Archiv für die Kategorie »Tagebuch «

Mashable ist ein bekannter Tech-Blog, der immer wieder abgedrehte neue Ideen vorstellt. Eine davon ist in Wearable Book Creates Sensory Reading Experience beschrieben:

[…] The project, called „Sensory Fiction,“ comes out of the MIT Media Lab. The reader wears a vest-like contraption that uses effects such as ambient lighting, vibration, temperature and compression to produce physical sensations that represent setting and emotion described in a story. […]

Digitales Feedback für analoge Lesevorgänge gibt es häufiger in Kinderbüchern. Ich mag diese Dinger gar nicht und bin da eher altmodischer Buchpurist. Bei der Idee oben dachte ich aber spontan an Tagebücher. Tagebücher sind ein Hort von Gefühlen, Emotionen, Meinungen; von Persönlichem, Geheimem und Sehnsuchtsvollem. Oft werden beim Lesen die alten Gedanken und Gefühle induziert, die man bei der Niederschrift hatte. Mit dem „sonsory reading“ könnte das Notizbuch direkte physische Rückmeldung geben. Wenn man das noch mit Geruch und Geräusch versehen würde, wäre das eine umfassende Erfahrung. Mir persönlich wäre das zu viel. Es ist zwar ein schwieriges Unterfangen, aber ich versuche stets an mich selbst so zu schreiben, dass ich beim Lesen in einigen Jahren auch die Erinnerungen an die Gefühle und Umstände hervorrufe. Das gelingt mir nicht immer, aber Übung macht den Meister.
Das „wearable Buch“ hat vorprogrammierte Reaktionen, aber ich bin mir sicher, dass man das auch über einen E-Book-Reader automatisch hinbekommt, indem man einen Computer die Inhalte interpretieren lässt; vorausgesetzt, das Tagebuch ist maschinenlesbar.

Was meint ihr? Würdet ihr ein Buch wie das oben beschrieben kaufen? Würdet ihr euch eine „Erweiterung“ für euer Tagebuch wünschen, die auch physisch Rückmeldung zur Lektüre gibt?

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Ist es mein Tunnelblick oder nimmt die Zahl an berühmten Persönlichkeiten, die entweder öffentlich Tagebuch schreiben oder über deren Tagebücher in der Öffentlichkeit berichtet wird, tatsächlich zu?
Zum einen sind es Literaten, die für alle lesbar das verarbeiten, was das Leben ihnen aufbürdet. Nach Wolfgang Herrndorf (siehe auch Herrndorfs Tagebuch) macht jetzt Henning Mankell Schlagzeilen, weil er öffentlich über seine Krebserkrankung schreiben will. Auf seiner Website heißt es:

„Sehr früh entschied ich mich zu versuchen, über diese Dinge zu schreiben. Letztlich geht es ja um Schmerzen und Leiden, die viele Menschen empfinden – allerdings auch um eine erstaunliche medizinische Wissenschaft und ein Licht, das oftmals durch den Nebel dringt. Ich will genau so schreiben, wie es ist. Über den schweren Kampf, den das immer bedeutet.“

Vom Schauspieler Philip Seymour Hoffman, der am 2. Februar starb, wird berichtet, man habe seine Tagebücher gefunden, in denen Hoffman sich mit seiner Drogensucht auseinandersetzt. Und last but not least fiel mir heute eine Notiz in die Hände, dass Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones ihrer Ehekrise unter anderem mit einem gemeinsamen Tagebuch zu Leibe rücken wollen. Bei vip.de wird ein Insider zitiert mit den Worten:

„Sie arbeiten daran, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können – dazu gehören auch Tagebücher. Sie zeigen sie sich gegenseitig, wenn es schlecht zwischen ihnen läuft, das ist ein Mittel, wie sie Dinge zum Ausdruck bringen können.“

Ich finde an diesen Beispielen gar nicht so interessant, dass auch VIPs Tagebuch führen, sondern vielmehr, dass zunehmend darüber kommuniziert wird. Meine These: das Tagebuchschreiben – insbesondere in Krisenzeiten – wird salonfähig. Stimmt ihr dieser These zu? Oder hat es mehr mit meinem oben erwähnten Tunnelblick zu tun?

Auf Diskussion darüber freut sich: Angelika.

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Kategorie: Tagebuch  Tags:

 

Ihr kennt das: man ist unterwegs mit dem Notizbuch und achtet für einen Moment nicht so auf das Notizbuch. Es liegt in der Tasche, im Koffer oder sonst wo und trägt seine Spuren davon. Auf Dawanda habe ich dieses nette Gadget entdeckt – eine Holzhülle für das Notizbuch.

 

Die Herstellerin manubrium schreibt über die Hülle folgendes:

 

Ich liebe es, auf Reisen ein Tagebuch zu führen, habe mich aber immer geärgert, wenn das Buch am Ende der Reise nur noch „solala“ aussah.
So entstand die Idee, ein bewegliches, praktisches Buch mit einem ästhetisch ansprechenden Schutz zu machen.

Die Buchhülle ist aus echtem Holz, Olivesche. So fein ausgeschliffen, daß es ein echter Handschmeichler ist. Man möchte es gar nicht mehr aus der Hand legen.

Das Buch hat ein von mir selbst designtes Cover auf der Vorderseite, die Rückseite habe ich unifarben blau, den Buchrücken passend in grün gefasst.
Es besteht aus 144 naturweißen Seiten, säurefrei, chlorfrei gebleicht, fadengeheftet.

Das Set ist ein idealer Reisebegleiter, denn das flexibel gebundene Buch lässt sich komplett öffnen, so kann man über beide aufgeklappte Seiten hinweg schreiben und skizzieren.

Durch die feste Hülle aus Holz ist das Buch immer geschützt, unschöne Eselsohren sind Vergangeheit. Man kann es irgendwo im Koffer verstauen ohne daß es geknickt wird und ein paar Wassertropfen machen ihm auch nichts mehr aus. Beim Tragen hält der in der Hülle fest möntierte Gummi das Buch, so rutscht es nicht raus.

„Und übrigens! Das Gewicht ist kein Problem, die Hülle ist leichter als das Buch.“

Ein anderer Titel oder ein leeres Schildchen ist kein Problem, einfach beim Einkauf angeben.

Demnächst biete ich auch lose Bücher zur Buchhülle an, für die 2., 3. … Reise.

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2011 stellte euch Angelika das Buch der Tagebücher vor. Leser Markus hat nun herausgefunden, dass es davon nur noch wenige Exemplare gibt, die exklusiv beim Piper Verlag bestellt werden können. Danke an Markus, der hier sehr aufmerksam war und bei seinen Recherchen an euch alle gedacht hat.

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Das Hamburger Abendblatt widmete am Wochenende eine ganze Seite dem Thema Tagebuch und verweist damit auf ein hochkarätig besetzte Veranstaltung im Literaturhaus, Liebes Tagebuch, heute war wieder so ein Tag…. Im Text dazu ein Absatz, den ich mit dem Verfasser Thomas Andre teile, den ich gern auch mit den Notizbuchbloglesern teile:

[…] „Im Tagebuch geht es nicht immer um Erhebliches, das über seinen Verfasser hinausweist. Es geht noch nicht einmal unbedingt um das, was die Wendepunkte eines Lebens berührt, denn diese sind eher selten. Es geht meistens um das, was vom Tage übrig blieb – und das auch oft bei den großen Geistern. Tagebücher haben eine Entlastungsfunktion, sie sorgen für Katharsis; in ihnen werden Dinge erledigt, einfach indem sie benannt werden. Unter den Vorzeichen der digitalen Wende haben sich auch die Voraussetzungen für das Tagebuchschreiben verändert. Das Tagebuch der Gegenwart ist unter Umständen öffentlich, manchmal sogar schon, während es entsteht: Als Blog oder auf Facebook. Letzteres berichtet in Jetztzeit aus den Leben seiner User, Ersteres ist seit Rainald Goetz („Abfall für alle“) und Wolfgang Herrndorf („Arbeit und Struktur“) eine nobilitierte Form von Literatur.“
[…]

Wer am 11. Februar abends noch nichts vorhat und in Hamburg lebt: wir sehen uns im Literaturhaus! EIN TAGEBUCH-ABEND.

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Kategorie: Tagebuch  Tags: ,

Dass regelmäßiges Schreiben klärend und entlastend wirken kann, wissen wir längst. Immerhin lässt sich therapeutisches Schreiben zurückverfolgen bis mindestens Aristoteles, der um die Katharsis und ihre heilende Wirkung des Wortes auf den Menschen wusste.

Jetzt aber finden australische Forscher heraus, dass sogar Postings auf Facebook den Usern dazu verhelfen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren, es zu verstehen und an sich selbst zu arbeiten, siehe Artikel in der Computerwelt!

Mhm. Fällt mir gerade schwer, den therapeutischen Nutzen von Facebook zu schlucken, noch schwerer, das Posten von Selbstinszenierung mit dem Tagebuchschreiben zu vergleichen. 
Mit viel gutem Willen folge ich der These, dass Schreiben über sich und sein Leben grundsätzlich nützlich ist, nicht nur im analogen Tagebuch, dem digital diary sondern meinetwegen auch auf Facebook. Aber Selbsterkenntnis und Reflexion des eigenen Handelns???
Jetzt frage ich einfach mal in die Runde: liebe facebook-user und blog-Leser, arbeitet ihr an euch selbst, wenn ihr postet und geliked werdet? Gibt es einen Vorher-Nachher-Effekt in Eurer Persönlichkeitsentwicklung? Sollte, wer zehn Jahre lang keine Neigung verspürt hat, bei Facebook mitzumischen, doch noch schwach werden? Wegen des therapeutischen Nutzens?

Über Erfahrungen und Kommentare zum Thema freue ich mich und like schon mal prophylaktisch jeden Beitrag!
Übrigens propagiert Stephan Porombka in seinem Buch „Schreiben unter Strom (Werbelink). Experimentieren mit Twitter, Blogs, Facebook & Co“, Duden Verlag, 2011, den etwas anderen Umgang mit den Sozialen Medien. Er ruft auf zu „künstlerischen Zweckentfremdung“, was unter Umständen vielleicht auch einen therapeutischen Nutzen bietet…

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Ich selbst bin eher eine Wörter- als eine Bilderfrau. Selten finden Skizzen den Weg in mein Tagebuch. Sehr zu meinem Bedauern, aber ich fühle mich am wohlsten, wenn ich Wörter und Sätze finde, die beschreibend, erklärend, verklärend, verstörend … usw. mein gelebtes (manchmal auch zu lebendes) Leben zu Papier bringen. Zu meinen Zeichnungen habe ich ein eher distanziertes Verhältnis, weil krikelkrakel …

Ganz anders Matthias Bogdan. Der Künstler aus Fürstenwalde begann am 1. Januar 2013 damit, jeden Tag eine Zeichnung, ein Bild zu produzieren: auf 10 x 10 cm, jeden Tag das, was ihn beschäftigte, was ihm widerfuhr. Die typischen Tagebucheinträge. Nur eben als Zeichnung, nicht als Text. Jetzt hängen die 365 Tage des vergangenen Jahres in der Dom Galerie von Fürstenwalde, zu sehen noch bis 28. Februar. Teilweise sind die Bilder sehr persönlich – sonst wäre es kein Tagebuch –, aber er vertraut auf den Respekt der Besucher und letztlich weiß nur er, was hinter jedem Bild verborgen ist. Jeden einzelnen Tag des Jahres 2013 wird er dank seiner konsequenten Zeichenfreude erinnern können, jeden guten und jeden schlimmen Tag.

Das neue Jahr ist nicht mehr taufrisch, aber auch jetzt kann man noch einsteigen und regelmäßig einen Moment innehalten, um in Wort oder Bild auszudrücken, was diesen Tag von anderen Tagen unterscheidet.

Das passende Video findet ihr hier.

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Auch und gerade im Neuen Jahr, dem Jahr des Pferdes, das laut Chinesischem Horoskop, ein Jahr der Ruhelosigkeit und Bewegung ist, sind Tagebücher ein bewährtes Mittel, sich zu zentrieren und das Karussell ein paar Seiten lang anzuhalten.
Das Schreiben über sich und das Leben hat Tradition. Ein schönes Zitat des Philosophen Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799 ist mir kürzlich vor die Füße gefallen, und ich möchte es gern mit Euch teilen. Lichtenberg, der seine Gedankensplitter in ein Tagebuch – nicht zu vergleichen mit dem BILD-Tagebuch einer Sylvie Meis … –, ein sogenanntes Sudelbuch, notiert hat. Da er Philosoph und Naturwissenschaftler war (und kein Model oder Moderator), sind seine Sudelbücher eine Ansammlung von Reflexionen über sämtliche Wissensgebiete, geprägt von kritischer und ironischer Grundhaltung; auch eine Art, Tagebuch zu führen!

»Man soll alle Menschen gewöhnen von Kindheit an in GROSSE Bücher zu schreiben, alle ihre Exercitia, in hartes Schweinsleder gebunden. Da sich kein Gesetz daraus machen läßt, so muß man Eltern darum bitten, wenigstens mit Kindern, die zum Studiren bestimmt sind. Wenn man jetzt Newtons Schreibbücher hätte! Wenn ich einen Sohn hätte, so müßte er gar kein Papier unter Händen bekommen, als eingebundenes, … besudelte er es, so würde ich mit väterlicher Dinte dabey schreiben: dieses hat mein Sohn anno * den *ten besudelt … Der Rand müste gebrochen werden, und auf einer Seite immer die Umstände und zwar sehr unpartheyisch geschrieben werden. Was für ein Vergnügen würde es mir seyn jetzt meine Schreibbücher alle zu übersehen! Seine eigne Naturgeschichte! Man sieht jetzt immer was man ist und sehr schwach was man war.«

(Georg Christoph Lichtenberg, Die Aphorismen-Bücher. Hrsg. v. Albert Leitzmann. Frankfurt: Haffmans bei Zweitausendeins 2005)

In diesem Sinne wünsche ich allen ein bewegtes 2014 und viel Spaß beim Sudeln der eigenen Naturgeschichte in ledergebundene Bücher oder auf loser Blattsammlung oder in bestickte Hefte oder, oder, oder…!

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Kategorie: Tagebuch

Der Countdown läuft. 
Bin ich die Einzige, die erst in der Dezembermitte beginnt, nach passenden Geschenken zu fahnden? 
Kaum. An dieser Stelle ein paar Tipps von der Tagebuchfront für Menschen, die nicht nur gerne lesen, sondern auch schreiben, egal, ob Tagebuch, Geschichten, Gedichte, Essays, den Jahrhundertroman, Drehbücher für Hollywoodfilme und was noch mehr.

Meine Einstiegsdroge in das Kreative Schreiben: Natalie Goldberg, Schreiben in Cafes (Werbelink), Autorenhaus Verlag 2003. So viel Ermutigung, vor allem für das Durchhalten, fürs Scheitern und wieder Aufstehen, habe ich in keinem der anderen Schreibratgeber gefunden. 
Sehr unterhaltsam und – für einen Erfolgs-Gruselautor überraschend persönlich und feinfühlig – sind die Gedanken von Stephen King über Das Leben und das Schreiben, Heyne 2011.

Leichtfüßig geschriebenes Buch über berühmte Diaristen und ihren ganz persönlichen Stil: Michael Maar, Heute bedeckt und kühl (Werbelink), C.H.Beck 2013. Nah dran an dem unverzichten Buch der Tagebücher, zusammengestellt von Rainer Wieldand, Piper 2010.

Beeindruckende Tagebücher, zum Teil schon gelesen, zum Teil begonnen oder auf der Wunschliste, weil sie spannend klingen:
 Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur (Werbelink), S.Fischer 2013. Besprochen hier, zurzeit ohnehin in jeder Zeitung, die etwas auf sich hält. 
Paul Auster, Winter Journal (Werbelink) , Rowohlt 2013. Der Autor schreibt über sein Leben. So what, machen viele. Was sein Buch aber spannend macht, ist die Körperlichkeit seiner Autobiografie. Er lässt sein Körpergedächtnis erzählen. 
Auf meiner Wunschliste, auch und gerade für Kenner des Anne-Frank-Tagebuchs: Gesamtausgabe: Tagebücher (Werbelink), S.Fischer 2013.

Habt Ihr auch Lieblingsbücher? Bitte hier mitteilen!

Ich würde mein Buch als Weihnachtsgeschenk für SchreibleserInnen hier anpreisen, weil die mit x17 realisierte Version zum Lesen UND Schreiben etwas Besonderes ist (mein Favorit: cognac vegetabil gegerbtes Leder…), aber das wäre mir jetzt unangenehm.

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Angelika ist euch als Spezialistin für das Thema Tagebuch bekannt und bietet rund um das Thema auch viele Angebote außerhalb des Notizbuchblogs. Dazu hat sie nun eine eigene Webseite namens http://www.neuerdingstagebuch.de/ eingerichtet. Die Seite ist ganz frisch online, so dass ihr euch beim Stöbern als Entdecker fühlen dürft …

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