Meine Schweizer Leserin Lu kennt ihr vielleicht noch von der Leserrezension zum LiveScribe, der ersten Leserrenzension im Notizbuchblog. Sie hat nun nach dem Livescribe noch den IRISnotes Stift ausprobiert und darüber eine weitere Rezension geschrieben. Hier ist also die zweite Leserrezension von Lu:

Iris Notes, klein aber oho.

Der Iris Notes Stift kommt mit 2 Sets à 2 Knopfbatterien, Empfänger, Kubelschreiber-Minen, USB-Verbindungskabel, Metallbox, 2 Starter-CDs.

Zum Stift
Der Stift ist sehr leicht, im Vergleich mit dem Live Scribe Pen sehr dünn und liegt angenehm in der Hand. Auch er lässt eine Fingerschonung vermissen. Außer einer Taste, die den Stift auch als Maustaste benutzbar macht, verfügt er über keinen technischen Schnickschnack, d.h. kein Display, etc. Der Stift ist aus Plastik, nicht extrem hochwertig, aber in der Verarbeitung ganz in Ordnung und sicher besser als normale Kulis. Mir gefällt auch, dass er mit Deckel kommt, dieser ist wesentlich praktischer als das Leder-Etui beim Livescribe Smart Pen.
Als erstes müssend die Batterien in den Stift, sowie die Mine in die Halterung geschoben werden, mit der Rückseite des Deckels kann die Mine problemlos wieder herausgezogen werden. Die Knopfbatterien sind handelsüblich, ein Ersatz sollte also kein Problem sein. Schöner –und auch umweltfreundlicher – wäre natürlich wenn diese aufladbar wären, wie beim Livescribe Stift. Die Kugelschreiber-Minen sind aus Metal, was den Ersatzkauf vermutlich etwas schwieriger macht. Tintenfluss und Liniendicke sind aber meines erachtens optimal für einen Kugelschreiber, auch schmiert er nicht. Obschon die Mine relativ einfach ins Gehäuse geschoben werden kann bleibt diese jedoch nie fest an ihrem Platz, sondern schnallt beim Schreiben vor und zurück, was das Schreiben nicht gerade einfach macht. Ein Handkrampf ist garantiert, spätestens nach 10 Minuten, vor allem wenn man nicht auf einer festen Unterlage schreibt.


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Der Empfänger
Der Stift funktioniert nur in Kombination mit dem Empfänger, der während des Schreibens am oberen Blattrand angebracht wird. Spezielles Papier wird nicht benötigt, was wiederum das Budget schont. Der Empfänger kann während des Schreibens bereits am Computer angebracht sein (über USB 2), funktioniert bei geladenem Akku aber auch ohne Anschluss. Der Empfänger muss vor Start mind. eine halbe Stunde bis 3.5 Stunden aufgeladen werden. Auch dieser Stift sei geeignet für Linkshänder. Beim erstmaligen Abgleich mit dem Computer, kann das Programm gleich so eingestellt werden, dass es die Schreibweise von Linkshändern erkennt. Der Empfänger muss mit den Klammern auf der Rückseite auf das Blatt geklemmt werden, was allerdings etwas umständlich ist, sind die Klammern doch nicht sehr elastisch. Wer unter Stress seine Notizen erstellt, wird hier sicher einige Male anecken. Bei fester Unterlage würde ich empfehlen den Stift nur aufs Blatt zu legen anstatt zu klemmen, das funktioniert optimal und spart Zeit.

Auch der Empfänger ist aus Plastik, verfügt aber über ein kleines Display, das anzeigt, wie viele Seiten man bereits geschrieben hat. Das Display ist nicht gerade umwerfend, aber auch hier ganz OK in der Verarbeitung – bis auf die Klammern.


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Erste Schritte.
Es existiert eine deutsche Installations- und Gebrauchsanleitung. Mit der ersten CD wird das Hauptprogramm installiert, dieses ist auch auf Deutsch vorhanden. Die Installation ist einfach und unkompliziert, der Stift wird auch gleich problemlos erkannt. Danach wird die Spracherkennung (als Basic Version, mit Upgrade Option für 35$) installiert. Leider befindet sich die Spracherkennung auf einer Mini-CD und ich arbeite auf einem auf Mac, der auf Windows umgestellt ist. Dieser kann Mini CDs leider nicht lesen, aus physikalischen Gründen. Also musste ich erst die CD über unseren IT Service auf eine Normale CD brennen lassen bevor es weiter ging. Allgemein ist der Stift zwar für beide Betriebssysteme nutzbar, die Spracherkennung existiert aber nur für Windows. Auch IrisNotes arbeitet mit der Spracherkennungssoftware MyScript, aber mit einer anderen Ausführung. Natürlich kann auch für den IrisNotes Pen die Spracherkennung auf die unterschiedlichsten Sprachen eingestellt werden, anders als MyScript für den LiveScribe stift, kann die Sprache aber problemlos bei jedem exportieren neu eingestellt werden. Auch muss hier angemerkt werden, dass obschon es sich um dieselben Schrifterkennungsprogramme handelt, scheint mir das von Iris Notes etwas besser, und intuitiver, vor allem aber stabiler zu sein. Auch mein etwas merkwürdiges Z wurde gleich vom Stift erkannt. (nur mein G scheint etwas zu wünschen übrig zu lassen… ). Per Klick kann der Text aus dem MyScribe Notes gleich in Word, Mail etc. exportiert werden, auch kann ich auf dem Computer mit der Maus, bzw. mit dem Stift weiter schreiben, denn dieser fungiert, wie bereits erwähnt auch als Maus.

Schreiben, schreiben, schreiben.
Nun gings ans schreiben und hier bin ich etwas an meine Grenzen gestossen, aber nicht weil Programm, Stift oder Receiver Probleme gemacht hätten, sondern weil ich selber zu Kompliziert bin. Das Iris Notes System ist so einfach, dass man nach Installation etc. keine zusätzlichen Knöpfe oder Übungen durchführen muss, sondern gleich loslegen kann. Und das wollte mir anfangs nicht in den Kopf. Und so hab ich sicher 10 Minuten damit vergeudet, auf die einzelnen Knöpfe zu drücken, um neue Seiten zu erstellen.
Denn wichtig für den Empfänger ist, dass man ihm jede neu begonnene Seite per Knopfdruck mitteilt, nur für die erste Seite muss er nicht gedrückt werden. In Kombination mit dem Umstecken des Receivers, unterbricht dieser Knopfdruck den Schreibfluss aber wesentlich.

Angenehm finde ich, dass obschon laut Anleitung der Stiftes nur auf A4 Blätter funktioniert ich problemlos auch auf A5 und kleineren Formaten schreiben konnte. Ich denke allerdings A3 wird Probleme bereiten, da die Reichweite des Empfängers nicht so gross ist.

Der Stift funktioniert vermutlich über Infarot, weshalb – für Papiersparer – auch mehrmals auf einem Blatt geschrieben werden kann, solange dem Stift mitgeteilt wird, das es zwei Blätter sind. Die Mausfunktionen und die Kombination von IrisNotes Pen mit Windows Vista konnte ich nicht ausprobieren, da wir bei uns mit XP arbeiten.

Fazit:
Der Stift ist sicher etwas für das kleinere Budget. Die Programme sind stabiler, aber auch einfacher aufgebaut, weniger Design dafür auch weniger Optionen, aber auch einfachere Handhabung. Vorallem für Studierende, denke ich ist der Stift optimal geeignet. Längeres Schreiben war für mich wegen der nicht fixierten Mine etwas anstrengend. Nach regelmässigem Gebrauch und mehreren Handkrämpfen hab ich mich aber mittlerweile daran gewöhnt. Wer aber mit einem Gadget Eindruck schinden will, sollte aber besser den Livescribe Smart Pen kaufen.


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Danke an Lu für den tollen Artikel!

Ich bin übrigens gerade dabei, Co-Autoren zu finden und habe womöglich schon zwei Kandidaten gefunden. Sie werden mir als Spezialisten bei Artikeln zur geplanten Reihe „Glossar“ helfen. Es wird aber noch nicht verraten, wer es sein wird! Die neue Reihe soll im Dezember oder im Januar starten.

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14 Antworten
  1. Lu sagt:

    Hey Christian

    Danke fürs Aufschalten! Bin schon gespannt auf die neue Rubrik!

    Lg
    Lu

  2. walther n sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für den Artikel.
    Das mit dem Umblättern halte ich nicht für so kritisch. Wer schreibt schon Seite im Seite von Hand, selbst wenn man das in einer Stunde 5 x machen muss.
    Ich habe mit das Teil auch geholt: Das Wechseln der Mine echt lästig. Habe eine Zange gebraucht um die Mine zu wechseln. Dank Markenprodukt ist das schreiben nach dem Wechsel viel weicher. Das leichte sanfte Einwippen der Miene (ca 0,5 mm) ist nicht unangenehm. Leider hackt bei mit die Miene gelegtlich dann werden alle Worten mit einander verwunden. Das fällt aber im Display auf und ging auch wieder weg.

  3. walther n sagt:

    Hallo auch,

    nutze den Stift jetzt schon einige Zeit. Insbesondere um Zahlen in excel zu übertragen. Das ganze steht und fällt mit der Software MyScript Notes. Der Tchibo stift hat ne „abgespeckte Version“ das nervt….Weil die nicht lernen kann.
    Erkennung ist mit Vollversion 2.2 OK. Mit einem Klick sind die Daten in Notepad und das ist super….
    Wenn die Miene nicht hängt iat das Teil super. Überflüssige Striche könne aber schnell in MyScript gelöscht werden

    Gruss Walter

  4. Christian sagt:

    @walther: danke für die Info mit dem Thcibo Stift. Ich wusste gar nicht, dass der abgespeckt ist.

  5. walther n sagt:

    Hallo auch,

    teste den Stift jetzt schon länger. Ärgerlich bleibt das wechseln der Miene. Das geht nicht ohne Zange oder Pinzette weil die Miene von vorne eingesteckt und herausgezogen werden muss.
    Absolut ärgerlich ist, dass die Miene (3 Marken inkl. der Original getestet) immer wieder hängt. Man erkennt das schon am Display wenn das Stiftsymbol nicht erlischt nachdem man den Stift vom Blatt abhebt. Die Schlangen sind sehr mühsam zu entfernen. Wenn das passiert ist der ganze Zeitgewinn zum Teufel. Habe versucht den Stift zu schütteln, oder wo schnell anzutippen. Das nützt alles nichts. Vom Schreibgefühl ist der Stift absolut OK. Das nachferdern ist minimal.

    Mit der Alternative AIPTEK My Notes Premium habe ich bis jetzt mehr Glück. Ist natürlich viel sperriger. Weniger beim Schreiben als beim Anschließen an den USB – Port. Klarer Vorteil:
    Mann kann Seiten löschen, und Ordner anlegen und hat die die um 35 teuerer MyNote Software statt der lite Version im Tchibo Pen. Damit sind beide Systeme gleich teuer. Besser ist das AIPTEK System auch dann wenn man Daten auf einem bereits beschriebenen Blatt nachtragen will. Man legt einfach das alte Blatt auf den Standard Block und schaltet auf die entsprechende Seite. Der Aitpek Pen fühlt sich etwas glatt an ist aber noch schlanker als der eh schon schlanke Tschibo-Pen. Der Mienenwechsel geht bei diesem Stift leichter weil eine 10 cent teure Pinzette begelegt wurde. Die ist Gold wert.

    Gruss Walther

  6. Christian sagt:

    @Walther: danke für die wertvollen Anmerkungen!

  7. Walther N sagt:

    Hallo auch,

    bin mit dem Tchibo Stift formal zufrieden ausser dass die Miene oft nicht ausfedert und ab dann alles an einem Stück geschreiben wird.
    Ich habe die Wahl das Teil zurückzugeben oder reparieren zu lassen. Tut das Teil bei irgend wem problemlos???

    Gruss Walther

  8. technikblog sagt:

    Hallo,
    bin gerade in der Testphase mit dem IRISnote Executive. Bisher bin ich überrascht wie gut das Ding funktioniert. Die Software ist ein bisschen mühsam, 3 Pakete und ein herumschieben von Dateien… bisschen unübersichtlich…
    Meine Website ist übrigens auch im Notizblock-Stil gehalten 😉

  9. Christian sagt:

    @Walther: das hört sich nicht gut an. Bist du mittlerweile weitergekommen? Hast du deinen Stift reparieren lassen?

    @technikblog: Was ist das Besondere am „Executive“ Stift? Oder ist das nur ein andere Name?

  10. Julia sagt:

    Kann man eigentlich für den IrisNotes Stift normale Ersatzminen bekommen oder was passiert, wenn die Mine leer ist?

    Grüsse
    Julia

  11. Christian sagt:

    @Julia: gute Frage. Soweit ich weiß, gibt es Ersatzminen, aber ich weiß nicht wo. Die austauschbaren Minen werden oft als großer Vorteil angeprießen …
    Ich werde mich mal umhören

  12. Christian sagt:

    @Julia: Anfrage über Twitter hat geholfen: http://twitter.com/HerrDominik/statuses/11207999682 :

    „also es gibt die M21 mine von lamy in verschiedenen farben. eventuell in einem schreibwarenladen nachfragen und probieren.“

    Danke an @HerrDominik

  13. Julia sagt:

    Vielen Dank für die Info.

    Noch eine Frage habe ich: der Stift ist als Mausersatz nutzbar? Ich frage mich das deshalb, weil ich den Stift gerne auch als Grafiktablettersatz für Bildbearbeitungskleinigkeiten oder Texterstellung in der EBV nutzen möchte.

    Deshalb war es natürlich auch wichtig zu wissen, woher Ersatzminen zu bekommen sind, denn durch die von mir angestrebte Verwendung wird so eine Mine recht schnell leer sein…

    Grüsse
    Julia

  14. […] Er ähnelt aber frappierend dem IrisNotes Stift, zu dem es zufälligerweise vor wenigen Tagen eine Leserrezension im Notizbuchblog […]

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