Tag-Archiv für » Handschrift «

Meine treue Leserin und Linktippsenderin @filomaniac machte ich auf den Artikel Sich die Welt erschreiben im Blog von brandbook aufmerksam. Der Artikel ist ein Gastbeitrag von Miriam Meckel (kennt ihr als Autorin von Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle (Werbelink)), die darin eine Hymne auf die Handschrift schreibt:

[…] Was also macht dieses Schreiben mit uns? Wenn ich einen Stift zur Hand nehme und zu schreiben beginne, lote ich meine Gedanken förmlich in allen drei Dimensionen des Raumes aus. Ich kann die Buchstaben nach oben oder unten in die Länge ziehen, die Schrift nach rechts oder links kippen lassen oder auch fest aufdrücken, bis das Papier reißt, um einem einzelnen Wort materiell Nachdruck zu verleihen. […]

Ein großartiger Artikel und ein absoluter Lesetipp! Danach werdet ihr eure handschriftlichen Notizbucheinträge am Wochenende doppelt so gerne machen.

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Durch Zufall habe ich einen schönen, interessanten Artikel in der F.A.Z Community entdeckt über den Wert der eigenen Handschrift im  Zeitalter der digitalisierten Welt:

 

Mit der Hand zu schreiben kostet Zeit, ist mühsam und anstrengend – deshalb lassen wir es zunehmend. Möglicherweise zu Unrecht?

Das vielleicht vernünftigste, sinnvollste und langfristig wertvollste Geschenk meines Lebens bekam ich im Alter von fünfzehn Jahren, als meine Eltern mir einen Schreibmaschinenkurs an der Volkshochschule spendierten. Mehrere Wochen lang saß ich regelmäßig abends in einem Schulzimmer und tippte „asdf“ und „jklö“ mit einer elektrischen Maschine. Eine Emailadresse hatte der normale Bürger damals noch nicht, einen Computer ebensowenig, meine Eltern besaßen sogar noch eine mechanische Maschine, die auf herrlich antiquierte Art und Weise sowohl lauter als auch schwerer im Anschlag war. […]

 

Hier gehts zum Artikel

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Kategorie: Allgemein  Tags:

Im Feuilleton der FAZ fand sich vor einigen Tagen der schöne Artikel Wörter sind die Wegwerfartikel unserer Zeit. Autor Marcus Jauer fasst darin eine Rede von David Gelernter (Wikipedia) zusammen, der ab und an auch selbst für die FAZ schreibt.
Er hat in Berlin nun eine Rede für die berliner lektionen gehalten und hält darin ein flammendes Plädoyer für das Handschriftliche:

[…] Worte sind für Gelernter Produkte eines Arbeitsprozesses, der darin besteht, sie aus dem Kopf aufs Papier zu bringen. Schreiben heißt für ihn denken lernen, lesen, nachdenken lernen […] Heute stehen die Dinge viel häufiger so da, wie sie gedacht wurden […] Das Schreiben trainiert das Denken nicht mehr und vermindert so den Wert des Wortes. […]

Die Zukunft malt er nicht gerade rosig:

[…] Nach David Gelernter sehen wir einem Kollaps der Schriftsprache entgegen, was nichts anderes bedeutet, als dass auch die Art des Denkens, deren Gefäß sie ist, kollabieren wird. Übrig bleiben jene Zeichen und Symbole, die aus der Kultur des ständigen Abgelenktseins und Unterbrochenwerdens hervorgegangen sind und als Gefäße, will man sie denn überhaupt so nennen, doch eher nur Meinungen als Gedanken, eher Stimmungen als Gefühle transportieren, […]

Da scheinen die Tablet Computer in meiner Umfrage das kleinste Problem zu sein.
Dieser Text bestätigt mir, dass ich mit dem Gefühl nicht alleine bin, dass handschriftliches Schreiben mehr Kontemplation und Konzentration mit sich bringt, als jedwede Art von digitalem Schreiben. Es ist nicht nur die viel beschworene Haptik. Es ist auch der Zwang, sich im Denken zu entschleunigen, denn die Hand kommt dem Gedanken nicht nach. Und diese Entschleunigung macht die Gedanken klarer und hilft sich zu strukturieren.

Auf der Homepage der berliner festspiele findet ihr den Mitschnitt vom 26. Februar 2012 auf Englisch und in der Simultanübersetzung (ca. 80 min).

Und wer Handschrift erfahren möchte, der sollte damit gleich heute am Tagebuchdienstag beginnen.

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Inspiriert durch diesen schon älteren Tweet von @TigerPens möchte ich heute eine Umfrage starten, auf deren Ergebnis ich wirklich gespannt bin: Sind Tablet Computer das Ende der Handschrift? Die Frage ist durchaus berechtigt. Tablets werden auch über Gesten und Berührungen gesteuert und die Bildschirmtastaturen sind viel besser zu bedienen als bei Smartphones. Da könnte es schon sein, dass man sich eine Notiz eher mal digital macht. Briefe sind schon lange durch E-Mails unter Beschuss. Notizen machte man bisher noch meist von Hand auf Papier. Mit den Tablets könnte sich das ändern. Bin gespannt auf eure Stimme und einen Kommentar unter dem Artikel mit eurer Meinung.

 
Sind Tablet Computer das Ende der Handschrift?

  • Nein
    (94%, 171 Stimmen)
  • Ja
    (6%, 10 Stimmen)

Stimmen: 181

 
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Schreiben ist eine Angelegenheit, die dem Menschen nicht nur intellektuelle sondern auch motorische Fähigkeiten abverlangt. Diese Kombination macht die Handschrift so erfolgreich. Umso erstaunlicher sind Versuche in England, wo man Schüler für den Unterricht mit iPads ausstatten wird. In Will turning to tablet computers to educate pupils kill handwriting? wird darüber berichtet:

[…] The pen is mightier than the sword. But can it compete with the iPad? […] a secondary school in Cornwall will provide all 900 of its pupils with an iPad. However, some fear this kind of move could spell the end for handwriting and the benefits it brings. […]

Der „Head of Computing“ dieser fortschrittlichen Schule hat da seine eigene Philosophie wie er damit umgeht, dass immer weniger mit der Hand geschrieben wird:

[…] ‘I think that’s something that’s got to come,’ he says. ‘It seems a logical end point. Handwriting already is a dying art and it’s you and I who are killing it, because adults are not handwriting.’ […] ‘What you might see is a generation of kids growing up who are as good at writing with their finger on a touch screen as they are with a pencil.’ […]

Also: wenn schon niemand mehr mit der Hand schreibt, brauchen wir das auch in der Schule nicht mehr so intensiv zu nutzen. Tolle Logik. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das eine gute Idee ist. Auch im Artikel Leserbeitrag: Schreibpsychologie schien es, als sei die Handschrift doch mehr als nur eine andere Art, Ideen und Gedanken zu erfassen.

Was meint ihr dazu? Wird die Handschrift in der Schule irgendwann nicht mehr gelehrt? Wird sie eine „tote Technologie“ sein, die wie Latein behandelt wird?

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thenextweb.com berichtet in SendWrite lets you write a card to mom just by sending an email über Dienste, die die Brücke zwischen digitalem Schreiben und analogem Versand erledigen. Da frage ich mich doch, welcher normal denkende Mensch 4,99 $ ausgibt, um drei E-Mails als physikalische Postkarten zu verschicken? Als Gag, ok. Billiger als normale Karten ist es auch.

Aber haben die alle ihre Handschrift verlernt? Ausdrucken ist ja noch unpersönlicher als Mail schreiben! Oder sind die Leute zu faul, in einen Schreibwarenladen zu gehen, um eine Postkarte zu kaufen? Für die Leser des Blogs ist der Besuch einer Papeterie mit schönen Karten (und Notizbüchern) natürlich der Höhepunkt eines jeden Einkaufsbummels, aber scheinbar nicht für jeden.

Wenn der Dienst doch wenigsten die handschriftiche Transkription einer digitalen Mail anbieten würde. Aber nein, soweit ich das verstehe, druckt sendwrite.com die Mails nur aus und verschickt sie. Also ich schreibe Briefe und Postkarten lieber von Hand. Oder gar nicht. Ausdrucken geht gar nicht.

Wie handhabt ihr das?

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Über create or die stieß ich auf handwrittenletterproject.com, eine interessante Kunstaktion:

[…] The HAND.WRITTEN.LETTER.PROJECT was after a conversation about how personal a letter can be: a fact that is currently drowning in a tide of depersonalisation, with junk mail and automated correspondence. There is always something nice about receiving a letter, especially these days when email, text, status updates, and tweets, dominate our communication, leaving many to lose sight of the things that have been around for a while (like ink and paper). However, it is important that they do not. […]

Die Ausstellung in London ist leider schon vorüber, aber man kann ein passendes Buch erwerben, das in einer extrem limitierten Ausgabe erhältlich ist. Die Briefe könnt ihr alle auf der Homepage einsehen (horizontal scrollen!).


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Durch Zufall bin ich bei t3n über 25 Beispiele für kreative Werbung gestolpert. Eine Werbung stammt von „Australia Post“ und zeigt eine Frau, die von einem Mensch gewordenen handschriftlichen Brief umarmt wird. Darunter steht: „If you really want to touch someone, send them a letter“. Schön! Werbung für die Handschrift und handschriftliche Briefe.


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Kategorie: schreiben  Tags:

Das meist unterschätzte Produktivitätswerkzeug … was könnte das sein? Klar: Stift und Papier. Über Eigentlich ganz einfach: 29 Ways to Stay Creative gelangte ich auf Umwegen zu dem wunderbaren Artikel The Pen & Paper: the most underrated creativity and productivity tool. Der Autor ist ein Kenner des Web 2.0 und trotzdem kommt er auf Stift und Papier als ultimative Kreativitätswerkzeuge. Er zählt all die digitalen Gadgets und Dienste auf, mit denen man sich den Tag über beschäftigt und die man zur Selbstorganisation nutzt. Letzten Endes findet er bei jedem einen Grund, zum Papier zurückzukehren:

[…] Today, the pen and paper is possibly the most underrated creativity and productivity tool. It’s easy to get lost in a complex system that leaves no stone unturned. But it’s also just as easy to take a step back, keep things simple, and write it all down. […]

Natürlich gibt es Fälle, wo „digital“ angebrachter ist (s. dazu auch meinen Artikel bei imgriff.com), aber unter dem Strich ist der Artikel eine Ode an das Notizbuch. Herzerfrischend! Lesen!

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