Dank eines Tipps von @iris30606 bin ich auf ein sehr ergiebiges Thema gestoßen: Journaling Prompts. Eine deutsche Übersetzung habe ich nicht gefunden. „to prompt“ heißt so viel wie „auffordern“ und „journaling“ würde ich mal mit „Schreiben (in ein Notizbuch)“ übersetzen. Journaling Prompts sind also Aufforderungen zum Schreiben.
Wer mit dem Schreiben anfängt und kreativ sein möchte, braucht oft eine Anregung, um in eine Assoziationskette zu geraten oder in Gedanken zu verfallen, die man für niederschreibenswert hält. Wer das zum ersten Mal macht, dem kann ein leeres blanko 200 Seiten Notizbuch durchaus Angst machen: „das kriege ich nie voll!“. Viele von euch haben natürlich so viele Ideen, dass sie damit überhaupt kein Problem haben, aber für alle anderen oder diejenigen, die Abwechslung im Schreiben wollen, eignen sich die „Journaling Prompts“.

Wir funktionieren diese „Aufforderungen zum Schreiben“?

Dazu schreibt hält man sich eine Liste von Kurzthemen, von denen man jeden Tag eines bearbeitet. Alternativ kann man in den Kopf jeder Seite eines leeren Notizbuches eine „Aufforderung“ schreiben – oder zufällig auf die Seiten verteilt, also nicht auf jeder Seite. Die Liste kann man auch außerhalb des Notizbuchs auf einem Zettel halten oder auf vielen kleinen Zetteln wie (etwas aufgebuntet (Achtung Neologismus)) hier:

Das Bild stammt von der Seite All About Me Journaling Prompts, auf der Sherrill Ghilardi Pierre beschreibt, wie sie sich ihre „Prompts“ selbst bastelt. Zudem enthält die Seite mehr als 400 (!) „prompts“ für den täglichen Bedarf. Hier ein paar Beispiele:

# Wer inspiriert dich?
# Im nächsten Jahr plane ich …
# Was ist dir das Wichtigste im Leben?
# Welche Dinge siehst du pessimistisch?
# Was war dein erstes Auto?
# Wie fühlst du dich, wenn du bei dir selbst bist?
# Ich schau auf zu …. , weil
# Wie sah dein erstes Fahrrad aus?
# Was bedeutet für dich Freiheit

Es ist klar, dass die Liste unendlich fortgesetzt werden kann. Wenn man sich ein „Prompt“ vornimmt, schreibt man auf, was einem dazu einfällt. Auf diese Weise bekommt man leicht Anregungen und gerät in den Schreibprozess. Letztlich ist es dann egal, was man schreibt – es gibt nicht die Antwort. Es geht nur darum, den Anstoss zum Schreiben zu bekommen, so wie wenn man einen Ball anstößt, damit er losläuft. Jede „Aufforderung“ ist dann ein neues Anschubsen.

Mehr Journaling Prompts gibt es auf der etwas „antik“ gestalteten Seite journalingprompts.com (mit der Maus über die knallbunten Sternchen fahren) oder bei Writing Prompts/Journal Topics. Die Idee der „Aufforderungen“ gibt es auch beim „kreativen Schreiben“. Beispiele bei creativewritingprompts.com (mit der Maus über die Zahlen fahren) oder bei writersdigest.com.


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Ich finde die Idee der „Prompts“ wirklich klasse, auch wenn ich selbst noch nie Probleme hatte, irgendetwas zu schreiben oder mit dem Schreiben anzufangen – ich schreibe nur, wenn es was zu schreiben gibt. Aber lasst uns doch mal etwas Crowdsourcing betreiben. Ich schlage folgendes vor:

  • Wenn jemand eine schöne „Aufforderung zum Schreiben“ findet, dann schickt er die bei Twitter als Tweet mit dem Hashtag #journalingprompt. Bis jetzt hat scheinbar noch nie jemand diesen Hashtag verwendet! Jedenfalls kann ich ihn nirgends finden.
  • Jeder, der eine „Aufforderung“ sucht, muss dann nur über die Twitter Suche nach #journalingprompt suchen
  • Die Sprache des Prompt ist egal, Englisch sogar ab und an willkommen. Vielleicht können wir ja bei Twitter eine #journalingprompt Welle mit der großen englischsprachigen Notizbuch Community lostreten. Das wäre doch mal was.

Auf geht’s!

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Beim Stöbern in Jessicas Blog war ich verblüfft, im Artikel Handmade Books Notizbücher mit Keramikeinband zu finden:


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Hergestellt wurden die Bücher von einem Mitglied der Santa Fe Book Arts Group. Auf der Webseite finden sich dutzende Bilder von künstlerisch gestalten Büchern, wie dieses Buch Leaves von C Williams


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Oder dieses Buch von untitled altered book #30 von S. C. Thayer:


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Webseite besucht, sollte sich etwas Zeit nehmen und den Finger am Scrollrad der Maus lassen: alle Kunstwerke sind auf einer Seite dargestellt, auf der man unendlich nach unten scrollen muss. Ein Augenschmaß für den Samstagnachmittag.

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Jacky hat mich auf weekdate.com aufmerksam gemacht (Twitter: @weekdate). Sie hatte bereits in ihrem Artikel Der Zeitplan – Zeitmanagement Teil 6 darüber berichtet. Die besondere Funktion des Kalenders ist die Idee des „Write it once“ für regelmäßige Termine, die monatlich oder wöchentlich stattfinden. Im oberen Teil des Kalenders werden monatlich regelmäßig stattfindende Termine eingetragen, um unteren Teil die Termine pro Woche. In der Mitte kommen dann die tagesspezifischen Termine. Wenn man diese nun weiterblättert, bleibt der obere und der untere Teil stehen, so dass man die regelmäßigen Termine immer noch parat hat. Man schreibt sie halt nur einmal – „write it once“.
Wie das ungefähr aussieht, kann auf diesem Bild aus dem Shop sehen:


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© weekdate.com

Ein Kalender ist natürlich kein Notizbuch; ich fand die Idee trotzdem interessant, denn diese Kalenderidee ist prädestiniert für einen Notizbuchhack. Falls sich jemand ans Werk macht, freue ich mich über Bilder des Ergebnisses. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man den Hack noch um eine jährliche Lasche erweitert, die etwa an Aktionen zu fixen Terminen wie Weihnachten oder Hochzeitstagen Aktionen festhält.

Das folgende Video zeigt, wie der Kalender funktioniert (am besten auf Vollbildansicht einstellen).

Danke nochmal an Jacqueline für den Tipp. Wenn ihr auch Tipps habt, was im Notizbuchblog sehenswert ist, freue ich mich über eine Mail. Bei uservoice (s. „Feedback“ Knopf am linken Rand) hat auch schon jemand vorgeschlagen, dass ich die Leser über den nächsten Beitrag abstimmen lasse. Freue mich also über Vorschläge.

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Bei flickr habe ich sehr schöne Notizbuchkunst gefunden. Susan Rudat publiziert dort ihre Notizbuchkunst, die mich an Ukiyo-e erinnert. Ukiyo-e sind japanische Farbholzschnitte, die großen Einfluss auf die westliche Kunstszene hatten. Die Bilder sind ein echter Geheimtipp; unbedingt reinschauen.


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© susanrudat


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© susanrudat

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@friendsofn2 pries in einem Tweet die ecosystem (TM) Notizbücher als grüne Alternative zu Moleskine an. Da habe ich gleich einen Blick auf die Seite geworfen.

The ecosystem Story – ecosystem books have a unique past, present and future: The book’s past is the various parts made of 100% post-consumer recycled paper, its present is your thoughts and ideas recorded on the pages, and the future is your next step: save the book, or recycle it.

In der Story kann man auch den ökonomischen Aspekt nachlesen, der etwa so übersetzt werden kann: „wir stellen ein Notizbuch in Amerika für Amerikaner her und unterstützt damit unsere Wirtschaft, die in den letzten Jahren durch Auslagerung von Arbeitsplätzen geschädigt wurde“.


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Wie es sich für Ökothemen gehört, wird auch hier der ökologische Fußabdruck detailliert dargestellt. Man gibt sich viel Mühe, die Herstellung des Papiers etc. zu dokumentieren.

Neben dem Ökocharakter hat die Seite des Herstellers, aber noch schöne Zusatzfunktionen:

  • Jedes Buch trägt auf der Rückseite eine einmalige Nummer, mit der man Details zu seinem Buch direkt auf der Seite abfragen kann
  • Es gibt einen kleinen Konfigurator, um sich ein eigenes Buch zusammenzustellen, Kosten < 10 US $
  • Man kann sich mit seinem Buch registrieren und dann auch …
  • eine Suchmeldung in der Community absetzen
  • Zuguterletzt gibt es auch noch einen Store Locator, allerdings nur für die USA

Alles in allem eine sehr ansprechende Seite – ob das Buch Kult wird, wage ich mal zu bezweifeln. Dafür ist mir die Ökostory zu durchschaubar. Zum Thema Ökonotizbücher s. auch meinen früheren Artikel Moleco – ökologisch korrekte Notizbücher aus Brasilien.


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© ecosystem (TM)

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Die Seite officesupplygeek.com berichtet in Picopad Wallet Notes – Tiny Notebook vom PicoPad (R), einem Mininotizbuch der Firma everyday innovations.


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Das PicoPad (R) ist so groß wie eine Kreditkarte und nur unwesentlich dicker. Es enthält sogar einen Stift! Man kann es angeblich bequem in die Geldbörse stecken (eben wie eine Kreditkarte) und hat so stets ein Notizbuch mit Stift parat. Der Begriff „Buch“ ist an dieser Stelle wohl etwas übertrieben, aber das Konzept ist wirklich witzig. Die Hülle gibt es im Shop in verschiedenen Farben und den Inhaltfür verschiedene Zwecke, etwa als Weinjournal. Für den Preis von < 3 US $ könnte man so ein Notizencontainer durchaus mal ausprobieren.
Details zum PicoPad (R) findet ihr auf der Homepage: PicoPad® Wallet Notes®

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Mit meinen 15 Ideen zur Nutzung von Notizbüchern bin ich in die Endrunde der My Moleskine 2.0 Competition gekommen; wo ich allerdings keinen Preis gewonnen habe. Da aber die Ideen offensichtlich nicht so abwegig sind, möchte ich sie hier nach und nach im Detail vorstellen.

Heute: Notizbuchregel 12 – Jedes Notizbuch sollte nummeriert sein

Jedes Notizbuch sollte nummeriert sein – das hilft später beim Auffinden eines Buches. Sehr hilfreich ist dazu ein Eintrag unter der Nummer, der das Datum des ersten und das Datum des letzten Eintrages zeigt. Die Nummer mit den Daten sollte direkt auf der Rückseite des Buchdeckels stehen, zusammen mit der Adresse. Alternativ kann man die Nummer und ggf. den Datumsbereich der Eintragungen auch außen auf den Rand des Buchblocks schreiben.
Ich nutze bei meinen Büchern zudem eine Art Kurzverschlagwortung: bevor das Buch ins Regal wandert, schreibe ich unter das Datum ein paar kurze Stichworte zu den Themen, die im Buch vorkommen oder zu Ereignissen, die in den Zeitraum des Buches fallen.


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Bisher erschienen:

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Wer Notizbuchkunst mag, selbst welche erstellt und gerne auch mal an einem Wettbewerb teilnimmt, der sollte scih Escape into Life ’skine Project anschauen.:

We invite artists and writers to fill up a Moleskine journal expressly to sell in the Escape into Life online store. Everyone buys a journal of the same size and style […] The journals are filled with cut outs, drawings, writing, poetry, art, a fusion, a scrapbook of the mind. The Medium is the journal and sold as a work of art. This project is ongoing. No due date. Just everyone has to use the same journal size and color.


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Escape into Life ist ein Web Magazin für Kunst und Kultur. Die Idee basiert auf einer Art Bürgerjournalismus, mit dem man ein Magazin mit Lyrik, Essays und Kunst füllen möchte.

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Über @mattleys bin ich auf die folgenden beiden Videos gestoßen. Sie stammen vom YouTube User acuarelista, der eine Vielzahl solcher Videos für seine Notizbuchkunst erstellt hat. Als Ausklang für den Abend sicher angenehm anzuschauen. Da könnt ihr den Abend mit Notizbuchkunst füllen, so viele Videos sind dort verfügbar. Habt ihr auch Videos eurer Notizbücher? Freue mich über Zusendungen.

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Wir nutzen unsere Notizbücher alle auf völlig verschiedene Weise. Ob man nun irgendwelche Regeln befolgt oder künstlerisch aktiv ist, spielt keine Rolle. Einige werden sicher auch längere Texte schreiben, etwa in Tagebuchform oder als Dokumentation von Erlebtem. Schreiben hilft.

Nachdenken, ohne sich Notizen zu machen, ist bei weitem nicht so wirkungsvoll, da Ihre Gedanken sonst oft unsortiert und unkoordiniert bleiben. Durch das Aufschreiben werden Ihre Gedanken und Ideen konkret und überschaubar. Sie können sie durch das Aufschreiben jederzeit neu sortieren, überprüfen, bearbeiten und weiterentwickeln. Außerdem sichern Sie durch das Aufschreiben Ihre Gedanken – es kann nichts verloren gehen

Das sagt Ralf Senftleben in seinem Artikel Schriftliches Nachdenken. Er beschreibt darin, wie Schriftlichkeit uns hilft, uns selbst und unsere Gedanken zu strukturieren. Dabei wird durch das Wortwerden der Gedanken das Nachdenken unterstützt. Die Visualisierung des Gedachten in Worten lässt den roten Faden und Assoziationsketten sichtbar werden.


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Schon neun Jahre alt, aber immer noch aktuell ist der Artikel Das Ordnen der Gedanken beim Schreiben (Welt Online). Dort wird bemängelt, dass gerade Schüler das Schreiben nie richtig lernen. Das Sammeln und Niederschreiben von Fakten wird zur reinen Nutztat und ist von der Leidenschaft weit entfernt.

Erst in der schriftlichen Niederlegung erschließt sich der Sinn, wird das Gedachte überprüfbar. Doch unsere Schüler schreiben zu wenig. Nicht erst in den letzten Schuljahren, wo sie im Grundkurs einmal pro Semester und im Leistungskurs zweimal schriftlich gefordert werden, sondern auch in all den Jahren davor. Kein Wunder, dass die Hochschullehrer, die wirklich noch die Arbeiten ihrer Studenten lesen, klagen, dass es meist an allem mangelt: Gliederung, Sprache, Grammatik. Wie lernt man schreiben? Durch Übung. Am besten täglich, mindestens aber wöchentlich.

Schreiben bildet, keine Frage. Und wie ich bereits in Sonntagsidee 3: Wortwolken dargelegt haben, kann es auch den sprachlichen Ausdruck verbessern und den aktiven Wortschatz erweitern.

Dass Schreiben wirkt, merke ich an vielen Stellen. Wenn man vor lauter Kleinaufgaben nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, hilft eine schnelle Liste der Aufgaben im Notizbuch. Alleine das Niederschreiben macht die Aufgaben greifbar und nimmt ihrer Menge den Schrecken. Psychologisch hilfreich, wenn man die Aufgaben auch noch zeitnah im Buch bildlich abhaken kann. Oder: wenn man ein Buch liest, das in einem bestimmten Stil oder mit einem bestimmen Sprachniveau geschrieben ist, tendiert man beim Schreiben zu einem ähnlichen Stil – durch das Schreiben in einem Stil kommt bei häufigem Schreiben dann noch dazu, dass man sich dabei ertappt, wie man sprachlich entsprechende Stilelemente nutzt. Das Schreiben wirkt sich direkt auf das Denken und Reden aus. Je nach Literatur ist die Auswirkung auch durchaus positiv.
Zuguterletzt hilft das Schreiben beim Nichtvergessen und Erinnern: eine niedergeschriebene Idee geht nicht verloren und kann später wiederaufgenommen und ggf. verändert und erweitert werden. Und ohne mein Notizbuch wäre auch das Notizbuchblog nie entstanden – dort habe ich die ersten Themen gesammelt und mir Gedanken darüber gemacht, was wohl die Inhalte sein könnten.

Wo hilft euch Schriftlichkeit?

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