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In meiner Interviewreihe stelle ich euch heute Sandra Elm vor. Sandra ist die Macherin von re-cover. Bei re-cover kann man sein geliebtes Notizbuch in sein eigenes T-Shirt einbinden lassen. Sandra hat dafür schon den red dot design award gewonnen und ist 2010 für den Designpreis Deutschland nominiert. Ich konnte Sandra ein paar Fragen zu ihrer tollen Idee stellen.
Vorab ein Bild von Sandra, damit ihr ein Gesicht bei den Fragen vor Augen habt.

Sandra Elm
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1) Wie kamst Du auf die Idee mit re-cover?

Eigentlich bin ich gelernte Schneiderin, arbeite aber seit nunmehr 12 Jahren in der Werbung.

Zu Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten und Abschieden von Kunden oder Kollegen gab es bis dato immer klassische „Werber-Geschenke“: Anzeigen oder Plakat-Motive aus dem Agentur-Alltag wurden umgetextet, auf A3-Pappen aufgezogen und auf der Rückseite war ausreichend Platz für persönliche Wünsche und Grüße von den Kollegen. Der Beschenkte hatte kurzfristig großen Spaß an dieser überdimensionalen Grußkarte, schlussendlich aber ein Verstauungsproblem. Wir tauschten also zunächst die Riesen-Pappe gegen ein hand-liches Notizbuch und testeten diverse Materialien für den Einband. Schlussendlich hatten Lothar und ich die Idee, alte, kultige T-Shirts, die kein Mensch mehr trägt, die aber viel zu schade zum Wegwerfen sind, weil sie voller Erinnerungen stecken, zu recyceln und die Notizbücher damit neu einzukleiden. So ging alles los. Dann habe ich – in meiner neuen Funktion als Captain – weitere Kollegen zum Mitmachen angeheuert. Und die sind fast alle freiwillig an Bord geblieben. Lea gibt den digitalen Kurs an, Sarah hat die Texte überarbeitet, Moni, Daniel und Helge machen das Art Work. Und ab und an funkt der Ackermann dazwischen.

2) Wie kam es dann zu den Designpreisen wir dem red dot Design Award?

Mein damaliger Chef hat von Anfang an an unsere Idee geglaubt und hat uns ermutigt, die „re-cover story“ einzureichen. Bedingung war, dass wir uns – außerhalb des Tagesgeschäfts – Gedanken über die Einreichungs-Kategorie machen und darüber, wie wir unsere Idee am wirkunsgsvollsten aufbereiten. Schlussendlich hat er sich dann sogar dafür eingesetzt, dass die Agentur sich an den Kosten beteiligt. (Die eigentlichen Einreichungsgebühren sind kein Thema. Was richtig Geld kostet, sind die Publikationskosten, wenn die Gewinner-Arbeiten im Jahrbuch abgedruckt werden.) Das hätten wir finanziell alleine nicht geschafft.

3) Du hast ja noch einen „Erstjob“ soweit ich weiß. Wieviel Zeit kannst Du für re-cover investieren?

Es ist nicht so, dass ich mich vor Aufträgen kaum retten könnte. Dafür machen wir viel zu wenig Werbung. Und vielen Interessenten ist es zu aufwendig, mit re-cover „ins Geschäft zu kommen“, da vorab eigener Einsatz gefragt ist (T-Shirt-Material aussuchen, Ausschnitt bestimmen, Material verschicken…)
Leider bin ich kein wirklich guter Geschäftsmann. Ich bin immer daran interessiert, das Beste zu machen aus dem vorhandenen Material. Und da das Projekt so viel Freude macht und wir unglaublich viel positives Feedback bekommen, vergesse ich, auf die Uhr zu schauen.

4) Machst Du die Einbände alle selbst?

Ja.

5) Wie lange brauchst Du für ein Buch? Ist das formatabhängig?

Das Format spielt auf jeden Fall eine Rolle. Ein T-Shirt-Buch in small geht schneller als eines in large. Entscheidender ist jedoch der Zustand das Ausgangsmaterials: Muss das alte T-Shirt zunächst gewaschen, restauriert, fixiert oder gebügelt werden? Wo ist das Motiv platziert? Kann ich direkt zuschneiden und beziehen? Oder muss ein Motiv erst ausgeschnitten und auf anderer Stelle neu appliziert werden? Kann der neue Einband nur aufgeklebt werden oder soll er zusätzlich mit der Nähmaschine abgesteppt werden? Möchte der Auftraggeber ein SammelBand – ein Gummiband, mit dem man das Notizbuch verschließen kann? Je nachdem, brauche ich für ein Buch dann zwischen 20 und 50 Minuten.

6) Gibt es Bücher, die sich besser oder schlechter für ein Einbinden eignen? Welche Bücher sind besonders geeignet?

Für die re-cover-Technik eignen sich ausschließlich Notizbücher mit einem Soft Cover, idealerweise aus festem Tonkarton oder Schwarzpappe. Abgerundete Ecken machen das Erscheinungsbild geschmeidiger und verhindern Eselsohren.

7) Was möchtest Du mit re-cover gerne noch erreichen?

Ich wünsche mir, dass unsere Idee so bekannt wird, dass es irgendwann für einem kleinen Eintrag auf Wikipedia reicht. Und jeder, der diesen Eintrag entdeckt, soll beim Lesen schmunzeln. Und beim nächsten Ausmisten seines alten Lieblings-T-Shirts an uns denken.
Und diesem Material möchte ich auch weiterhin treu bleiben. Derzeit arbeiten wir an Buchstaben aus alten T-Shirts, die man aufkleben bzw. aufbügeln kann, einer eigenen Hausschrift und einer limitierten Auflage von Visitenkarten-Etuis.
Zunächst hat jedoch die Optimierung der T-Shirt-Bücher Vorrang: Das Innenleben muss langfristig hochwertiger werden. Dazu benötigt es mehr Seiten und dickeres Papier.
Wir sind auf der Suche nach einer Buchbinderei in Deutschland, die fadengeheftete Notizbücher mit Softcover und abgerundeten Ecken fertigt. Vielleicht hat ja einer Deiner Notizbuchblog-Leser einen Tipp für uns?

8) Welches Buch unter den von Dir eingebundenen war bisher dein Lieblingsbuch?

Ein Wochenkalender aus einem rosaroten, samtweichen bestickten T-Shirt (s. Foto) und natürlich Bücher aus T-Shirt-Klassikern aus den 80ern mit Motiven wie Che Guevara, Hard Rock Café und Mickey Mouse.


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9) Hast Du selbst ein Notizbuch (Foto?) und wofür setzt du es ein?

Ich gönne mir den Luxus, für verschiedene Anlässe mehrere Notizbücher nebeneinander im Einsatz zu haben. Derzeit gibt es da
– meinen Taschenkalender: Innenleben: Roter Faden Kalender, Bezug aus einem T-Shirt mit einer schönen klassischen Typo
– ein Reise-Tagebuch: Innenleben: Moleskine, Bezug aus einem Nick Cave-Tour-T-Shirt
– zwei kleine Skizzen-Bücher für unterwegs: Innenleben: Moleskine, Bezug: aus einem Konzert-T-Shirt von den Pogues und
– ein großes Moleskine-Heft für meine Ideen. (Bezug aus einem T-Shirt aus der Süssstoff-Kollektion von Lockstoff)

10) Wie sieht für Dich das ideale Notizbuch aus?

Mein ideales Notizbuch hat 64 bis 80 Seiten ungebleichtes 100 bis 110g Papier. Das Papier muss blanko sein, weil Karos und Linien die Gedanken „einsperren“, wie ich finde. Es ist fadengeheftet (mit grünen Faden) und hat abgerundete Ecken. Beim Umblättern darf das Papier ruhig ein bisschen knistern. Eine Innentasche ist praktisch zum Sammeln von losen Notizen, die noch abgearbeitet oder übertragen werden müssen. Dafür kann ich gut auf ein Lesebändchen verzichten. Der Einband ist natürlich aus einem wunderschönen und richtig verwaschenem T-Shirt und macht sowohl optisch als auch haptisch glücklich :-)

Danke an Sandra für das interessante Interview. Hier noch ein paar Fotos, die mir Sandra zur Verfügung gestellt hat:


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Die Werkstatt:

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Ich melde mich aus meiner österlichen Blogpause zurück und darf gleich den Gewinner der Osterverlosung – Moleskine Passion Book Journal verkünden. Danke für eure rege Teilnahme. 60 Teilnehmer haben mir ihre Bücher verraten, die sie als erstes in das Book Journal schreiben werden. Einen der 60 habe ich wie immer mit dem agitos Zufallsgenerator ausgewählt. Es ist dieses Mal der Kommentar mit der berühmten Nummer 42:

Die Gewinnern ist Betty, die zur Zeit „Sturmhöhe“ von Emily Brontë liest. Herzlichen Glückwunsch! Bleibt dran, die nächste Verlosung kommt bestimmt.

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Über Ostern werde ich eine kurze Blogpause einlegen und bin nächste Woche wieder mit Artikeln zurück. Damit euch während der Blogpause nicht langweilig wird, hier ein paar Tipps zum Zeitvertreib:

  • Ihr könntet nette Leserrezensionen schreiben, die ich vielleicht veröffentlichen kann
  • Ihr stellt mir eine tolle Linkliste zum Thema Notizbücher zusammen und mailt sie mir
  • Oder zeichnet, faltet, bastelt schöne Notizbuchkunst – und vergesst nicht mir ein Foto zu schicken
  • Lest doch einfach nochmal alle Artikel nach. Die findet ihr im neuen Archiv
  • Stöbert in meinem flickr Photostream

Wenn ihr den ersten Artikel nach Ostern nicht verpassen wollt, empfehle ich euch folgende Kanäle:

Bis nächste Woche und

Frohe Ostern!

 
 

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Die Verlosung kommt als Ostergeschenk etwas spät, aber der Gewinn ist deshalb nicht weniger spannend: ein Moleskine Passion Book Journal. Ich hatte das Buch direkt von Moleskine erhalten. Hier ein paar Fotos des Buches, das ich für den Artikel schon ausgepackt und untersucht habe:


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Informationen findet ihr im passenden Artikel oder direkt auf der Infoseite bei Moleskine zum Book Journal.

Hier die Regeln der Verlosung:

  1. Die Verlosung startet jetzt und endet am Dienstag 6. April 2010 um 18 h
  2. Wer teilnehmen möchte, muss hier einen Kommentar mit einer gültigen E-Mail Adresse hinterlassen (wird nicht angezeigt und nur für die Verlosung verwendet)
  3. Der Kommentar sollte eine Antwort auf die Frage geben: „Welches Buch werde ich als erstes im Book Journal eintragen?“.
  4. Am Ende werden alle Kommentare durchnummeriert und der Gewinner per Zufallsgenerator ermittelt
  5. Ich schreibe den Gewinner dann an und erfrage die Postanschrift.

Viel Erfolg euch allen und frohe Ostern!

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Mit dem TweetNotebook kann man ein Notizbuch erstellen, das auf jeder Seite die eigenen Tweets enthält. Ich hatte im Januar darüber berichtet: TweetNotebook – Ein Notizbuch mit den eigenen Tweets. Es war klar, dass diese Idee auch für andere soziale Netzwerke funktionieren würde und so würde es nicht lange dauern, bis jemand die Idee für facebook anbieten würde. Durch den Artikel My Famebook: The facebook notebook wurde ich darauf aufmerksam: BookOfFame bietet den Dienst an. Die Macher sind die gleichen wie bei TweetNotebook, so dass die Idee exakt genauso umgesetzt wurde:

[…] A ‚BookofFame‘ is a personalized printed notebook of 200 or 320 pages (depending whether you choose a hardcover or a paperback-version) almost blank pages, for you to fill with thoughts, reports, tools, to do’s, droodles, … On the bottom of every page you’ll find a status update and its timestamp. So on every page, you’ll find a little piece of your facebook-history. Sometimes fun, sometimes serious […]

Die Hardcover Version soll $18 bzw. €18 kosten, die Paperback Variante $14 bzw. €14 – dazu kommen noch Steuern und Versand. Hier ein Screenshot der BookOfFame Seite:


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Nach dem Artikel Ordning&Reda – Notizbücher aus Schweden bekam ich Post von Herrn Kretschmann, dem Shop Manager des Ordning&Reda Geschäftes in Postdam. Er schickte mir ein schwarzes DIN A5 Notizbuch, leinengebunden, als Ansichtsexemplar. Das ist das Buch, das ich auch im Artikel erwähnt hatte: NOTIZBUCH A5 XL LEINEN GEBUNDEN SCHWARZ BLANKO, allerdings in der normalen und nicht in der XL Fassung: NOTIZBUCH A5 LEINEN GEBUNDEN SCHWARZ BLANKO
Das Buch ist klassisch einfach gehalten: tiefschwarzes Leinen als Einband, scharzes Lesebändchen, schwarz-weißes Kapitalband, weißes Papier. Das Vorsatzpapier ist schwarz. Das Lesebändchen ist sehr lang und ragt auch diagonal aus dem Buch – vorbildlich! Die Ecken sind nicht abgerundet und das Buch hat keine Seitenzahlen. Es besitzt auch keine Froschtasche, keinen Haltegummi, kein Inhaltverzeichnis oder andere typische Merkmale eines Notizbuchs. Nur ein loses Blatt mit liniertem und kariertem Aufdruck liegt bei, das man beim Schreiben hinter die Seiten legen kann. Und obwohl das Papier sehr kräftig und griffig ist, scheint das Vorlagenblatt gut durch. Ein sehr solide verarbeitetes Buch.
Die Verpackung des Buches hat mich sehr angesprochen: schwarzes Papier mit weißem Aufdruck „Ordning&Reda“; das Buch selbst in durchscheinendem Packpapier mit einem kleinen schwarzen Aufkleber verschlossen.
Hier ein paar Fotos des guten Stücks und Danke an Herrn Kretschmann für die Bereitstellung des Ansichtsexemplars. Die Fotos findet ihr in besserer Auflösung bei flickr.


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Kategorie: Ordning&Reda  Tags: ,

Durch den unscheinbaren Tweet von @botwparis wurde ich auf den unglaublichen Pariser Onlineshop Bird on the Wire aufmerksam. Die Vielfalt im Shop ist bestechend, auch wenn zuerst nicht ganz klar ist, welches Produkt hier von wem stammt. Dazu muss man einen Blick in die FAQ werfen:

Bird on the wire is a little shop created by Petiteetoile in 2006. It was then called Suicidal.fr but with the unexpected growth and success of the site came the time of change in april 2008. Suicidal is still a brand under which Petiteetoile sells her own creations but now surrounded by a lot of cute stuffs made by other artists from all the world. […] But who is Petiteetoile ? – It’s Celine, a 25 years old girl living and working in Paris (France). She does almost everything in Bird on the wire (some products, the development of the site and its design, the buying, etc.). She studied graphics and webdesign in the first place and to finally become her own boss. She also have a bad shoes addiction and doesn’t do anything to fix it. Because of the success of her shop, she now have a lot to do and she’s happy to receive some help from Toma who usually send orders and answer to some mails and phone calls.

Einen Blog gibt es auch – der scheint mir aber nicht besonders gut gepflegt. Dafür ist der Shopinhalt sehr gepflegt. In der Abteilung Papeterie findet ihr eine Ausahl an Notizbüchern mit Retroeinbänden, wie etwa die Movie Fun Bücher oder die Front page detective Bücher.
Es gibt aber auch gediegenere Bücher wie das A year in Japan oder das schöne Forest. Dazu gibt es Produkte, die einfach nur schön sind, wie etwa die Retromagnete „La Belle Paris“.

Es macht unglaublichen Spaß im Shop zu stöbern. Der folgende Screenshot zeigt einige Notizbucheinbände von Büchern im Shop. Das dürft ihr euch nicht entgehen lassen.


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Kategorie: Webseiten  Tags: ,

Tagebücher und das Schreiben eines Tagebuchs sind in letzter Zeit häufiger Themen im Notizbuchblog.
Doro Ottermann schickt mir letzte Woche eine Mail zum Ankreuztagebuch. Sie hat diesen Typ Buch erfunden und wird ihn ab 01. April 2010 in den Handel bringen. Nähere Informationen findet ihr in ihrem Blog dorobot. Bereits im Dezember hatte ich in Ein Tagebuch für Faule über die Idee berichtet. Damals hat sie das Buch noch bei dawanda verkauft, jetzt wird es von Droemer Knaur verlegt. Das nenne ich eine Karriere:

Was für ein Tag! War das Glas halb voll oder halb leer? Mit wie vielen Menschen habe ich gesprochen und über wie viele habe ich mich geärgert? Fühlte ich mich schön, lustig, protzig oder faul? Und wie hat mir der Tag insgesamt gefallen? Ganz viel erlebt, aber wenig Zeit zum Tagebuchschreiben? Hier kommt die Lösung: einfach Datum eintragen, Gefühlszustand und Wetterlage ankreuzen, eine kleine Notiz zum Höhepunkt des Tages, fertig!

Das Buch gibt es in den Farben rot und blau auch bei amazon zu kaufen. Preis: 10 EUR. Klickt einfach auf eines der beiden Bücher links und rechts, um zu amazon zu gelangen (Werbelinks).

Das Buch hat einen Flexcover Einband und 208 Seiten – Lesebändchen ist auch vorhanden. Und hier noch ein paar Fotos der Bücher von außen und von innen:


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© Doro Ottermann


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© Doro Ottermann

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Kategorie: Allgemein  Tags: , ,

In der blogbibliothek stolperte ich über den witzigen Artikel Notizbuch, in dem der Autor mit seinem Perfektionismus kämpft. Er notiert verschiedene Themen in sein Notizbuch, ärgert sich, dass Einträge zum gleichen Thema nicht hintereinander stehen, und landet anschließend bei „seinem“ Notizbuchsystem: einem Ringbuchsystem.

[…] Wächst ein Thema über eine Seite hinaus, öffne ich die Ringbuchringe und füge Seiten ein. Wächst mir ein Thema über den Kopf, reiße ich es einfach raus. Es ist ein einfach, und niemand muss mehr leiden. […]

Ringbüchlein: das hört sich nach einem atoma System oder etwas ähnlichem an. Vielleicht hätte der Autor aber auch einfach einen Blick in Notizbuchregel 25 – Notizbücher segmentieren werfen sollen …

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Zum Start der Woche ein neuer Artikel aus meiner Interview Reihe. Das folgende Interview hatte ich im Artikel bindewerk auf der paperworld angekündigt.
Auf der paperworld in Frankfurt hatte mir Matthias Büttner von X17 die Designerin Johanna Sasse vorgestellt, die Notizbücher für bindewerk entworfen hat. Johanna entwirft unter dem Label Jackie Paper u.a. Notizbücher und hatte sich bereit erklärt, mir ein Interview zu geben. Das ist die erste Designerin, die ich interviewe!

Frage 1: Du hast für bindewerk Notizbucheinbände entworfen. Wie wird man Notizbuchdesignerin?

Ich habe ursprünglich Produktdesign studiert und nach dem Studium in meiner Freizeit eine kleine Obsession fürs Mustermachen entwickelt. Das Gestalten der Notizbücher kam ganz natürlich mit dazu, als Arne Katzbichler und Inga Zempel von Bindewerk sich für die Lizensierung einer ersten Musterserie (Serie Jackie) entschieden haben.

Frage 2: Wie kamst du dazu, für bindewerk zu entwerfen?

Der erste Kontakt war reiner Zufall. Ich hatte eine Frage zum Anlegen von Rapporten im Siebdruck und bin damit ins Siebdruckatelier Bräuer bei mir um die Ecke gegangen-Anfang 2007. Die Siebdruckerin Kathrin Bräuer, hatte Arne K. mal auf der Ambiente kennengelernt und wollte immer schon mal ein Projekt mit/für ihn machen. Er wiederum war auf der Suche nach schönen Mustern für Buchbezugspapiere. Sie stellte die Verbindung her und ich glaube innerhalb von drei Wochen hatten wir eine Buchkollektion mit Kombinationen von siebgedrucktem Buchleinen und gemustertem Papier auf der Paperworld 2007 stehen.

Frage 3: Hast du noch Bücher für andere Hersteller entworfen?

Nein. Momentan läuft es sehr gut mit der gegenseitigen Exklusivität bezüglich der Muster zwischen mir und Bindewerk.


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S. auch Artikel bindewerk auf der paperworld

Frage 4: Wie kommst du zu deinen Motiven? Was inspiriert dich?

Ursprünglich habe ich mal mit Photos in Kaleidoskope hinein angefangen. Ich wollte gerne das, was im kaleidoskop zu sehen ist auf Papier oder Stoff bringen. Es gibt so vieles gemustertes in der Natur und der Mathematik… und alte Mosaiken, islamische Ornamente, Plattenbautapeten, 50erJahre-Stoffe, Wassertropfen auf Zugscheiben, Zementfliesen, William Morris, Wiener Werkstätten, Bauhaus-Textil, Ethno-Muster und so weiter…

Frage 5: Bindest du Bücher als Prototypen auch selbst? Woher merkst du, dass ein Design jetzt „passt“?

Ich mache immer mehr Prototypen auch selber. Am Anfang habe ich hauptsächlich aus Zeitmangel mit Photoshop-Montagen gearbeitet um die Designs zu visualisieren. Schöner ist es selber ein Buch zu bauen, weil es doch beim Anfassen besser zu beurteilen ist. Woran merke ich, daß ein Design jetzt passt? Es liegt gut in der Hand und wirkt einfach wie ein richtiges rundes Produkt… Das hat was mit Proportion aber auch mit dem Verhältnis der Farben zueinander zu tun…kann ich nicht wirklich erklären – ist so ein Gefühl von Ausgewogenheit.

Frage 6: Benutzt du selbst ein Notizbuch? Wenn ja: was hältst du darin fest?

(Anmerkung: Auf dem Foto sehr ihr Johannas Atelier) Ja ich benutze Notizbücher (eigentlich immer Messemuster oder etwas schlampige Vormesse-Muster) Und zwar eigentlich erst so richtig seit ich meinen Terminkalender
ausschließlich im Rechner habe. Ich glaube auch, daß Notizbücher deswegen im allgemeinen gerade eine Renaissance erleben. Die Leute haben alle elektronische Kalender der einen oder anderen Art, wollen aber trotzdem mal was aufschreiben oder kritzeln… Ich schreibe absolut alles in meine Notizbücher: To-Do-Listen, Gesprächsmitschriften bei Kundengesprächen, Klamottenentwürfe, erste Skizzen für Grafikdesign für Kunden, Packlisten für den Urlaub, Einkaufslisten, Post-Adressen, Passwörter (die ich dann nie wieder finde), Krickelkrackel beim Telefonieren, irgendwas, das ich mir merken will, auch mal nen klugen Gedanken, falls ich einen habe…
Mein erklärter Lieblingsstift ist der Pentel Tradio Stylo Fountain Pen. Der kratzt so ganz leicht und leise übers Papier… Alternativ Bleistifte in 2b. Und sonst was ich grad zur Hand hab.

Frage 7: Mit deiner Designbrille gesehen: was hältst du von den vielen Buchentwürfen, die in Eigenregie entworfen und vertrieben werden, etwa bei dawanda? Verfolgst du diese Arbeiten?

Viele find ich sooo schön! Besonders die aus gefundenen Materialien. Ich mach das privat auch und es ist der größte Spaß für jemanden ganz persönliche Bücher zu bauen.

Frage 8: Was macht für dich ein guten Notizbuchdesign aus?

Gutes Design ist für jeden was anderes… bedient die Zielgruppe so, daß sie sich mit dem Produkt identifizieren kann… Hochwertig-edel, trashig-bunt, liebevoll-süß, praktisch-basic, architektonisch-schwarz, kunstmäßig usw. Ich persönlich mag die Notizbücher, die ich benutze weil sie mich an den Entstehungsprozeß meiner Kollektionen erinnern. Ich würde aber genausogern, nur eben aus anderen Gründen, ein Notizbuch benutzen, das meine Nichte für mich gebunden hat. Wenn ich eins kaufen müßte wärs wahrscheinlich schwarz und langweilig, wie bei den meisten Designern…

Frage 9: Liest du regelmäßig bestimmte Blogs / Webseiten? Wenn ja, welche?

Ich muß zu meiner schande gestehen, daß ich selten blogs lese… Ich liebe bill cunninghams new york street fashion slide show „on the street“ bei der New York Times
Weil ich Esoterik doof finde, lese ich manchmal skepticblog.org . Last.fm macht mich glücklich. Ich hab noch nie so viel neue Musik kennengelernt wie jetzt. Hört mit! ( last.fm )

Frage 10: Wie sieht dein ideales Notizbuch aus?

Es ist kleiner als A5 und größer als A6 und ein bißchen Kompakter im Format-nicht ganz so hoch. Das Papier ist weiß oder cremefarben, blanko. Es ist dick. Mindestens 120 Seiten. Ich benutze es ja zum arbeiten… Und es hat einen Verschluß, damit reingeschobene Sachen nicht verloren gehen. Es ist außen auf irgendeine Art mich ansprechend gestaltet und fest gebunden. Tendenz selbstgemacht ….

Danke an Johanna für die tollen Einblicke in die Arbeit einer Notizbuchdesignerin. Hier noch ein paar ihrer Entwürfe:


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