Archiv für die Kategorie »Tagebuch «

Wie angekündigt gibt es heute einen zweiten Teil zum Leben in Listen als Denkanstoß oder Schreibanstoß…

  1.  Körperstellen, die ich an mir besonders mag …
  2.  Frisuren, die ich gerne einmal ausprobieren will …
  3. Diese Körperstellen mag ich nicht …
  4. Dinge, die mich an meinem Arbeitsplatz stören …
  5. Wenn ich Chef wäre, würde ich folgende Dinge ändern …
  6. Menschen bei denen ich mich entschuldigen müsste/möchte …
  7. Personen, von denen ich mir wünsche, dass sie sich bei mir entschuldigen ..
  8. Die schönsten Entschuldigungen und Versöhnungen …
  9. Freundschaften, die mir am meisten bedeuten….
  10. Was ich gerne einmal mit Freunden unternehmen würde ….
  11. Die schönsten Unternehmungen mit Freunden …
  12. Dinge, die ich für die Umwelt tue…
  13. Wenn ich Bundeskanzler/in wäre … würde ich folgende Dinge ändern …
  14. Ich bin schuld an ….
  15. Menschen, die mir Freude bereiten ….
  16. Menschen, die mich Ärgern…
  17. Berufsziele die ich bisher erreicht habe …
  18. Was ich noch erreichen will ….
  19. Meine liebsten Kollegen …
  20. Kollegen, die ich nicht ausstehen konnte …
  21. Meine besten Projekte …
  22. Kritik, die ich am häufigsten zu hören bekomme ..
  23. Menschen, von denen mir Kritik weniger ausmacht …
  24. Kritik die mich tief verletzt hat …
  25. Kritik, die berechtigt war …
  26. Personen, die ich gerne kritisiere
  27. Ich habe Angst vor …
  28. Ängste, die unbegründet waren …
  29. Was nimmt mir die Angst?
  30. Gegenstände, Genussmittel oder Menschen, von denen ich abhängig bin …

 

To be continued.

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Kategorie: schreiben, Tagebuch

Tagebucheintrag im Mai: Bäume schlagen aus, die Natur explodiert, Düfte vernebeln die Sinne. Ein zielgerichtetes, vernünftiges Alltagsleben scheint kaum möglich. Vor allem Menschen mit Gärten bewegen sich jetzt rauschhaft durch ihr sich stündlich veränderndes Refugium. Was gestern noch wie tot unter der Erde lag, weht jetzt als dunkelviolette Tulpe (Queen of the Night) im Frühlingswind. Vorhin noch volle Sicht auf die Straße, jetzt eine dichte grüne Mauer aus Liguster oder Hainbuche. Frostgebeutelte Rosen springen dem Tod von der Schippe und treiben mächtig aus, als müssten sie verlorene Zeit wettmachen.

Wer einen Garten hat und darüberhinaus ein Gartentagebuch führt, hat jetzt alle Hände voll zu tun. Es gilt, die rasanten Entwicklungen zu dokumentieren, oder – und das macht das Gartentagebuch so wertvoll – zum Oktober zurück zu blättern und nachzusehen, wo man welche Zwiebeln versenkt hatte. Sowohl für den Rückblick, für die Planung als auch für lyrische Ausbrüche scheint mir ein Tagebuch unverzichtbar. Allerdings gehe ich dabei ähnlich unsystematisch vor wie die KollegInnen vom Forum „mein schöner Garten“. Interessanter Diskurs zum Thema Gartentagebuch bei: Mein Schönber Garten

Eine andere Entdeckung – und Empfehlung – für GartenfreundInnen ist das Buch Die Tage des Gärtners: Vom Glück, im Freien zu sein (Werbelink) von Jakob Augstein, im Hanser Verlag. Es ist eine Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht („Ich zum Beispiel habe neulich tatsächlich einen Löwen gekauft. Aus Sandstein. Das ist bedenklich … Aber es ist schon so, dass die Anschaffung von Gartenstatuen ein erster Schritt ist auf einem rutschigen Pfad, der abwärts führt“, S. 141) und kompromisslosen Empfehlungen („Ein Rat am Rande: Lassen Sie bloß die Finger vom Rittersporn!“, S. 26). Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, ihm beigepflichtet, widersprochen, den Kopf geschüttelt, meistens aber geschmunzelt.

Gibt es unter den BlogleserInnen eigentlich Gartenfreaks? Auch gartentagebuchführende Gartenfreaks?

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Kategorie: Tagebuch  Tags: ,

Lebt ihr euer Leben in Listen? Listen tauchen ja überall in unserem Leben auf. Ob es jetzt die übliche To-Do-Liste ist, irgendwelche Statistiken, Einkaufslisten, Bürolisten, Kaffeelisten … täglich begegnen uns mehrere Listen. Bei manchen Listen geht es nur darum irgendwelche Dinge aufzulisten – wie beispielsweise bei der Einkaufsliste – bei anderen geht es auch um eine Bewertung. Die wichtigsten Dinge, die schlimmsten Sachen, die besten Sachen … sie stehen oben. In der Mitte kommt dann das graue Mittelfeld und ganz zum Schluss das weniger bedeutsame oder wichtige. Als Beispiel sei hier das Pisa-Ranking genannt, wo unser Blick eher an das Ende wandert.

Listen können aber auch eine Hilfe sein. Eine Hilfe um Dinge nicht zu vergessen oder das eigene Leben zu sortieren.  Die bekannteste Liste dürfte die „To do“-Liste sein. Aber auch beim Notieren und Schreiben, ja auch dem Tagebuch schreiben, können Listen gut sein – um Erlebnisse und Ereignisse einzuordnen und zu bewerten.  Fragen wie Was ist mir die wichtigste Eigenschaft bei meinen Freunden? Welche beruflichen Ziele möchte ich als nächstes erreichen? und ähnlcihe Fragen können eine gute Vorarbeit sein zum Nachdenken und Schreiben und sie bieten uns auch eine Orientierung und einen Überblick.

Einige Ideen für Listen wären:

  1. Was für mich in einer guten Freundschaft dazu gehört …
  2. Ich möchte folgende Menschen loslassen können …
  3. Ich möchte folgende Gegenstände loslassen…
  4. Ich unterscheide mich meinen Mitmenschen durch …
  5. Menschen denen ich unrecht getan habe…
  6. Meine schönsten chaotische Erlebnisse ….
  7. Frauen/Männer dieser Welt, denen ein Denkmal gesetzt werden sollte .. und warum …
  8. Männer und Frauen die ich „nicht riechen“ kann
  9. Ich schau gern hinauf zu …. weil …
  10. Ich schaue hinab zu … weil

Da es soviele Ideen zum Thema Listen gibt, gibt es in einem zweiten Beitrag dann noch weitere Vorschläge zum notieren, nachdenken und schreiben.

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Kategorie: schreiben, Tagebuch

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu gewinnt in diesem Jahr den „Preis der Literaturhäuser 2012“. Bei der Preisverleihung in Hamburg im April las er aus seinem Logbuch vor: „Weiter im Text: ein Tagebuch mit Bildern“, September 2011, (amazon Werbelink).

Vor der Lesung erzählt er, wie er es mit dem Tagebuchschreiben hält, nämlich gar nicht. „Ich stehe nicht auf Nachsinnen“, sagt er, und muss sich erst bei seinen Freunden erkundigen, wie sie das machen mit dem Tagebuchführen. „Gefühle aufschreiben, ist nicht mein Ding.“ Also wird es kein Tagebuch sondern eine Art Logbuch. „Von Ende März bis Pfingsten 2011 schreibt und zeichnet sich FERIDUN ZAIMOGLU buchstäblich die Seele aus dem Leib. Es entsteht ein Tagebuch, in dem der Autor sein Leben auf des Messers Schneide offenbart. Höhenflug oder Absturz immer im Blick“ (Klappentext).

Das mit Zeichnungen des Autors und Künstlers versehene Werk ist sehr persönlich aufgemacht: Skizzen, Schreibmaschinenschrift mit handschriftlichen Verbesserungen und Kommentaren, Gartenzwergfotos aus eigener Sammlung. Die Texte wirken wie ein Film: schnelle Schnitte, alltägliche Szenen und Begebenheiten, skurrile Figuren, besorgte Beschäftigung mit schmerzenden Zehen, mit schwer verträglichen Nahrungsmitteln und ihrer Wirkung auf den Körper. Eigentlich muss ich nicht unbedingt wissen, wie Feridun Z. den Karfreitag zu Hause in Kiel „ausharren“ will, doch die Art und Weise, wie er vermag, das Ausharren in Worte zu trümmern und sich vom bösen Summen der Wespe ins Assoziieren wegtragen zu lassen, das ist beeindruckend:

„Habe eine quasipolitische Anwandlung. Die Herrschaft, die preßt. Die Herrschaft, die drückt einem die Luft aus den Lungen. Da will man doch, daß ein Wind aufkommt, daß der Wind mit Kraft die Dächer reißt und fortträgt, und die versonnenen verponnenen Bürger himmelwärts glotzen. Mürrisch, wie sie sind, würden sie dem Himmelsgott die Faust entgegen recken. Das Dunkle verhüllt, im Dunkeln verhüllt. Zuviel Metaphysik in der Rübe.“

Hätte ich die Sprachmacht (und die Bekanntheit) eines Feridun Zaimoglu würde ich glatt überlegen, ob ich meine Tagebücher, – es sind inzwischen sehr viele -, auch aufrüsche und für 29,80 Euro das Stück auf den Markt bringe …

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Kategorie: Tagebuch  Tags: , ,

„Für mögliche Leser will ich nicht schreiben. Das ist schliesslich mein privatester Privatkram.“

„… Also bleibts für mich allein Nicht mal mein Mann darf da ein bis zwei Augen reinwerfen “

So beschreiben Blogleserinnen ihr Verhältnis zum Tagebuch. Aber es gibt auch die anderen. Menschen, die ein Tagebuch öffentlich führen, z.B. weil andere Menschen (Redakteure, Verlagsmitarbeiter) sie darum bitten. In letzter Zeit begegnet mir mmer häufiger in Zeitschriften oder sogar als Buch (vielleicht habe ich auch einen gewissen Tunnelblick entwickelt) das Tagebuch als Format. Offensichtlich gibt es einen Bedarf bei Lesern auf Blicke durchs Schlüsselloch, auf das ungestrafte Spinksen ins Leben der anderen.

So führt die schwedische Fotografin Lina Scheynius in diesem Jahr das „Tagebuch einer jungen Frau“ (es schäme sich, wer Schlechtes dabei denkt) und lässt die ZEIT-Magazin-Leser an Momenten ihres Lebens in Paris und London, wo sie für internationale Magazine arbeitet, teilhaben, z.B. in Nr. 16/2012: „Ich wollte nicht nach London zurückfliegen. Ich wollte in Marokko bleiben und noch ein wenig länger von Dingen umgeben sein, die ich nicht kenne. Ich wollte in der Sonne liegen und den Muezzins zuhören und den Vögeln und dabei den süßesten Tee trinken, den ich je getrunken hatte, und Bücher lesen, für die ich mir zu Hause keine Zeit genommen hatte. Ich wollte …“ usw. usf. Manchmal ist es besser, wenn Tagebücher privat bleiben.
Interessanter scheint mir das Buch von Patricia Görg, Handbuch der Erfolglosen (Werbelink) : „Aufgefordert dazu, ein Tagebuch zu schreiben, notierte Patricia Görg wöchentlich die hereinflutenden Medialitäten, ergänzte sie aber um Erlebnisse mit Künsten und Wissenschaften sowie mit fast erfundenen Fallgeschichten, deren Helden, wie wir alle, letztlich erfolglos bleiben müssen. Entstanden ist nicht nur die Chronik eines bewegten Jahres, sondern auch ein lehrreiches Brevier des Normalen, in dem sich Revolutionen, Rücktritte, Unfälle und Finanzmarktpaniken abwechseln.“ (amazon)


Zum Vergrößern bitte klicken

Ob die Idee für ein ganzes Buch trägt, weiß ich nicht, ich habe es nicht erworben. Falls jemand von Euch das Buch kennt, bitte unbedingt kommentieren!

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Über den Diary-Slam in Hamburg haben Angelika und Christian ja bereits berichtet. Durch Zufall habe ich neulich im NDR im Kulturjournal eine Reportage über einen Slam in Hamburg gesehen. Den Beitrag, der fünf Minuten dauert,  kann man hier auch online sehen.

Wenn man heute in sie hineinschaut, sind sie Horte echter Peinlichkeit: Tagebücher aus Teenie-Zeiten. Bei „Diary Slams“ lesen Menschen öffentlich aus ihren Tagebüchern vor.

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Kategorie: Tagebuch

Die naheliegende und erwartbare Antwort lautet: für mich allein und für niemand sonst. Wer nicht gerade Schriftsteller oder Journalist mit Auftragsarbeit ist, schreibt in der Regel nicht für eine potenzielle Leserschaft, sondern sehr privat in ein von fremden Blicken gut geschütztes Buch. Aber was genau heißt eigentlich ´für sich schreiben´? Wer ist mein Gegenüber, wenn ich schriftlich meine Gedanken sortiere, mein Notizbuch als Kummerkasten oder Mülleimer benutze oder die Erlebnisse des Tages nicht nur im Kopf sondern auch auf Papier festhalte? Gibt es vielleicht heimliche Adressaten, deren Existenz mir nicht bewusst ist. Gibt es eine Instanz, die irgendwie mit im Spiel ist, während ich mich für mutterseelenallein halte? Oder gilt nach wie vor die Anrede: „liebes Tagebuch!“, und die Frage ist damit erledigt?

Der Schriftsteller Peter Tamm sagte vor zwei Jahren in der ZEIT: „Aber so gerne ich Tagebücher lese, so ungerne schreibe ich sie. Mir ist die Instanz nicht klar, an die sie sich wenden. Mir selbst brauche ich nichts zu erzählen, und wenn ich an einen anderen Leser, eine andere Leserin denke, fange ich sofort an, mich zu verstellen.“ (ZEIT, 18. März, 2010)

Für wen also schreibt man im Tagebuch? Ich habe keine konsistente Antwort auf diese Frage, vermute aber, dass die Antwort „ich schreibe nur für mich“ zu kurz greift. Unabhängig von jedem Veröffentlichungsgedanken findet beim Tagebuchschreiben ein Dialog statt. Mit wem? Vielleicht mit einem Teil meiner Persönlichkeit, vielleicht mit einem mir nahestehenden Menschen, vielleicht mit Gott, meinem inneren Krititker, dem Kind in mir, vielleicht – und das passiert schneller als man schreiben kann – mit einer zukünftigen Leserschaft, die endlich verstehen soll, wer man in Wirklichkeit war.

Franz Kafka notiert am 7. November 1921 in sein Tagebuch: „Unentrinnbare Verpflichtung zur Selbstbeobachtung. Werde ich von jemand anderem beobachtet, muss ich mich natürlich auch beobachten, werde ich von niemandem sonst beobachtet, muss ich mich umso genauer beobachten.“ Schreiben auch wir für Beobachter? Verinnerlichte Beobachter, mit denen wir uns im Tagebuch auseinandersetzen? Vielleicht schreiben wir auch an unser zukünftiges Ich, an den Leser, der wir sein werden, der Jahre später diese Zeilen lesen wird. Ein interessanter Gedanke, den Keith Haring Ende der 70er Jahre folgendermaßen aufgreift: „Etwas in ein Buch schreiben heißt auch Zeit in Schachteln – Seiten – packen …. Zur gleichen Zeit, wo ich hier rede, rede ich auch mit dir zur anderen Zeit, weil ich in Schachteln rede, weil diese Schachteln die Zeit aufnehmen und eine andere Zeit draus machen können. Zeitstücke in Schachteln“ .

Falls sich jemand von euch für solche Überlegungen interessiert und dazu was sagen kann und will, ist die Kommentarbox hiermit geöffnet.

Die Zitate entstammen bis auf das Peter-Tamm-Zitat alle dem Ausstellungskatalog Absolut privat!?: Vom Tagebuch zum Weblog. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung in den Museen für Kommunikation (Werbelink), Edition Braus, 2008.

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Kategorie: Tagebuch  Tags: , ,

Alle, die mit der rechten Hand schreiben, Finger hoch! Frage: bist du ein echter Rechtshänder? Mit allem, was dazu gehört? Hast du gerade mit dem rechten oder dem linken Finger aufgezeigt? Nimmst du den Tischtennisschläger in die Linke, kritzelst beim Telefonieren mit der Linken? Soso, dann vielleicht doch ein Umgeschulter ….

In Deutschland wird die Zahl der Linkshänder auf ca. 10 % der Bevölkerung geschätzt. Die Dunkelziffer liegt höher. Menschen über vierzig hatten häufig das Pech, von der linken auf die rechte Hand umgeschult zu werden. Bei den heute über 80ig-Jährigen scheint es überhaupt keine Linkshänder zu geben, was nicht mit einer kürzeren Lebenserwartung dieser händischen Minderheit zu tun hat, sondern mit der flächendeckenden Unterdrückung ihrer linken Schreibhand während der ersten Schuljahre.

Die Engländer nennen diesen Vorgang brainbreaking und die Autorin des Standardwerkes „Der umgeschulte Linkshänder“, Barbara Sattler, spricht vom „massivsten unblutigen Eingriff in das menschliche Gehirn“. Die Folgen spielen sich auf psychischer wie physischer Ebene ab und können bei Kindern wie auch bei Erwachsenen zu Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit führen.
Was hat das mit dem Notieren und Tagebuchführen zu tun?

  • Ich habe im Februar mit der Rückschulung auf meine linke Hand begonnen und schreibe seither mein Tagebuch mit links. Manchmal fühle ich mich dabei wie mit fünf: die Zunge zwischen die Zähne gepresst male ich meine Buchstaben in die Zeilen und hoffe, dass eines Tages so etwas wie eine erwachsene Handschrift daraus wird. Wer sich für das Thema interessiert, findet viele Tipps bei: linkshaender-beratung.de.
  • Ich erzähle das außerdem, weil eindeutige Rechts- oder auch Linkshänder ihre eingefahrenen Bahnen im Gehirn aufmischen und damit Raum für neue Gedanken und Ideen schaffen können. Wo ließe sich das besser ausprobieren als im Tage- oder Notizbuch? Sogar von fachlicher Seite wird empfohlen, den Handwechsel als Kreativtechnik auszuprobieren: Link : „abends „Gedanken zum Tag“ notieren: Ohne nachzudenken mit der linken Hand (Linkshänder bitte mit der rechten!) darauf los schreiben. Das ist eine spezielle Schreibtechnik, die paradoxerweise den Schreibfluss verbessert! Probieren Sie’s aus!“

Viel Vergnügen dabei, und noch eine Empfehlung: nicht übertreiben! Das Handgelenk wird es euch danken.

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Keith Haring ist den meisten Menschen ein Begriff. Er ist Künstler. Seine knallbunten Bilder, seine Popartbilder haben ihn weltberühmt gemacht.  Haring starb bereits 1990 im Alter von 31 Jahren an Aids, geriet aber nie in Vergessenheit. In New York läuft derzeit eine Ausstellung, die das Frühwerk Harings würdigt, darunter auch seine Tagebücher. Diese führte er von Kindertagen an. Und sehr zur Freude von Haring-Fans, die nicht ohne Weiteres im Brooklyn-Museum vorbeischauen können, hat sich die Keith Haring Foundation entschlossen, „Keith Haring 1978-1982“ mit einem Blog zu begleiten. Dort wird für die Dauer der Ausstellung noch bis zum 8. Juli jeden Tag eine eingescannte Seite aus Harings Tagebüchern veröffentlicht. Auf seinem Blog bei Tumblr kann man seine Tagebücher bestaunen – jeden Tag eine Seite mehr.

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Kategorie: Tagebuch

Im Feuilleton der FAZ fand sich vor einigen Tagen der schöne Artikel Wörter sind die Wegwerfartikel unserer Zeit. Autor Marcus Jauer fasst darin eine Rede von David Gelernter (Wikipedia) zusammen, der ab und an auch selbst für die FAZ schreibt.
Er hat in Berlin nun eine Rede für die berliner lektionen gehalten und hält darin ein flammendes Plädoyer für das Handschriftliche:

[…] Worte sind für Gelernter Produkte eines Arbeitsprozesses, der darin besteht, sie aus dem Kopf aufs Papier zu bringen. Schreiben heißt für ihn denken lernen, lesen, nachdenken lernen […] Heute stehen die Dinge viel häufiger so da, wie sie gedacht wurden […] Das Schreiben trainiert das Denken nicht mehr und vermindert so den Wert des Wortes. […]

Die Zukunft malt er nicht gerade rosig:

[…] Nach David Gelernter sehen wir einem Kollaps der Schriftsprache entgegen, was nichts anderes bedeutet, als dass auch die Art des Denkens, deren Gefäß sie ist, kollabieren wird. Übrig bleiben jene Zeichen und Symbole, die aus der Kultur des ständigen Abgelenktseins und Unterbrochenwerdens hervorgegangen sind und als Gefäße, will man sie denn überhaupt so nennen, doch eher nur Meinungen als Gedanken, eher Stimmungen als Gefühle transportieren, […]

Da scheinen die Tablet Computer in meiner Umfrage das kleinste Problem zu sein.
Dieser Text bestätigt mir, dass ich mit dem Gefühl nicht alleine bin, dass handschriftliches Schreiben mehr Kontemplation und Konzentration mit sich bringt, als jedwede Art von digitalem Schreiben. Es ist nicht nur die viel beschworene Haptik. Es ist auch der Zwang, sich im Denken zu entschleunigen, denn die Hand kommt dem Gedanken nicht nach. Und diese Entschleunigung macht die Gedanken klarer und hilft sich zu strukturieren.

Auf der Homepage der berliner festspiele findet ihr den Mitschnitt vom 26. Februar 2012 auf Englisch und in der Simultanübersetzung (ca. 80 min).

Und wer Handschrift erfahren möchte, der sollte damit gleich heute am Tagebuchdienstag beginnen.

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