgemacht ist, kann man es dazu verwenden, die Faltskulptur daran aufzuhängen. Problem hierbei: das Bändchen ist nicht senkrecht festgeklebt, so dass das Objekt etwas schiefhängt und damit die unschöne geheftete Seite in der Regel in den Vordergrund dreht.


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Das ganze macht einen ästhetischen Eindruck in der Makroansicht.


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Falls einer von euch nun anfängt zu experimentieren: schickt mir undedingt einen Erfahrungsbericht und ein Foto!

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Kategorie: Hack  Tags: , , , , ,

Bei Picdit las ich den Artikel Irena Zablotska’s sketchbook. Dort werden Bilder von Irena Zablotska aus Lviv in der Ukraine gezeigt, Notizbuchkunst versteht sich. Irina hat eine interessante Navigation auf ihrer Webseite. In der Navigationsleiste links müsst ihr auf die Punkte unterhalb von „moleskine sketchbook“ klicken, um euch durch die Notizbuchseiten zu arbeiten.


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Kategorie: Kunst

Heute erreichte mich ein kleines Päkchen mit dem Aufdruck www.lexikaliker.de. Die Webseite kenne ich schon seit einiger Zeit, nachdem sie mir über Twitter empfohlen worden war. Nach dem Öffnen des Überraschungspäkchens war die Freude groß: Gunther Schmidt, der Autor des Blogs Lexikaliker, schickte mir diese schönen Bleistifte, als Dankeschön, dass ich das Notizbuchblog betreibe:

Die Stifte mit dem goldenen Aufdruck Lexikaliker sehen nicht nur gut aus, sie schreiben auch gut! Gunter betreibt mit Lexikaliker ein ungewöhnliches Blog, in dem er über allerhand Kurioses und Außergewöhnliches rund um das Thema Schreibgeräte berichtet.

Für Bleistiftfreunde lohnt sich unbedingt ein Blick auf Gunters virtuelles Mäppchen, wo er seine Bleistiftsammlung präsentiert.

Mechanische Bleistifte, Zubehör und Verwandtes aus vier Jahrzehnten und fünf Ländern
Gunther’s virtual pencil case – Mechanical pencils, accessories and related items from four decades and five countries
Die hier gezeigten Stücke stehen nicht zum Verkauf. – The items shown here are not for sale.

@Gunther: Danke nochmal für die Stifte! Sie sind eine tolle Motivation, das Notizbuchblog mit dem bisherigen Elan weiterzubetreiben.

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Kategorie: Allgemein  Tags: ,

Wer von euch kennt die Walt-Disney-Methode als Kreativitätstechnik? Ich bin immer wieder verblüfft, wie weit man mit dieser einfachen Vorgehensweise kommt: Man nehme ein Problem oder eine Idee und bearbeite sie nacheinander in den folgenden drei Rollen:

  • Als Träumer stürzt man sich ohne Rücksicht auf Machbarkeit und rationale Argumente auf seine Idee und hält alles fest, was man damit verbindet, was einem im Kopf rumgeistert oder wie man etwas verändern möchte. Die Sicht ist rein subjektiv und eher emotional getrieben
  • Als Realist versucht man dann die Ergebnisse, die man als Träumer hatte, auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen: was wäre notwendig, um die Träumereien umzusetzen, wie würde man vorgehen?
  • Als Kritiker versucht man sich selbst die eigene Idee zu zerlegen, Gegenargumente zu finden und objektiv zu sein. Der Kritiker sucht das Haar in der Suppe des Realisten und fällt dem Subjektiven des Träumers in den Rücken.

Ein Notizbuch kann bei der Umsetzung der Methode prima helfen, v.a. wenn man alleine an einer Idee arbeitet. Wenn man ein großes DIN A4 Buch hat, kann man wie folgt vorgehen: man unterteilt die Seiten jeweils in der Hälfte. Die erste Hälfte füllt man als „Träumer“, die nächste als „Realist“, dann als „Kritiker“. Am Ende ergeben sich Aufgaben auf dem Weg zum Ziel und die ersten Schritte, die man sich selbst auferlegt -quasi als Selbstverpflichtung – schreibt man unter „Erste Schritte“. Für die ersten Aufgaben idealerweise meine Erledigungszeichen verwenden, damit man die Erledigung psychologisch vorteilhaft abhaken kann. Der Bereich „erste Schritte“ kann man als „neutralen Beobachter“ sehen – dies ist in Variationen der Technik auch manchmal die vierte Rolle.

Wer mit kleineren Buchformaten oder gar mit DIN A6 arbeitet, der sollte für jede Rolle eine Seite füllen. Oftmals ist es sinnvoll, sich erst einmal eine gewisse Zeit pro Rolle zu geben und dann in die nächste Rolle zu schlüpfen. Ich fand es häufig sinnvoll, iterativ vorzugehen und dabei mehrere Runden zu durchlaufen. Es bedarf allerdings einer Menge Selbstdisziplin in eine Rollezu schlüpfen und sie konsequent auszufüllen.
Bisher habe ich die Disney-Methode noch nicht mit anderen Methoden wie Scamper kombiniert, aber das wäre mal einen Versuch wert.

Weitere Infos zur Disney Methode findet ihr hier, hier und hier.

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Kategorie: Hack  Tags: ,

wil_freeborn zeichnet für mein Empfinden sehr geschmackvolle Notizbuchkunst. Neben Szenen aus dem Alltag, Gebäuden und Szenen aus dem öffentlichen Raum finden sich bei flickr auch Motive, die an die reduzierte japanische Ästhetik erinnern. wil_freeborn“ class=“external“ target=“newwin“>Zum Schmökern am Abend sehr schön.


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„Last days of summer“ – © wil_freeborn

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Kategorie: Kunst