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Morgen beginnt die Frankfurter Buchmesse, ein guter Anlass für Beobachtungen zum Thema Tagebuch und „richtige, große, echte“ Literatur.
In der letzten Woche berichtete ich vom diary-slam in Hamburg und der Gewinnerin Uta, die mit 13 ihr Tagebuch persönlich ansprach, sich bei ihm entschuldigte, seine Wünsche antizipierte, es als vollwertiges Gegenüber betrachtete. Einige rollen jetzt die Augen und halten die Personalisierung eines Tagebuchs für oberpeinlich, sie entschuldigen es lediglich als frühe Jugendsünde.
Jetzt passt aber auf! Ich schlage die erste Seite des neuen Buchs von Gary Shteyngart (Kultautor, von der New York Times als einer der originellsten und anregendsten Autoren seiner Generation bezeichnet) auf und lese: „Liebstes Tagebuch, heute habe ich eine wichtige Entscheidung getroffen: Ich werde niemals sterben.“
Auf den nächsten Seiten nimmt er den Gesprächsfaden mit seinem Tagebuch erneut auf: „Wusstest, Du, liebes Tagebuch, dass jeder friedliche, natürliche Tod im Alter von 81 Jahren eine unvergleichliche Tragödie darstellt?“ Oder ein paar Zeilen weiter: „Schau mich gut an, Tagebuch. Was siehst du? Einen schmächtigen Mann ….“
Was lernen wir daraus, wenn in „einer der treffendsten Gegenwartdiagnosen, die derzeit zu haben sind“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) das Tagebuch die Rolle des vertrauten Freundes einnimmt, also ein sehr persönliches Gegenüber darstellt? Ich lerne daraus – logisch, als Tagebuchfan, was willst du anderes erwarten? – , dass ein Mann (!), ein Intellektueller, ein witziger, scharfdenkender und scharfzüngiger Autor sehr genau weiß, welche kreativen Kanäle das Gespräch mit dem guten alten Tagebuch zu öffnen vermag.
„Liebstes Tagebuch, manchmal tut es einfach gut, zu wissen, dass andere Menschen ebenfalls ein sehr persönliches Verhältnis zu ihrem Tagebuch haben, auch wenn es nur die Romanfigur Lenny Abramov ist, aber solche Trennungen zwischen Literatur und Leben interessieren uns beide nur peripher, stimmt´s? Bis zum nächsten Mal, wie immer, deine Angelika.“

Welche Bücher kennt ihr, in denen Tagebücher eine wichtige Rolle spielen?

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Heute gibts noch einen kleinen Webtip, passend zum Thema Tagebuch.  Zeitstimmen ist ein Projekt aus Brandenburg, welches sich mit  brandenburgischen Tagebüchern aus mehreren Jahrhunderten beschäftigt.  Auf der Internetseite kann man sich durch die Seite lesen und in das Leben unbekannter Menschen eintauchen. Zeitstimmen.de  ist  ein gemeinsames Vorhaben des Brandenburgischen Literaturbüros und des Kurt Tucholsky Literaturmuseums in Rheinsberg.

In den letzten Jahren gab es schon verschiedene solcher Projekte, beispielsweise zum Jahrestag der Reichsprogromnacht in Berlin, zum Jahrestag der Anschläge auf das World Trade-Center in New York oder zu einem beliebigen anderen Tag. Könntet ihr euch vorstellen, euere Tagebücher auszugsweise für solche Projekte zur Verfügung stellen?

 

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Kategorie: Tagebuch

Wie versprochen berichte ich heute von dem lang erwarteten und hier im Blog bereits angekündigten Ereignis, dem Diary Slam in Hamburg.
Für eilige Leser: Super Event! Hingehen, sich amüsieren und dazu gehören zur diary community. Jeden letzten Donnerstag im Monat im Café Aalhaus in Hamburg Altona.

Wer genauer wissen will, wie es war, liest weiter: Die Community ist, wen wundert´s, überwiegend weiblich, zwischen 20 und 30, sensibel und sozial kompetent (großer Applaus für jeden Beitrag, man rückt zusammen, weil es so voll ist, reicht die Biergläser durch). Männer, Ältere und Stoffel sind Randerscheinungen. Oder hat man sich nur so gut benommen, weil das ZDF den Abend gefilmt hat? Niemals! Tagebuchschreiber sind so.

Am besten verkörpert das Uta, die Gewinnerin des Abends. Sie schreibt bereits mit 13 in ihr Tagebuch: „Ich habe das Gefühl, dass ich mir dringend Gedanken über meine Gefühle machen muss.“ Man ahnt es schon: es geht um die Wirrungen erster Liebe. Zunächst zu einem Jungen aus England, dann aber um die Gefühle zu einem Mädchen aus der Schauspiel-AG. In diesem Alter passiert so viel! Das muss verarbeitet werden. Wo anders als im Tagebuch. In Utas Fall ist das Tagebuch eine eigenständige Person: „Entschuldige, dass ich so lange nicht geschrieben habe …“ oder: „und dann ist noch etwas passiert, du brennst ja geradezu darauf, es zu erfahren.“Auch in den anderen Beiträgen geht es vor allem um die rätselhaften Gefühlszustände von Pubertierenden, die von Nina in eine logische Ordnung gepackt werden: „a) Mama hat eine neue Beziehung b)ich habe die Haare kurz und c) ich habe einen Freund in Aussicht.“
Sogar ein Mann wagt sich ans Mikrofon und beginnt seine Lesung mit den Worten: „Ich habe eine Mission: Tagebuchschreiben ist auch etwas für Männer, vor allem in Extremsituationen.“

Überraschend für mich als Neuling der Diary-Slam-Szene – es war bereits der dritte Abend – ist die Professionalität der Vortragenden. Sie alle wissen ihr Publikum mit dramatischen Mitteln zu fesseln oder mit hemmungslosem Gekicher anzustecken. So wie bei Wiebke, die in ihrem Tagebucheintrag vom 1. Januar 1986, da war sie 13, von Lachkrämpfen geschüttelt, die Details ihres wenig aufregenden Teenagerlebens beschreibt: dass die Jungs im Nebenzimmer laut rülpsen, dass der Bus um 15.01 und nicht um 14.20 fuhr und dass der Sohn des Zahnarztes hochmütig ist.

Muss man das wissen? Muss man dafür einen Abend reservieren? Für alle, die einmal Tagebuch geführt haben bzw. es noch tun, ist es ein Muss. Mich jedenfalls haben die meisten Texte nicht nur amüsiert, sondern auch angerührt. In ihrer kindlich-jugendlichen Unbeholfenheit schimmert durch, worum es auch in der „hohen“ Literatur geht: das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten in Sprache zu übersetzen und es damit ein Stück wägbarer zu machen.

Würdet ihr beim Diary Slam mitmachen?

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Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen und die Frage sofort zu beantworten: die Antwort lautet „Nein“.
Ich bin sehr viel im Internet unterwegs und habe berufsbedingt jeden Tag mit technologischen Fragestellungen rund um das Internet und seiner Technologien zu tun. Ich würde mich sogar als Early Adaptor bezeichnen und melde mich immer gerne an jedem neuen Dienst an (laut meiner Roboform Login Sammlung sind es 100+ Dienste). Ich bin bei Twitter aktiv und habe ein Google+ Konto. Und ich habe ein Facebook Konto.
Ich nutze das Internet gerne und viel, aber ich glaube, dass Facebook mit der Timeline gerade zu weit geht. Dass ich kein Facebook Freund bin, wissen meine Twitter Follower seit langem. Manchmal muss ich mich per Tweet über Facebook auslassen. Facebook hat meiner Meinung nach nicht nur eine miese Benutzerführung, sein Benehmen hinsichtlich neuer Optionen ist unmöglich und offen gestanden glaube ich nicht, dass ein Otto-Normal-User versteht, was Facebook alle sammelt. Klar, Facebook ist nicht der einzige Datenkrake. Aber die Einführung der Timeline treibt die Datensammlung auf die Spitze.
Die Timeline ist eine Art Dokumentation aller Facebookaktivitäten eines Benutzers, eine Art Tagebuch. Dabei kann man nicht nur „Lücken“ bei Facebook in der eigenen Timeline füllen und damit noch mehr Daten preisgeben. Nein, Favebook hat seine Programmierschnittstellen derart erweitert, dass andere (!) Programme und Webdienste eure Aktivitäten in eurer Facebook-Timeline speichern können. Eine Art automatisches geschriebenes Tagebuch entsteht, ein digitales Scrapbook, das alles sammelt, was ihr zulasst.

Ich finde das inakzeptabel, auch wenn ich damit umzugehen wüsste (und einfach nichts erlauben würde). Aber ich denke ernsthaft darüber nach, mein Facebook Konto zu löschen – und ich bin nicht der einzige. Selbst extrem technikafine Menschen wie dieser Autor von thenextweb.com denken darüber nach. Er schreibt in „Facebook’s Eerie Goal: Why Timeline Changes Everything“:

[…] Exaggerations aside, I am concerned with Facebook’s direction. These changes are causing me to reconsider my Facebook account, because I don’t believe this level of life-tracking is a good thing. […]

Kein Mensch würde so etwas über ein analoges Tagebuch schreiben. Und selbst der Spiegel stellt diese Analogie in Facebook als Lebensgeschichte – Schreibt euren eigenen Nachruf! her und erklärt auch gleich den gravierenden Unterschied zwischen der digitalen „Lebensgeschichte“ in Facebook-Form und dem klassischen analogen Tagebuch:

[…] Kafka schrieb das für sich. Er dachte nicht an Mitleser, bemühte sich nicht um Verständlichkeit, er spekulierte nicht auf mögliche Kommentare Bekannter und hoffte nicht auf „Likes“. Nimmt man Mark Zuckerbergs Behauptung ernst, Facebook sei ein Werkzeug zum Erzählen der eigenen Lebensgeschichte, dann ist dies der fundamentale Unterschied: Erwünscht ist und belohnt wird (durch bestätigende „Likes“ und Kommentare), dass jeder seine Lebensgeschichte jederzeit einem Publikum erzählt. Ohne Leser keine Autobiografie. […]

und weiter

[…] Kafka blätterte auch in alten Aufzeichnungen, um sich selbst zu begegnen. […] Kann, wer seine Lebensgeschichte in Facebook schreibt, so offen vor sich selbst sein? […]

Auch die Süddeutsche setzt sich in Warum die Facebook-Monokultur scheitern muss sehr kritisch mit der Timeline und Facebook auseinander. Der Idealismus, der im Artikel durchscheint, wird dann aber von der digitalen Bohème verhöhnt:

[…] Ja. Die Menschen sind faul und folgen dem Herdentrieb, also wieso sollten sie den schwierigen Weg wählen? Schön, daß es bei der Süddeutschen noch idealistische Utopisten gibt. Aber mit der Realität hat diese Einschätzung mal gar nichts zu tun, vor allem wenn man sich anguckt, was wieso im Web funktioniert. […] und für den Großteil der Nutzer ist die ideelle Meta-Ebene völlig egal, da soll es nur einfach sein und funktionieren […]

Ich habe noch selten einen Artikel wie diesen geschrieben – vielleicht noch nie. Bevor ihr die Timeline nutzt und intensiv auf Facebook loslegt, überlegt euch, ob ihr nicht lieber offen und nur für euch persönlich in ein analoges Notizbuch schreibt und ein Tagebuch führt. Vergesst die Timeline.

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Screenshot amazon (C)

Heute ist zwar nicht mehr Tagebuchdienstag, aber Tagebücher und literarisches Schreiben ist trotzdem das Thema. Vor kurzem erschienen von Duden mehrere Bände zum Thema Schreiben.
  • Schreiben unter Strom
  • Notieren und Skizieren
  • Schreiben Tag für Tag
Die Bücher  versprechen „kein Lehrbuch mit Geboten und Regeln“ zu sein, sondern wollen kreative Tipps geben, die den Leser zum Schreiben animieren.  Das Buch „Schreiben Tag für Tag“ ist dabei speziell an Tagebuchschreiber gerichtet. Herausgegeben wurde das Buch von Hanns-Josef Ortheil, einem bekannten deutschen Schriftsteller, der schon mehrere Preise erhalten hat. Geschrieben wurde das Buch von Christian Schärf, der an der Universität Mainz Germanistik lehrt.  Ob es dem Buch gelingt, neue Impulse zu setzen? Bisher gibt es noch keine Rezensionen. Hat jemand von euch eines der Bücher bereits bestellt?
Die Bücher kosten jeweils 14,95 Euro und haben 160 Seiten. Bestellt werden kann es bei amazon (Werbelink) oder im Notizbuchblog-Shop (Rubrik „Bücher zum Lesen“).

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Kategorie: Allgemein, Tagebuch

Am 17.02.2011 berichtete Spiegel online:

[…] Bei den „Cringe Nights“ lesen junge Leute in einem Pub aus ihren alten Tagebüchern vor – zur Belustigung der Gäste. In London sind diese Abende der absolute Renner und die Pubs zum Bersten voll. Wer sich traut, kann auf die Bühne und die Peinlichkeiten aus vergangenen Zeiten vortragen. Mitmachen kann jeder. Was einem als Teenager so dramatisch erschien und nur noch Selbstmord eine Lösung zu sein schien, dient in der Cringe Night zur allgemeinen Heiterkeit […]

Jetzt auch diesseits des Kanals erhältlich: Hamburg live, Kulturprogramm des Hamburger Abendblatts, kündigte die letzte Veranstaltung, am 25.08.11, so an:

[…] Liebes Tagebuch, wir beide werden beim zweiten Hamburger Diary-Slam auf der Bühne stehen. Ich werde in dir blättern, Erinnerungen kommen hoch, ich werde mir die Haare raufen angesichts der Absurditäten, die ich dir anvertraut habe. Einige Einträge werde ich aus ihrer intimen Schwarz-Weiß-Existenz ans Mikrofon holen und mitteilen: amüsante Anekdoten, hochdramatische Herzschmerzgeschichten, bedauernswerte Belanglosigkeiten, die ich von mir gegeben habe. Die Scheinwerfer werden deine Seiten mit den vereinzelten Kaffeeflecken, Tränenspuren und Lippenstiftabdrücken in helles Licht tauchen und ich werde mit meinen vor Aufregung feuchten Händen ein Wellenmuster in die Seiten drücken.Vielleicht werden wir vom Publikum ausgebuht, vielleicht gibt es einen höflichen Mutmachapplaus, vielleicht werden wir auch gefeiert. Einen Versuch ist es wert. Natürlich werde ich dir davon berichten.“ Der nächste Diary-Slam findet am 29.09.2011 um 20 Uhr statt. Wo?
Aalhaus Café & Bar (S Holstenstraße), Eggerstedtstraße 39, Anmeldung unter info@diaryslam.de ; www.diaryslam.de (hpcr) […]

Auch ich werde davon berichten! Nicht meinem privaten Tagebuch, sondern Euch!

Heute ist #Tagebuchdienstag

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Wer gern in den Tagebüchern anderer Menschen schmökert, kann sich dieser Neigung hemmungslos hingeben und zwar in einem Buch, das man durchschmökert oder häppchenweise bzw. tageweise zu sich nehmen kann wie das Kalenderblatt oder Bibelverse für den Tag: Das Buch der Tagebücher: Ausgewählt von Rainer Wieland (Werbelink). Gebundene Ausgabe mit 704 Seiten vom Piper Verlag.

So viel Tagebuch war selten. Man kann mitlachen und mitbangen, als wären die in diesem Buch versammelten Diaristen nicht nur berühmte Zeitgenossen der letzten 500 Jahre, sondern Personen, deren mehr oder weniger intime Aufzeichnungen sie zu guten Bekannten, manche sogar zu Freunden machen. 365 Tage lang jeden Tag eine Handvoll Tagebuchauszüge in unterschiedlicher Länge von unterschiedlichen Diaristen aus unterschiedlichen Epochen! Mhm, lecker!
Ich amüsierte mich z.B. über Richard Burton, der am 8. Oktober 1966 in sein Tagebuch schrieb: „Der Pickel auf meiner Backe ist heute Morgen aufgegangen und ich habe ½ Stunde zugebracht, ihn mit kochendheißem Wasser zu behandeln und ihn auszudrücken … Mangelhafte Hygiene kann es nicht sein – das ist mein Fetisch. Ich mache Freiübungen. Na schön. Denk saubere Gedanken, Richard, Nimm deine Vitamine und denke nur reine Gedanken.“
Und ich hätte fast geweint, als ich den Eintrag von Robert F. Scott vom 29. März 1912, las: Antarktis, Südpol: „Es ist ein Jammer, aber ich glaube nicht, dass ich noch weiter schreiben kann. R. Scott. Letzter Eintrag: Um Gottes willen – sorgt für unsere Hinterbliebenen!“

Bei amazon (Werbelink) kostet das Buch knapp 40 EUR. Heute ist wieder #Tagebuchdienstag!

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Angelika hat nun schon einige Artikel zum Thema „Tagebücher“ im Notizbuchblog geschrieben. Sie ist auch außerhalb des Blogs eng mit dem Thema Notizbücher verbunden und leitet u.a. Seminare zum Thema „Tagebuch“. Demnächst steht wieder eine solche „Tagebuchwerkstatt“ an und ich möchte euch die Ankündigung nicht vorenthalten:

Einladung zur Tagebuchwerkstatt am 26. und 27. November 2011 auf Hof Rose in der Lüneburger Heide

Für Menschen, die …
– Erfahrungen mit Tagebüchern mitbringen und Lust haben auf neue Impulse
– Bisher noch keinen Zugang gefunden haben, aber einen (neuen) Versuch starten wollen
– Lust haben auf ein beschauliches Novemberwochenende mit Tagebuch-Schreiben, Austausch und Regeneration in gemütlichem Landhotel bei liebevoller Verpflegung, bei Kaminfeuer, Sauna, Schwimmbad oder raschelnden Laubspaziergängen

Die Tagebuchwerkstatt vermittelt Anregungen und vor allem praktische Übungen, um a) das eigene Repertoire zu erweitern und b) den persönlichen Stil herauszufinden.
Eingerahmt wird die Arbeit im Kurs von kleinen Pausen mit Erfrischungen, Entspannungsübungen, Plaudern und Schweigen – je nach Bedarf. Der persönliche Charakter des Tagebuchs wird auch im Kurs respektiert! Der TeilnehmerInnenkreis liegt bei max. 10 Personen.

Kosten: 280,– Euro inkl. Übernachtung, Essen und Kursgebühr

Zeiten: Sa, 10 – 13 und 15 – 19 Uhr, So, 10 – 13 und 14 – 16 Uhr

Anmeldung bitte bis 15. Oktober 2011 an Dipl.-Psych. Angelika von Aufseß, www.avonaufsess.de, info@avonaufsess.de, Tel. 040-38699688 oder 0171-8625312. Anfahrtsskizze und Details zum Hotel unter: www.hofrose.de

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Seit dem Urlaub füllst du die Seiten deines Tagebuches mit Klagen. Dass der Sommer nicht groß war, dass die Tage kürzer werden, dass dir das Leben etwas schuldig bleibt, dass … blablabla. Du kannst dein eigenes Gejammer nicht mehr hören, möchtest das Tagebuch in die Ecke donnern oder verbrennen.
Wie wäre es jetzt mit etwas Farbe und verlogener Fantasie?
Ich weiß nicht mehr, woher ich die Technik habe, wende sie aber mit viel Vergnügen an, vor allem wenn ich mein eigenes Rumjammern satt habe. Ich kenne sie unter Lügentagebuch.

Du nimmst eine andere Farbe für den Lügeneintrag, schreibst das Datum und erfindest dir einen Tag, der einem Baron Münchhausen die Röte ins Gesicht triebe.
Zum Beispiel: wie dir ein Coup gelungen ist, wie du jemanden gerettet hast, wie dir ein großes Geschenk gemacht wurde, wie du eine geheime Seite von dir gezeigt und damit großen Erfolg hattest usw. usf.

Vielleicht magst du dann wieder die Farbe wechseln und zum „wahren“ Tagebucheintrag zurück kehren. Vielleicht magst du dir auch zufrieden den Eintrag noch einmal durchlesen, durchatmen und lächelnd das Heft zuklappen.

Habt ihr auch schon einmal euer Tagebuch belogen?

Heute ist #Tagebuchdienstag

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Letzten Dienstag konntet ihr an dieser Stelle den ersten Text von Angelika lesen, unserer Spezialistin für Tagebücher. Wir planen, nun regelmäßiger über das Thema Tagebücher zu berichten und zwar immer dienstags. Es wird also so etwas wie einen „Tagebuchdienstag“ geben. Der heutige Text von Angelika beschäftigt sich mit der Frage, wie man damit beginnt, ein Tagebuch zu führen. Denn aller Anfang ist schwer.

Vor dir liegt dein neues Notizheft, dein Tagebuch, Lebensjournal, wie auch immer du es nennst. Es ist blanko, liniert oder kariert, und es ist LEER. Du schreibst das Datum, dann stockt der Stift. Writers´ block: gute alte Schreibblockade. Kritische Stimmen in dir warnen davor, deine Worte würden falsch klingen, die Texte würden dir später peinlich sein oder noch schlimmer: es könnte jemand darin lesen! Schnell weg mit dem Heft!
Kann man machen, muss man nicht!
Man beginnt ein Heft am besten, indem man einfach beginnt! Die Stimmen ignorieren und dem Impuls folgen, schreibend sich selbst auf die Spur zu kommen und schreibend die Möglichkeiten einer eigenen, höchstpersönlichen Tagebuchkultur zu entdecken und sie über die Jahre zu verfeinern! Um die Schwelle der ersten leeren Seite zu nehmen, gibt es viele bewährte Hilfsmittel. Hier meine beiden Favoriten (die ich auch nach knapp 30 Jahren Tagebuch nutze, wenn ich ein neues Heft beginne):

  • Das serielle Schreiben: du suchst dir einen Satzanfang aus, den du in jedem neuen Satz wiederholst und spontan ergänzt mit dem, was dir in den Stift fließt, z.B.
    ich schreibe in dieses Heft, weil ….. ich schreibe in dieses Heft, um ….. ich schreibe in dieses Heft …., – bis die erste Seite voll ist oder die Begründungen versiegen.
  • Oder du beginnst jeden Satz mit: ich erinnere mich daran, wie …., ich erinnere mich, dass…., ich erinnere mich ….
    Den Moment mit allen Sinnen beschreiben: du schreibst alles auf, was du siehst, hörst, riechst, fühlst, schmeckst, und lässt dich von deinen Sinneswahrnehmungen assoziativ weiter tragen in Erinnerungen, Gefühle, Ideen, Pläne, Träume – wohin auch immer, und kehrst immer wieder zurück zu dem, was gerade ist.

Wie geht ihr mit „dem Anfang“ um? Wie war bei euch das erste Mal Tagebuchschreiben? Wie habt ihr die mentalen Hürden überwunden? Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte in den Kommentaren!

Wer sich intensiver mit dem Thema Anfangen befassen will, findet weitere Tipps im Klassiker der Tagebuchliteratur: Tagebuch schreiben (Werbelink) von Tristine Rainer und Kerstin Winter (Taschenbuch – 1. Juni 2005)

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