Archiv für die Kategorie »Tagebuch «

Angenommen, es gäbe ein kleines Buch, z.B. im Pocketformat, aufgemacht als Notiz- oder Tagebuch, so liebevoll gestaltet, dass man es glatt verschenken möchte, also angenommen es läge dieses appetitliche Büchlein an der Kasse der Lieblingsbuchhandlung (z.B. für 8,95 €) und verspräche etwa folgendes:

Tagebuch von A-Z – 26 Möglichkeiten, ein Tagebuch zu führen und damit zu experimentieren

Schreibimpulse für Tagebuchschreiber und und solche, die es werden wollen. Beispiele, Anleitungen, Erfahrungen mit den verschiedenen Techniken des kreativen und therapeutischen Schreibens. Von AUSDAUERND über BANAL, CHAOTISCH und DIALOGISCH bis zu SACHLICH, THEMATISCH und ZUKUNFTSWEISEND. Ein Almanach der Tagebuchtechniken, der zum Selbstversuch im Tagebuch verführen will.

Jetzt die entscheidende Frage an die Leserinnen und Leser hier im Blog: Würde Euch das Buch interessieren? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Gibt es dafür einen Bedarf? Wer sind die möglichen Käufer? Was möchten sie für sich (oder für die Beschenkten) mit dem Buch erreichen? Welche weiteren Ideen und Wünsche hättet Ihr zu dieser Buchidee? Hintergrund meiner Frage: ich habe für mein Buch-Exposé von einem Verlag eine sehr freundlich gehaltene Ablehnung erhalten mit der Begründung, dafür gäbe es keine Zielgruppe. Ich glaube das nicht! Und Ihr?

Über Kommentare und / oder Mails an angelika@notizbuchblog.de freue ich mich sehr und bedanke mich dafür schon vorab.

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Bei design milk fand ich den Disappointments Diary. Wenn ihr regelmäßig eure Enttäuschungen festhalten wollt, dann solltet ihr euch den Kalender anschauen:

[…] Disappointments Diary 2013 is a week-to-view appointments diary with a series of disappointing twists. […] It comes in a disappointingly limited edition of 1,000 numbered copies. […]

Natürlich kann man ihn auch ganz ohne Enttäuschungen einsetzen. Die ersten 1000 Stück sind enttäuschenderweise schon ausverkauft, aber die nächste Ausgabe kann man bereits vorbestellen. Man scheint ihn auch bei amazon (Werbelink) bestellen zu können, aber die Informationen bei amazon sind sehr dürftig.

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Erinnert ihr euch an Die Uhr im Tagebuch? Leser Moritz schickte mir eine Mail, dass es den Watch Diary nun auch bei Fancy gibt:

[…] If you like to organize your time properly, then you found the right notebook. The Notebook Watch Diary, consists of two things: a clock and a stack of papers. The cards have distinctive lines around the clock with the time to help you schedule your day properly! [..]

Die Nachfrage scheint groß zu sein. Das Tagebuch mit der integrierten Uhr hat drei Wochen Lieferzeit und kostet 30 USD.

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Via @brainpicker fand ich den Link auf Archive of Handwritten Recipes (1600 – 1960) Will Teach You How to Stew a Calf’s Head and More, in dem über ein Online Archiv berichtet wird, in dem ihr eine Vielzahl alter Rezepte findet. Der eigentliche Sinn der Seite DIY History ist aber die Transkription (Wikipedia) alter Handschriften in digital lesbare Formate mit Hilfe der Internetgemeinde. Über das Projekt:

[…] DIY History lets you do it yourself to help make historic artifacts easier to use. Our digital library holds hundreds of thousands of items — much more than library staff could ever catalog alone, so we’re appealing to the public to help out by attaching text in the form of transcriptions, tags, and comments. Through „crowdsourcing,“ or engaging volunteers to contribute effort toward large-scale goals, these mass quantities of digitized artifacts become searchable […]

Neben alten Kochbüchern könnt ihr auch Tagebücher transkribieren. Wenn euch alte Bücher und Handschriften interessieren, ist DIY Historie auf jeden Fall einen Blick wert.

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Zur Abwechslung eine Filmempfehlung für die Freundinnen und Freunde des regelmäßigen Tagebuchschreibens: Die Wand.

Die Protagonistin (unfassbar gut: Martina Gedeck) sitzt allein in einer Jagdhütte in den Bergen und schreibt auf, was sie erlebt, was sie bewegt, wie sie lebt, wie sie überlebt. Bei Kerzenlicht führt sie den Bleistiftstumpen über die Rückseiten beschriebenen Papiers. Ihre Zeilen drängeln sich auf den Seiten, Platz ist knapp. Eine Katze schnurrt, der Ofen bollert. Sie spricht mit keinem Menschen, mit niemandem ist sie am Chatten, Smsen, Twittern oder Telefonieren. Klingt nach Klausur oder Auszeit. Ist aber Endzeit.
Aus dem Radio rauscht es. Die Sendestationen sind verwaist. Keiner mehr da. Nur noch die einsame Schreiberin in der Hütte, deren Leben hinter Glas stattfindet. In der Verfilmung des Romans von Marlene Haushofer, „Die Wand“, ist sie die vermutlich einzige Überlebende nach einer nicht näher beschriebenen Katastrophe. Allein, allein, allein. Doch irgendwie geht das Leben weiter. Was ihr bleibt, sind ein paar Tiere, mit denen sie zusammenlebt (Hund, Katze, Kuh), die sie tötet (Wild), die sie zu zähmen sucht (weiße Krähe). Was ihr außerdem bleibt: harte tägliche Arbeit für Nahrung, Wärme, Schutz und: das Schreiben!

„Ich schreibe nicht aus Freude am Schreiben; es hat sich eben so für mich ergeben, daß ich schreiben muß, wenn ich nicht den Verstand verlieren will“

notiert sie in ihr Heft. Die Zeilen sind auch gesprochen am Beginn des Trailers zu hören.

Hier zwangsläufig die Brücke zum Tagebuch. Auch ohne Endzeit, Jagdhütte und gläserne Wand kennen Tagebuchschreiber dieses Gefühl. Sie schreiben, weil sie müssen, weil der Druck von innen so hoch ist, dass die einfache Bewegung des Stiftführens und Worteaufpapierwerfens dazu beiträgt, den Verstand zu behalten bzw. ihn wieder zu finden.
Wer solche Situationen kennt, wird diesen Film lieben, wird das Buch fressen und wie Franz Kafka dazu stehen, dass es Zeiten gibt, in denen das Tagebuch einfach unverzichtbar ist: „Gott will nicht, dass ich Tagebuch schreibe, ich aber, ich muss“, notierte Franz Kafka vor ca. 100 Jahren in sein Tagebuch.

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Ganz schlimme Sache. Außer meinem Geldbeutel mit sämtlichen Plastikkarten und meinem iPhone gibt es nichts, was ich weniger gern verlieren möchte als mein Tagebuch. Allein der Gedanke, dass fremde Augen in mein Innerstes blicken und fremde Finger die Seiten meines Innenlebens umblättern könnten, lässt mich erschaudern. Bis ins Mark und tiefer.
Deshalb hat mich die Notiz in der Süddeutschen Zeitung vom Freitag auch so verstört: „Martin Walser sucht sein Tagebuch“ (SZ, 05.10.12, S. 15)
Er habe es auf einer Zugfahrt von Innsbruch nach Friedrichshafen liegen lassen. Schon am 17. September hätte er den Verlust bei der Bahn gemeldet, jedoch bislang ohne Erfolg.
Ich unterstelle ihm schlechten Schlaf und quälende Selbstvorwürfe sowie banges Hoffen auf ehrliche Finder, die das kostbare Stück bei ihm bzw. beim Rowohlt-Verlag abgeben. Es soll ihr Schaden nicht sein. Der Finderlohn beläuft sich, laut Notiz in der SZ, auf 3000 Euro. Die BILD oder der Stern würden vermutlich noch ein paar Taler drauf legen, insbesondere dann, wenn sich in dem Tagebuch „Stellenliteratur“ finden würde, ihr wisst schon: Feuchtgebiete und so. Aber auch ohne entsprechende Medien ist der Preis für das Tagebuch sehr ordentlich.
Walser soll die Frage gestellt haben, warum Deutschland immer nur den Superstar suche und nicht das Tagebuch eines Schriftstellers. Eine sehr gute Frage!
Wie wäre es mit einer entsprechenden Geschäftsidee: Geo-Caching von Tagebüchern berühmter Autoren oder ein neues Sendeformat auf rtl: Deutschland sucht das Super-Tagebuch oder …?
Auf weitere Geschäftsideen hier im Blog und natürlich auf sachdienliche Hinweise zum Verbleib des Walser-Tagebuchs sind wir sehr gespannt!!!

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Wen interessiert eigentlich literarischer Stil beim Führen eines Tagebuchs? Nur wenige, das wissen wir aus einer früheren Umfrage. Aber für die wenigen „Eperimentalisten“, die über Erlebtes, Ausgedachtes, Halbwahres etc. schreiben und dabei auch gerne mal Literatur zum Kreativen Schreiben zur Hand nehmen, hier ein paar Tipps aus dem Nähkästchen:

  • Lutz von Werder, Schreiben von Tag zu Tag: Wie das Tagebuch zum kreativen Begleiter wird. Ein Handbuch für die Praxis (Werbelink): Er ist der ungekrönte König der deutschen Creative-Writing-Szene, insbesondere im Zusammenhang mit therapeutischen und pädagogischen Übungen. Ich finde seine Auswahl sehr beachtlich, gut gegliedert in literarisches, therapeutisches, philosophisches, spirituelles usw. Schreiben. Man muss nicht alle Übungen mögen, aber die Auswahl ist groß genug, um einige zu finden, die Spaß machen und die Fingerchen üben.
  • Alexander Steele, Romane und Kurzgeschichten schreiben (Werbelink): Vor ein paar Jahren habe ich einen Sommer lang das Buch durchgearbeitet, leider vieles davon wieder vergessen. Das ist eher etwas für die zeitaufwändigere Beschäftigung mit literarischen Formen, aber sehr schön im Wechsel von Erklärung und Übung.
  • Bonni Goldberg, Raum zum Schreiben – Creative Writing in 200 genialen Lektionen (Werbelink): kleine one-pager für die schnelle Übung zwischendurch. Augen zu, Finger auf eine Seite, Übung machen und fertig. Quasi ein Mini-Workout.
  • Interessant finde ich die neue Duden-Reihe von Ortheil (Werbelink) (hier schon mehrfach erwähnt und besprochen). Allerdings stört mich der elitäre Stil. Das sind sehr schlaue Autoren, die sehr schlaue Sachen sagen und schlaue Tipps geben, aber es kam kein rechtes Auja-Gefühl auf bei mir.
  • Vor kurzem erst gelesen und mich sehr amüsiert: Stephen King, Das Leben und das Schreiben (Werbelink). Man würde es bei einem Autor wie ihm nicht vermuten, aber er ist unglaublich komisch in der Beschreibung seiner Erinnerungen und Empfehlungen.
  • Wer mit Englisch kein Problem hat und verführbar ist durch Design, dem kann ich das Observation Deck empfehlen: Naomi Epel, A Toolkit for Writers. Da ziehst Du eine Karte, schlägst im Buch nach, welche Übung Du machen sollst und welcher Autor damit welche Erfahrungen gemacht hat.

Sollte jemand von Euch mit den Titeln viel experimentieren und daraufhin den Deutschen Buchpreis gewinnen, bitte ich um Benachrichtigung, besser noch: um eine persönliche Einladung!

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@filomaniac twitterte mir den Link auf das neue Buch von Neil Pasricha, der das wunderbare Blog 1000awesomethings.com betreibt. @filomaniac fand bei modcloth nun das Journal of Awesome (Werbelink):

[…] From the best-selling author of the award-winning blog 1000awesomethings.com and The Book(s) of Awesome, this journal is full of inspiring prompts and reminders of everything there is to feel good about; like the moment on holiday when you forget what day of the week it is, eating everything from your own garden, or hearing someone’s smile over the phone. This guided journal encourages users to record and celebrate all the simple joys that make life so AWESOME. […]

Es handelt sich also um ein Notizbuch, das um „Prompts“ – also Aufforderungen zum Schreiben – ergänzt ist und das euch beim Freuen an der Welt helfen soll. Bei amazon (Werbelink) kostet das Buch knapp 12 EUR. Awesome!


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Zugegeben: das Thema ist nicht neu und der Impuls zu diesem Text stammt aus dem August. Wir haben schon September!!! Die Augustausgabe der brandeins fiel mir jedoch erst gestern in die Hände, sie hat das wunderbare Sommerthema „Nichtstun“. Tenor des Heftes: ganz schön schwer, nichts zu tun bzw. nicht das zu tun, was man muss, sondern was man will.

Fängt schon damit an, dass wir frühzeitig verlernen, was wir wollen, was uns beflügelt, was die Augen zum Glänzen bringt. Besser, wir lassen uns die Pflichten diktieren, dann können wir maulen und unser Schicksal bejammern. Müssen wir heute wieder tun, was wir wollen? Nein, zum Glück nicht, der Sommer mit seinen langen planlosen Urlaubstagen ist vorbei, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt. Es gibt einfach Halt, wenn die Tretmühle wieder mahlt!

Manches Tagebuch weiß von der plötzlichen Panik zu berichten, wenn der Druck von außen wegfällt und plötzlich 24 Stunden unstrukturierter Zeit zu füllen sind. Wer keine Arbeit hat, länger krank ist, wer sein Arbeitsleben hinter sich und – mit Chance – dreißig Jahre Rentnerleben vor sich hat, wer sich ein sabbatical nimmt, in Elternzeit geht oder eine lange Sommerpause macht, fällt aus dem Rhythmus, bei dem sonst jeder mit muss. Wer nicht im Takt der meisten unterwegs ist, wer z.B. am Vormittag den Rasen mäht, mittwochs ins Museum geht oder am Montag im Café frühstückt, schwimmt gegen den Strom der Leistungsträger. Das will ausgehalten sein, das verlangt nach einem stabilen eigenen Takt.

Gut, dass es auch dafür Berater gibt! Die Autoren Kitz und Tusch (z.B. in Die 365-Tage-Freiheit: Ihr Leben ist zu wertvoll, um es mit Arbeit zu verbringen (Werbelink)) haben sich darauf spezialisiert, in ihren Ratgebern, Vorträgen und Workshops Mut zu machen für ein Leben neben der Arbeit.

„Müßiggang braucht einen Plan. Man muss Stück für Stück rausgehen, immen einen Schritt, nicht einfach mit allem brechen – das klappt nicht und macht nur noch frustrierter.“

(Interview brandeins, 08,2012, S. 42)

An dieser Stelle die Empfehlung zum Tagebuchdienstag: wie wäre es mit einer Zeitreise zum eigenen 90. Geburtstag. Du schaust zurück auf dein Leben und stellst zufrieden fest: einverstanden damit, gut hingekriegt! Dann schreibst du auf, auf welche Entscheidungen und Maßnahmen du besonders stolz bist, wofür sich der Aufwand an Zeit und Energie gelohnt haben und was du genau so wieder oder vielleicht im nächsten Leben anders machen würdest.

PS: mein Lieblingsplatz zum Tagebuchschreiben und zum Schreiben überhaupt siehe Foto!


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Stellen wir uns vor: es ist mal wieder Zeit für einen Eintrag im Tagebuch. Du nimmst dein Heft / Buch zur Hand, zückst den Stift (Füller, Kuli, Filzstift, Bleistift …) und lässt ihn über die Seiten gleiten.

Wir hätten da mal eine Frage: Wo befindest du dich, wenn du das tust. Wo schreibst du am liebsten in dein Tagebuch, Journal, Ideenheft … ?
So wie es Dutzende von Motiven gibt, um ein Tagebuch zu führen, gibt es Dutzende von Lieblingsplätzen dafür. Ich habe zwar viele Plätze, an denen ich gern schreibe, weil ich mir immer so viel zu erzählen habe , aber meine beiden Favoriten sind: am Gartentisch auf der Terrasse – besonders toll, wenn es warm ist aber regnet und die Tropfen auf das Blechdach über mir prasseln – und in Cafés, wenn ich unterwegs bin, also in mir unbekannten Gegenden.
In einem Blogartikel aus dem letzten Jahr mit dem Titel Sitting is deadly: Make like these 5 writers and stand while you work werden Schriftsteller vorgestellt, die ausschließlich am Stehpult ihre Innenwelten zu Papier bringen.

Und du? Wo am liebsten?

Wir würden an dieser Stelle gerne eine kleine Galerie der Möglichkeiten veröffentlichen. Schick uns ein Foto von (dir und) deinem Lieblingsschreibplatz. An einem der nächsten Tagebuchdienstage findet ihr hier eine Kollektion der persönlichen Favoriten. Wir freuen uns schon darauf! Schick dein Foto an info@notizbuchblog.de. Wenn ihr möchtet, dass wir die Bilder anonym veröffentlichen oder einen Link auf euren Blog setzen sollen, erwähnt das bitte in der Mail.

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