In Deutschlands Schulen wird zunehmend die Schreibschrift abgeschafft. Man geht über zu einer Grundschrift und an diesem Vorgehen scheiden sich die Geister. Das hat Spiegel Online zum Anlass genommen, zwei Meinungen gegeneinander antreten zu lassen. Im Artikel Aus für die Schreibschrift – Schnörkel-Luxus oder Kulturgut? dürfen Hans Brügelmann und Ute Andresen die Pro- und Contra-Seite vertreten. Die Schreibschrift kennen wir wahrscheinlich alle aus der Schule. Die Grundschrift hat heute sogar eine eigene Homepage und wir hätten sie in der Schule „Druckschrift“ genannt.
Ich persönlich bin etwas zwiegespalten: zum einen finde ich die Schreibschrift definitiv die schönere Schrift. Die Schnörkel führen zwar nicht immer bei jedem zu besserer Lesbarkeit, aber bei den meisten bildet sich dann doch ein ganz individueller Stil heraus. Meine Schrift ist heute eine Mischung aus Schreibschrift und Elementen der Grundschrift. Warum sich das so entwickelt hat, kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall schreibe ich viel von Hand und habe mir meineen Stil im Laufe der Jahre mehr oder weniger automatisch angewöhnt. Auf eine bestimmte Schrift hin trainiert habe ich nie.
Vieleicht ist es auch gar nich so wichtig, in welcher Schriftart man schreibt. Wichtig ist das analoge Schreiben von Hand, denn die dafür notwendige Motorik unterstützt beim Schreibenlernen wie man herausgefunden hat (finde gerade die Quelle nicht,über die ich schon einmal früher im Blog berichtet habe). Wenn alle mit dem Computer schreiben lernen würden, würde man sicher nicht über die Schriftart streiten. „Hast du mit Arial oder Helvetica schreiben gelernt?“ – allein schon die Vorstellung dieser Frage scheint absurd. Ich gebe zu der Vergleich hinkt.
Doch was meint ihr? Schreibschrift lernen ja oder nein? Ist Schreibschrift notwendig oder Luxus? Wie sieht eure Schrift aus (Fotos willkommen)?


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10 Antworten
  1. Uta sagt:

    Ich schreibe im Alltag Schreibschrift und bei mir hängt die Leserlichkeit eher vom Schreibgerät ab. Mit Bleistift sieht sie am ordentlichsten aus, Füller sieht edel aus mit mit Kugelschreiber, naja. Einige Buchstaben sind aus der altdeutschen Schrift, irgendwann habe ich mir z.B. das z mit der Schlaufe angewöht.
    Ich denke, dass Schreibschrift mit zu unserer Kultur gehört und man fragt ja auch nicht, ob Schillers Räuber in der Oberstufe gelesen werden? Bitte nicht das abschaffen, das es ermöglicht, eine individuelle Handschrift auszubilden. Ich finde Schreibschrift deutlich schöner als Druckschrift. Ist aber nur eine persönliche Meinung!

  2. interessanter Artikel!
    Mit zunehmender Migration in den deutschen Klassenzimmern ist es vielleicht sinnvoll, wenn die Kinder alle diese Grundschrift lernen. Ich stelle mir nur gerade indische oder arabische Kinder vor, die so lange Wörter in Schreibschrift schreiben müssen, obwohl die selbst sehr viele Schnörkel in ihren Schriften haben ;D
    Man mühte sich doch ein bisschen sehr ab, wenn man diese Schnörkel üben musste. Handschriften werden so oder so ausgebildet, da ist die Schrift egal. Einige Jungs in meiner Grundschulklasse damals hätten auch mehr Spaß am Schreiben gehabt, wenn sie diese Grundschrift gehabt haben. Und letztlich schreibt sowieso irgendwann jeder so wie er schreiben will 😀

  3. Uwe sagt:

    An der Grundschule unserer Tochter ist das ein heikles Thema: während die Elternschaft die – seitens der Schulleitung als „sentimental“ und „pädagogisch nicht mehr zeitgemäss“ abgestempelte – Meinung vertritt, die Schreibschrift solle auch künftig weiter unterrichtet werden und sähe insgesamt schöner aus, vertritt die Schulleitung die Auffassung, die Grundschrift wäre die Schrift des 21. Jahrhunderts und als solche auch zu unterrichten. Pädagogik trifft Elternwille – seit Jahrtausenden ein unbefriedetes Feld.

    Unabhängig von allen Sentimentalitäten und aller Pädagogik finde ich Schreibschrift (auch meine hat sich über die Jahre zu einer Gemengelage aus Schreib- und Grundschrift entwickelt) praktischer, weil sie einen flüssigeren Schreibstil erlaubt als die Grundschrift, und auch schöner. Aber das ist ja bekanntlich Geschmachssache …

  4. Christian sagt:

    bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die Schreibschrift durch die zusammenhängenden Buchstaben ein schnelleres Schreiben ermöglicht, da man den Stift ja nicht ständig heben und setzen muss.
    Und genau diesen Schreibfluss benötige ich doch, wenn ich meine Gedanken handschriftlich niederschreiben möchte.
    Ich bin etwas verwundert, dass dies bisher kein Punkt in der Diskussion war, oder irre ich mich da, weil ich einfach die Grundschrift noch nicht ausprobiert habe?

  5. Rampe sagt:

    Ich finde die Schreibschrift ist ein Kulturgut, das man pflegen sollte.
    Auf der anderen Seite ist es jedoch so, dass das Schriftbild bei vielen Menschen vom ständigen Tippen total unsauber geworden ist. Es fehlt halt einfach die Übung.
    Wo hier gerade die Schreibgeschwindigkeit angesprochen wurde, ich musste in meiner Ausbildung die Berichtshefte in Normschrift schreiben und selbst das geht mit einiger Übung rasend schnell.

  6. Judith sagt:

    Seit der 5. Klasse, als es egal wurde, in welcher Schrift wir schrieben, solange der Lehrer sie nur lesen konnte, kehrten die Meisten von uns wieder zu einer „Druckschrift“ zurück, aus der sich dann auch meine Handschrift entwickelte. Und ich muss sagen, das hat die Lesbarkeit meiner Schrift deutlich verbessert. Schreibfluss war da auch nie ein Problem – ich hebe ja den Stift beim Absetzen keine Zentimeter weit über das Papier 😉

  7. Moni sagt:

    Darf ich hier einen kleinen Exkurs zum Thema Schrift in der Grundschule beisteuern?

    Bei mir war es so mit dem Schreiben lernen: Zunächst wurden Buchstaben gelernt, in Druckschrift geübt und dann zu Worten zusammengesetzt. Erst etwas später in der 2. Klasse wurde zur Schreibschrift übergegangen.

    Die „Schreibschrift“, wie ich sie z.B. kennengelernt habe, heißt eigentlich „Lateinische Ausgangsschrift“ (LA).
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/a/a5/La-ges.jpg

    Die wird aber heutzutage in manchen Bundesländern gar nicht mehr verwendet (so viel zum Thema Kulturgut). An ihre Stelle ist die „Vereinfachte Ausgangsschrift“ (VA) getreten.
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/57/Vereinfachte_Ausgangsschrift.png/350px-Vereinfachte_Ausgangsschrift.png

    „Ausgangsschrift“ heißen wohl beide, weil sich ja aus ihnen die spätere individuelle Handschrift entwickeln soll.

    Hier nochmal ein Vergleich von beiden:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/c5/Vabsp2a.JPG

    Ich mag VA nicht, ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Stellt Euch mal im Beispiel die Kombination „st“ vor, wenn sie von einem Zweitklässler geschrieben wird – das s mit dem Kringel und das t mit dem abstehenden Aufstrich.
    Andererseits kann ich verstehen, warum eine Alternative zur LA gesucht wurde: Bei der LA ergeben sich ebenfalls Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Verdoppelung der Linie durch den Aufstrich beim kleinen a, d und g.
    Man könnte da jetzt noch mehr Beispiele für beide Schriften aufführen.

    Die hier vorgestellte Grundschrift kannte ich noch nicht, aber jetzt verstehe ich endlich, was gemeint ist, wenn mir Mütter von Schulkindern erzählen, dass ihre Kinder jetzt nur noch „Druckschrift“ schreiben. 😉 Ich hab sie mir jetzt näher angeschaut und ich muss sagen: sie gefällt mir immer besser. Das Material auf der Seite zeigt, dass dort, wo es sich anbietet, die Buchstaben durchaus auch verbunden werden. (-> „Schreiben mit Schwung“)
    Und insgesamt kommt diese Art zu Schreiben meiner eigenen Handschrift viel näher, als die LA und VA.

  8. Moni sagt:

    Ach ja…
    das ist meine Handschrift:
    http://nimga.de/m/1T1QT.jpg

  9. Alexander sagt:

    Schreibschrift / Druckschrift … jeder nach seiner Facon.

    Für mich als Fan von Papier und Bleistift/Füller sowie als Führungskräftetrainer, der seinen Flipchart heiß und innig liebt, ist die Handschrift (und für mich damit auch die Schreibschrift) schon fast eine Stilfrage mindestens aber Ausdruck desselben :-).

    Und selbstverständlich sollten auch unsere Kinder mehr als ihre Unterschrift mit der Hand schreiben können – Smartphone, Tablet usw. hin oder her. Dazu gehört dann auch, dass sie beides lernen und dann ihre persönliche Handschrift entwickeln.

  10. Götz sagt:

    Kritisches zu den didaktischen Überlegungen und den eher schwachen Argumenten des Grundschrift-Konzeptes kann mittlerweile unter
    http://www.grundschrift.info nachgelesen werden.

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